In strategischer Hinsicht gibt es bei einem Formel-1-Rennen viel zu beachten

Formel 1 2013

— 28.12.2013

Strategische Abläufe eines Rennwochenendes

Ferraris Chefstratege Neil Martin gibt Einblicke in die umfangreiche Erstellung einer Rennstrategie sowie Informationen über den Datentransfer preis



Neil Martin ist einer der großen Strategen der Formel 1. Nach etlichen Jahren bei McLaren und Red Bull leitet er seit 2010 die taktischen Geschicke bei Ferrari. Die Strategie an einem Rennwochenende kann am Ende des Tages über Sieg oder Niederlage entscheiden und spielt somit heutzutage in der Königsklasse eine äußerst wichtige Rolle, die auch dementsprechend professionell ausgeübt wird. Um jenen komplexen Prozess verständlicher zu machen, gewährt Martin Einblicke in die strategischen Abläufe während eines Grand Prix.

"Gut eine Woche vor dem Event werden die vorläufigen Analysen mit Blick auf die Strecke und unsere Erwartungen erstellt, daraus resultieren zumeist ein oder zwei Strategiekandidaten", erklärt Martin gegenüber 'gocar.gr'. Nach den ersten Freien Trainingssessions eines Wochenendes werden die gesammelten mit den zuvor erstellten Ideen zusammengeführt. Aus den neuen Informationen (auch über die Konkurrenz) ergeben sich somit erste Strategien für das Qualifying und auch bereits für das Rennen.

"Freitags machen wir viele Simulationen, um zu bestimmen, wie die anderen Teams - gemessen an ihren Stärken - das Rennen vermutlich angehen werden", verrät der Brite, der im Normalfall einzig vor dem Computer in der Heimat sitzt, um alle Daten eines Autos zu verarbeiten. "Am Samstag prüfen wir meistens noch die Daten aus dem dritten Freien Training, zudem geben wir unsere finalen Einschätzungen ab, welche Rundenzeiten für die kleineren Teams wohl die Grenzen zum nächsten Qualifying-Abschnitt markieren."

Nach dem Qualifying und der damit verbundenen Startplatzvergabe für das Rennen geht die Arbeit weiter: "Dann machen wir erneute Simulationen, um unsere Erwartungen zu formulieren und ein Risikoprofil für das Rennen zu erstellen", meint Martin. Dazu gehe er verschiedene Szenarien durch, die etwa das Verkehrsaufkommen zu verschiedenen Zeitpunkten im Rennen vorhersagen sollen. Darüber hinaus gebe es am Samstagabend noch ein Strategie-Meeting mit den Kollegen an der Strecke.

"Beim ersten Meeting am Sonntag stellen wir unsere Pläne und Optionen gemeinsam mit den Fahrern fertig, um sicherzugehen, dass jeder weiß, was wir zu tun haben, und damit alle den möglichen Rennausgang kennen", erklärt der Ferrari-Strategiechef. Doch auch, wenn er die bestmöglichen Voraussagen treffe, komme es immer wieder vor, dass ein Fahrer im Rennen Plätze durch gewisse Parameter verliert, die außerhalb der Kontrolle des Teams liegen.

Die Datenmenge, die an einem Grand-Prix-Wochenende in die Heimat transferiert wird, hänge immer davon ab, wie genau man einen Rennverlauf vorhersagen will. Bei einer oberflächlichen Strategie brauche man demnach nur die eigenen Rundenzeiten und die der Konkurrenz. Ein besserer Job sei da schon mit den einzelnen Sektorenzeiten möglich: "All das entspricht ungefähr einem MB pro Information in einer Runde. Wenn wir nun die Daten unserer eigenen Autos mit einbeziehen, wächst die Datengröße auf nahezu zehn MB pro Auto je Runde an."

Fotoquelle: Ferrari

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