Felipe Massa sitzt nach dem Singapur-Rennen enttäuscht auf seinem Ferrari

Formel 1 2014

— 02.01.2014

Massa noch sauer über Crashgate: "Fernando wusste alles!"

Felipe Massa knabbert immer noch an den Folgen des Crashgate-Skandals von Singapur und glaubt, dass Fernando Alonso vom Plan wusste



Es war wohl das Rennen, das Felipe Massa am Ende den WM-Titel gekostet hat: Singapur 2008. Das Rennen, das mit dem berühmten Crashgate-Skandal in die Geschichte eingegangen ist, nagt immer noch am Brasilianer, der beim damaligen Saisonfinale in Brasilien für wenige Sekunden Weltmeister war und am Ende um einen Punkt gegenüber Lewis Hamilton verlor.

Doch das Saisonfinale, das der Ferrari-Pilot damals gewann, war bei weitem nicht das Schlüsselrennen. In Augen vieler - und auch Massa selbst - war es jener Singapur-Grand-Prix, der das Zünglein an der Waage spielen sollte. Renaults Nelson Piquet jun. fuhr damals absichtlich in die Mauer um seinem Teamkollegen Fernando Alonso zu helfen, der das Rennen am Ende sogar gewann. Massa, der bis zum Zeitpunkt des Unfalls in Führung lag, riss beim folgenden Boxenstopp den Tankschlauch mit und ging im Rennen leer aus. Lewis Hamilton machte damals als Zweiter wichtige Punkte und holte am Ende den Titel.

Bis heute wird bestritten, dass Fernando Alonso - für dessen Chancen die Anweisung an Piquet überhaupt erst gegeben wurde - von dem Vorhaben seines Teams gewusst habe, auch wenn seine Taktik damals mehr als fragwürdig erschien. Doch Felipe Massa glaubt, dass sein ehemaliger Teamkollege nicht das Unschuldslamm ist, als das er immer dargestellt wird. "Er wusste alles", lässt der 32-Jährige verlauten, "aber er würde es mir nie sagen!"

In der kommenden Saison werden die beiden getrennte Wege gehen, da sich Ferrari Kimi Räikkönen ins Boot geholt hat und Massa in Richtung Williams abwandert. Dort trifft er aber ausgerechnet auf eine weitere Schlüsselperson im Crashgate-Skandal. Technikchef Pat Symonds war neben dem damaligen Teamchef Flavio Briatore einer der Drahtzieher der Geschichte und wurde vorrübergehend aus der Formel 1 verbannt.

Mittlerweile darf der Brite aber wieder in der Königsklasse arbeiten und landete im vergangenen Sommer über den Umweg Marussia bei Williams, wo er schon bald die Sache mit Massa ausdiskutieren wird. "Mit Sicherheit werde ich mit ihm darüber reden", bestätigt Massa gegenüber 'Autosport', nimmt seinen neuen Arbeitskollegen aber bereits aus der Schusslinie: "Ich bin mir sicher, dass er bei allem, was passiert ist, nicht die wichtigste Person war. Manchmal bezahlen Leute mehr, als sie müssen", spricht er auf die Verbannung Symonds an.

"Ich weiß, wie das Geschäft Formel 1 funktioniert, aber ich werde definitiv mit ihm sprechen", betont der Brasilianer noch einmal. Denn auch nach mehr als fünf Jahren beschäftigt Massa das Thema immer noch immens. Besonders die Tatsache, dass man den Grand Prix trotz der zugegebenen Manipulation wertet, stößt ihm sauer auf. "Wenn man so etwas sieht, ist das wirklich frustrierend. Das ist nicht Teil des Rennsports, das ist nicht Teil der Regeln", schüttelt der Williams-Pilot mit dem Kopf.

Er kann einfach nicht glauben, dass der Weltverband einen so offensichtlichen Eingriff in die Weltmeisterschaft tatenlos hingenommen hat: "Sie hätten das Rennen streichen müssen, weil der Ausgang komplett anders gewesen ist (als er hätte sein sollen; Anm. d. Red.)", so Massa. "Aber wir wissen, wie politisch unsere Welt ist. Manchmal passieren Dinge, die nicht richtig sind."

Fotoquelle: xpb.cc

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