Kein Kiesbett: Ein Merkmal der neuen Tilke-Strecken sind die weitläufigen "Parkplätze"

Formel 1 2013

— 29.12.2013

Webber - Ein Kind der Tilke-Strömung

Mark Webber blickt auf einen stetigen Wandel des Rennkalenders zurück: Viele Strecken kamen und gingen während seiner Karriere - Es blieben die mit Randsteinen



Auf 19 verschiedenen Grand-Prix-Kursen war Mark Webber während seiner letzten Formel-1-Saison 2013 unterwegs. Davon sind ganze sieben Strecken völlig neu geplant worden und zum Rennkalender hinzugekommen, seitdem der 37-Jährige im Jahr 2002 sein Debüt für Minardi gab. Für die meisten dieser neuen Austragungsorte (bis auf Singapur) zeigt sich der deutsche Architekt Hermann Tilke verantwortlich, der der Königsklasse somit in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt hat. Die auffälligsten Merkmale seiner neuen Strecken: Kiesbetten werden mehr und mehr durch große asphaltierte Flächen ersetzt, zudem werden mehr Randsteine als früher verbaut.

Nimmt man den seit 1999 etablierten Sepang International Circuit hinzu (der schon vor Webbers aktiver Zeit debütierte), fuhr die Formel 1 in diesem Jahr zu knapp 37 Prozent auf Tilke-Strecken. Darüber hinaus gastierte die Königklasse zwischen 2005 und 2011 auf dem Istanbul Park Circuit in der Türkei und wird im kommenden Jahr auf der Strecke von Sotschi sowie gegebenenfalls irgendwann auf dem Straßenkurs von New Jersey Station machen, die allesamt ebenfalls aus Tilkes Feder stammen.

Viele Motorsportfans können dieser modernen Entwicklung nicht allzu viel abgewinnen, besonders die weitläufigen "Parkplätze" (Auslaufzonen) direkt neben der Strecke sind vielen ein Dorn im Auge, da sie Fehler verzeihen und dem Sport einen gewissen Reiz nehmen. Auch einige Fahrer - vor allem solche der alten Schule - äußerten sich bereits despektierlich in dieser Richtung. Webber fuhr während seiner zwölf Jahre Formel 1 auf insgesamt 27 verschiedenen Rennstrecken und konnte sich somit eine klare Meinung zur modernen "Tilke-Strömung" bilden.

"Es hat sich entwickelt", stellt der Australier gegenüber 'Peter Windsor' fest. "Man muss nur auf Imola schauen - eine weitere großartige Strecke, auf der man die Kurvenausgänge und Streckenbegrenzungen respektieren musste." Fünfmal bestritt Webber den Großen Preis von San Marino, bevor er 2006 zum vorerst letzten Mal ausgetragen wurde. Im Gegensatz zu manch anderem Kollegen (wie beispielsweise Jenson Button) rückt er jedoch nicht die verschwindenden Kiesbetten in den Fokus, sondern die Randsteine an den Kurveninnenseiten.

"Jetzt bauen sie überall diese Randsteine, die vielleicht gut für Radfahrer oder Motorräder sind. Das ist das einzige Problem. Ich versuche es zu verstehen", meint Webber. "Sie versuchen, Strecken für die Motorrad-Jungs, für die GT-Jungs oder für die Formel-1-Jungs zu bauen. Vorher haben sie die Strecken gebaut, um alle Topklassen des Motorsports zu testen." Ob sich die Formel 1 ihre verbliebenen traditionellen Eisen im Feuer (die übrigens auch immer mehr mit "Parkplätzen" versehen werden) in Zukunft jemals wieder zum Vorbild nehmen wird, ist äußerst fraglich. Schließlich werden gewisse Faktoren wie etwa die Sicherheit immer eine dominante Rolle beim modernen Streckenbau spielen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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