Jenson Button begann 2010 als Weltmeister mit zwei Siegen in den ersten vier Rennen

Formel 1 2013

— 21.12.2013

Button: Wie alles begann - Silberne Zeiten bei McLaren

Im fünften Teil unseres Rückblicks auf die Karriere von Jenson Button steht seine Zeit bei McLaren (2010 bis heute) im Mittelpunkt - Die Etablierung in der Spitzengruppe



Vom Playboy der Formel 1 über das ewige Talent bis hin zum Überraschungsweltmeister und schließlich "Elder Statesman" der Königsklasse - die Formel-1-Karriere von Jenson Button, die mittlerweile schon 14 Saisons andauert, war ein ständiges Auf und Ab. Doch wie wurde aus dem Jungen aus dem englischen Städtchen Frome eigentlich einer der besten Formel-1-Piloten der Gegenwart?

Die Antwort darauf liefert unser mehrteiliger Rückblick auf die Karriere des Jenson Button. Im fünften Teil erfahren Sie, wie der Brite sich in der Spitzengruppe der Formel 1 etablieren konnte. Auch wenn er nach seinem Titelgewinn 2009 nicht mehr ganz oben im Endklassement stand, ist der Brite seit Jahren Stammgast auf den begehrtesten Plätzen. Die Grundlage dafür schuf er sich 2010 mit seinem Wechsel zum prestigeträchtigen Rennstall McLaren...

Beim Großen Preis von Brasilien im Jahr 2009 erfüllte sich Jenson Button seinen Lebenstraum: Er war Formel-1-Weltmeister - die höchste Auszeichnung, die er im Motorsport erreichen konnte. Seine Saison mit Brawn GP war jedoch eine Eintagsfliege. Das Team schaffte es nicht, sich finanziell über Wasser zu halten, woraufhin Ross Brawn seinen Rennstall nach dem WM-Gewinn an Mercedes verkaufte.

Kindheitstraum McLaren

Button war seinerseits bereit für eine neue Herausforderung, die optimale Gelegenheit bot sich ihm in Form eines vakanten Cockpits bei McLaren. Das Team aus Woking ließ für die Saison 2010 demnach zwei britische Weltmeister von der Leine und schuf damit eine der stärksten Fahrerpaarungen der Formel-1-Geschichte. "Ich hatte so eine Ahnung, dass ich irgendwo anders hingehen müsste, um meine Karriere wirklich aufblühen zu lassen", erinnert sich Button.

"Ich hatte noch immer den Hunger sowie die Vorfreude, zu einem Team zu wechseln, das in der Vergangenheit so viel erreicht hat; das setzt dich unter Druck, und genau das brauchst du manchmal", meint der heute 33-Jährige. "Bitte nicht falsch verstehen - ich hatte eine wahnsinnig tolle Zeit bei Honda und Brawn, auch weil ich so lange dort war. Aber für McLaren zu fahren, war so eine aufregende Chance, weil die dir einfach immer die Möglichkeit geben, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen."

Noch immer ist Button beeindruckt von jenem Moment, in dem er zum ersten Mal einen Fuß in das McLaren-Technology-Centre im grünen Außenbezirk der britischen Grafschaft Surrey setzte - in der Allgegenwart einer fünf Jahrzehnte währenden Tradition. "Als ich zum ersten Mal eintrat, war ich allein schon vom Gebäude an sich beeindruckt, dann war es natürlich doppelt überwältigend, die Geschichte der ganzen Autos zu sehen, die in der Vergangenheit einmal Weltmeisterschaften gewonnen hatten", erinnert er sich.

Guter Start in eine neue Ära

"Was mich aber wirklich beeindruckte, war das Innere der Fabrik. Mir wurden die Arbeitsplätze der Mechaniker, der Kontrollstand und der Windtunnel gezeigt - das hat meine Vorfreude noch mehr steigen lassen", denkt Button zurück. "Ich hatte gegen Mitte oder Ende der Achtziger angefangen, Rennen zu schauen. Alain Prost und Ayrton Senna sind damals für McLaren gefahren, das war für mich eine tolle Zeit. Ich wollte unbedingt Teil dieser Geschichte werden und mit diesem Team zusammenarbeiten."

Mit der Startnummer 1 gekennzeichnet, die seinen Weltmeisterstatus anzeigte, begann für Button also ein neues Kapitel - als Teamkollege von Lewis Hamilton und in einem silbern-rot glänzenden Boliden mit Mercedes-Power unter der Haube. Der Einstand bei seinem neuen Team hätte nicht besser laufen können: Bereits im zweiten gemeinsamen Rennen in Melbourne timte er seinen Reifenwechsel so optimal, dass er unter wechselhaften Bedingungen seinen ersten Grand-Prix-Sieg für McLaren holen konnte.

Zwei Rennen später in Schanghai wiederholte er diese Leistung und bewies schnell, dass sein WM-Titel mit Brawn GP kein Zufallstreffer war. "Es war für mich und auch für das Team sehr wichtig, im Melbourne zu gewinnen, um zu zeigen, dass ich den Speed und die Selbstsicherheit habe, eigene Entscheidungen zu treffen", hatte der neue McLaren-Star damals betont. "Diese Selbstsicherheit kommt mit der Erfahrung aber auch mit dem Glauben an dich selbst. Sicherlich hatte der Titelgewinn im Vorjahr einen großen Anteil daran, denke ich. Es war ein tolles Rennen, ein toller Sieg, und durch ihn habe ich mich sofort als Teil dieses Teams gefühlt."

Gesamtsieg über Hamilton

Auch wenn sich Button auf das ganze Jahr gesehen seinem Teamkollegen Hamilton geschlagen geben musste (214:240), motivierte ihn das für das kommende Jahr umso mehr: 2011 wurde Button hinter Sebastian Vettel Vizeweltmeister und schlug Hamilton um 43 Punkte. Mit drei Siegen (Kanada, Ungarn, Japan) und neun Podiumsplatzierungen stellte Button seinen Status als Topfahrer einmal mehr unter Beweis. Nie wurde dies deutlicher als in Montreal, wo er vom letzten Platz aus in einer spannenden letzten Runde noch zum Sieg fuhr.

Doch im Jahr des folgenschweren Tsunamis vor der Küste Fukushimas stach für Button der Sieg in Japan heraus - aufgrund seiner japanischen Freundin Jessica Michibata: "Suzuka hat sich einfach anders angefühlt", erinnert er sich, "wegen Jessica und meinen Gefühlen für Japan - ich liebe dieses Land. Nach dem Rennen wurde es sehr emotional, vor allem nachdem ich in den letzten Runden Gefahr lief, ohne Sprit liegenzubleiben und mich gegen Vettel und Alonso wehren musste. Ich denke, was die Emotionen angeht, war das mein größter Sieg - vor all den japanischen Fans."

Buttons gute Form mündete schließlich in einer Vertragsverlängerung bei McLaren, und auch im Jahr 2012 holte er drei weitere Rennsiege (Australien, Belgien, Brasilien). Obwohl Hamilton das teaminterne Duell in diesem Jahr mit zwei Zählern Vorsprung für sich entschied, gewann Button mit Blick auf die drei gemeinsamen Jahre bei McLaren den direkten Vergleich mit 672 zu 657 - gemessen am Potenzial seines Landsmannes eine großartige Leistung.

Der erfahrenste Brite der Formel 1

"Lewis ist der stärkste Teamkollege, den ich jemals hatte", lobte Button in jenem Jahr. "Rubens Barrichello konnte auch manchmal im Qualifying zeigen, dass er auf eine Runde schnell sein kann. Aber Lewis tut das so ziemlich in jedem Qualifying, zudem ist er im Rennen äußerst konkurrenzfähig. Viele Fahrer würden wohl sagen, Lewis sei der schlimmste Teamkollege, den du kriegen kannst, weil er so verdammt schnell ist. Aber ich fand das interessant, es hat mich nach vorn gepusht."

Gegen Ende des Jahres 2013 erreichte Button trotz schwacher Saison einen weiteren Meilenstein, indem er den Rekord von 246 Rennen von David Coulthard einstellte. Seitdem ist er der erfahrenste britische Pilot der 63-jährigen Formel-1-Geschichte. Erst kürzlich fuhr Button im McLaren durch die weihnachtlichen Straßen seiner Heimatstadt Frome - eine melancholische Erinnerung an den Ort, an dem alles begann. Hier packte ein Junge am Weihnachtsmorgen vor 25 Jahren sein erstes Kart aus, das er von seinem Vater geschenkt bekommen hatte. Und so schließt sich der Kreis...

Fotoquelle: McLaren

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