Entspannt und fokussiert: Grosjean führt seine Leistung auf die mentale Hilfe zurück

Formel 1 2013

— 16.12.2013

Grosjean: Psychologische Hilfe "kein Zeichen von Schwäche"

"Manchmal möchte ich schneller tanzen als die Musik", reflektiert Romain Grosjean und erklärt, wie er mit der mentalen Unterstützung die erste Geige spielen möchte



Die Wandlung des Romain Grosjean in der abgelaufenen Saison ist beachtlich. Im Jahr zuvor noch als "Crashpilot" abgestempelt, zeigte sich der Lotus-Mann 2013 von seiner besten Seite, sammelte Podiumsplatzierungen und WM-Punkte in Serie, und schlug am Ende gar mehrfach seinen ambitionierten Teamkollegen und nächstjährigen Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen.

Im Jahr 2012 musste Grosjean schwierige Zeiten überstehen. In Belgien versachte er einen Startunfall, infolgedessen er beim darauffolgenden Italien-Grand-Prix gesperrt wurde. In Japan, ein paar Wochen später, schoss er Red-Bull-Pilot Mark Webber ab. Seit September, so berichtete Grosjean Anfang des Jahres, nehme er Hilfe von einer Psychologin in Anspruch. Seine Explosion - im positiven Sinne - bezüglich Speed und Zuverlässigkeit führt der Franzose darauf zurück, berichtete Grosjean Ende Oktober.

Seine Psychologin sei es gewohnt, mit Leistungssportlern zusammenzuarbeiten. "Es haben zumeist alle französischen Olympiasieger mit ihr gearbeitet", erklärt er gegenüber 'Sky Sports'. "Deshalb habe ich damit angefangen - weil mir klar wurde, dass ich Hilfe nötig hatte."

Der Ruf nach Hilfe - oftmals wird dies, insbesondere im Leistungssport, als Schwäche angesehen. Dem entgegnet Grosjean aber vehement: "Es ist kein Zeichen von Schwäche, es ist mehr eines von Stärke. Du kannst dich immer verbessern und deshalb arbeite ich immer noch wöchentlich mit ihr zusammen. Wir sprechen entweder per Telefon oder bei einem Treffen."

In diesem Jahr gab es nur ein nennenswertes Deja-vu mit dem "alten" Grosjean, das nachhaltig in den Köpfen der Fans bleibt. Beim Großen Preis von Monaco beendete der Lotus-Pilot nicht nur sein eigenes, sondern auch das Rennen von Daniel Ricciardo mit einer Kollision. "Ich denke nicht, dass die Fokussierung ein Problem war", sagt Grosjean rückblickend, "aber manchmal möchte ich schneller tanzen als die Musik - wie in Monaco in diesem Jahr. Ich habe das Wochenende komplett vermasselt, weil ich schneller sein wollte, als wir waren."

Die Gespräche mit der Psychologin möchte Grosjean "noch eine Weile fortführen", wie er betont. "Ich denke, dass es aus mir einen besseren Hausmann und ebenso einen besseren Fahrer macht. Es macht mein Leben wesentlich einfacher." Den Kopf frei zu bekommen sei dabei gar nicht mal das Entscheidende. "Zu sehen, wie die Leute um dich herum interagieren hilft, dich selber zu verstehen", so Grosjean. Und es hilft auch, die persönlichen, ehrgeizigen Ziele ("bereit für die Nummer eins oder eine Weltmeisterschaft zu sein") nicht aus den Augen zu verlieren.

Fotoquelle: xpbimages.com

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