Kevin Magnussen wird mit Blick auf Lewis Hamilton keinen leichten Stand haben

Formel 1 2013

— 17.12.2013

Whitmarsh: Magnussen ist etwas Besonderes

Martin Whitmarsh ist vom Talent und von der jüngsten Entwicklung Kevin Magnussens begeistert - In Hamiltons Fußstapfen zu treten, wird dennoch schwer



McLaren hat für die kommende Saison riskante Pläne: Nachdem Sergio Perez bereits nach einem Jahr seine Koffer packen musste und gen Force India zog, wirft der britische Traditionsrennstell 2014 einen echten Rookie in das Haifischbecken: Kevin Magnussen. Doch auch, wenn der junge Däne bisher nur wenig Erfahrung in einem Formel-1-Auto hat sammeln können, ist Teamchef Martin Whitmarsh zuversichtlich, den richtigen Schritt gewagt zu haben.

Das habe Magnussen besonders während der zurückliegenden Saison in der Formel Renault 3.5 gezeigt, die er mit 60 Punkten Vorsprung gewann: "Wir wussten ja bereits, dass er verdammt schnell ist, aber nun musste er lernen, wie man eine Meisterschaft gewinnt - genau das hat er getan", lobt Whitmarsh. "Er hat einfach jeden in diesem Jahr überrascht." Magnussen gewann 2013 fünf von 17 Rennen, zudem holte er acht weitere Podiumsplatzierungen. Diese Konstanz zeichnete ihn am Ende als Champion aus.

Besonders der Saisonauftakt in Monza hatte er Whitmarsh beeindruckt. Magnussen war von der Pole-Position gestartet, neben ihm stand Antonio Felix da Costa. "Nach dem Start hat sich Felix da Costa in die erste Kurve hinein selbst ausgebremst. Der alte Kevin hätte das nicht gesehen, und es hätte gekracht", erinnert sich der Brite. "Aber Kevin hat ihn gesehen und ließ ihn durch, was vollkommen gegen seinen Instinkt war. Ich habe ihn sofort nach dem Rennen angerufen und gesagt: 'Kevin, das war das Beeindruckendste, das ich je von dir gesehen habe.'"

Außerdem konnte der 21-Jährige sein neues Team bereits bei zwei Young-Driver-Tests überzeugen. Schon 2012 in Abu Dhabi - bei seiner dritten schnellen Formel-1-Runde überhaupt - brannte er eine Zeit auf den Asphalt, die für Startplatz sechs beim Rennen gereicht hätte, das eine Woche vorher stattgefunden hatte. Auch im vergangenen Juli belegte er direkt die erste Tagesbestzeit. "Beeindruckend war vor allem seine Konstanz - er hat nicht einen einzigen Fehler gemacht", schwärmt Whitmarsh.

Doch nicht nur auf der Strecke konnte Magnussen seinen neuen Teamchef überzeugen: "Ich war am Ende auch bei der Besprechung mit den Ingenieuren dabei. Ich saß da und hörte seinem Feedback zu. Wie klar und präzise er sich ausdrückte - diese Selbstsicherheit... Da habe ich realisiert: Dieser Kerl ist etwas Besonderes."

Im Jahr 2007 hatte McLaren bereits einen ähnlichen Schritt gewagt, als man Lewis Hamilton direkt ins kalte - oder besser gesagt: lauwarme - Wasser warf: "Es war etwas einfacher für Lewis, denn wir hatten ihn vorher mit Tests bombardiert, wie es heute nicht mehr möglich ist. Es gibt also ein gewisses Risiko, aber wir würden es nicht machen, wenn wir nicht an den Erfolg glauben würden." Hamilton war 2007 direkt WM-Zweiter (mit einem Punkt Rückstand) geworden, holte ein Jahr später sogar den Titel. Ob Magnussen diese Leistung übertreffen kann, bleibt abzuwarten.

Fotoquelle: Lotus

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