Stefano Domenicali macht sich Sorgen um das Benzinlimit von 100 Kilogramm

Formel 1 2013

— 20.12.2013

Droht die Formel Spar? Ferrari wünscht sich mehr Benzin

Ferrari befürchtet, dass das 2014 geltende Benzinlimit die Piloten im Rennen zu benzinsparender Fahrweise zwingt und plädiert daher für eine Anhebung des Limits



Mit der Einführung der neuen Antriebseinheiten möchte der Automobilweltverband FIA die Formel 1 ab 2014 auch effizienter machen. Um dies zu unterstützen, gilt ab der nächsten Saison im Rennen ein Benzinlimit. Maximal 100 Kilogramm Treibstoff dürfen die Motoren während der Renndistanz von 305 Kilometern verbrennen - gut ein Drittel weniger als bisher. Nicht alle sehen diese neue Regel positiv. Bei Ferrari fürchtet man sogar, dass die Fahrer dadurch zu benzinsparender Fahrweise gezwungen werden und sich damit der Charakter der Rennen verändert.

"Ferrari hat die Tatsache nie gemocht, dass wir möglicherweise zu einer Strategie gezwungen werden, mit der wird Benzin für das Ende des Rennens sparen müssen", sagte Motorenchef Luca Marmorini am Rande der Präsentation des neuen Ferrari-Motors in Maranello. "Es besteht das Risiko, dass sich das Image der Formel 1 verändert, wenn die Fahrer Benzin sparen müssen, um ins Ziel zu kommen."

Zwar waren die Fahrer auch bisher hin und wieder dazu gezwungen, Benzin zu sparen, doch 2014 könnte das noch in viel größerem Maße der Fall sein. Die Bedenken von Ferrari könnten den Schluss zulassen, der neue, auf den Namen 059/3 getaufte Motor, sei zu durstig. Hier wiegelt Teamchef Stefano Domenicali aber ab.

"Als wir dieses Problem mit den anderen Motoren-Lieferanten, der FIA und anderen Beteiligten besprochen haben, waren wir nicht über den Benzinverbrauch oder ein Problem mit unserem Motor besorgt", sagt Domenicali. "Wir waren vielmehr besorgt darüber, dass dieser aggressive Ansatz beim Benzinverbrauch das Verständnis der Formel 1 verändern kann."

Piloten, die mit Halbgas um den Kurs rollen, um die letzten Tropen Benzin aufzusparen? Für den Teamchef ein unvorstellbares Szenario. "Das Image des Sports war bisher, dass man angreifen muss, um maximale Leistung abzuliefern", so Domenicali. Sein Vorschlag: Einfach die Benzinmenge ein wenig erhöhen. "Mit etwas mehr Benzin könnten wir auf bestimmten Strecken wie Melbourne verhindern, dass man im Benzinspar-Modus fahren muss."

"Es geht uns dabei nicht um unseren Benzinverbrauch, sondern um den Sport an sich", betont der Italiener nochmals. Allerdings dürfte Domenicali selbst nur zu gut wissen, dass sein Vorschlag alleine schon aus praktischen Gründen kaum umsetzbar ist. Das Design der neuen Chassis ist bei den Teams so gut wie abgeschlossen, und diese wurden für ein Tankvolumen von 100 Kilogramm entworfen.

Da der Einbau der neuen, komplexen Antriebseinheiten ohnehin eine große Herausforderung ist, wäre eine kurzfristige Vergrößerung des Tanks kaum vorstellbar. Daher arbeitet auch Ferrari weiterhin daran, mit den 100 Kilogramm im wahrsten Sinne des Wortes über die Runden zu kommen. "Es ist unumgänglich, und wir haben unsere bestes für einen sehr niedrigen Benzinverbrauch getan", so Marmorini. "Wir arbeiten an einer Strategie, um das Rennen in kürzeste möglicher Zeit zu beenden."

Fotoquelle: xpbimages.com

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