Noch ist unklar, wann Michael Schumacher aus dem künstlichen Koma erwacht

Formel 1 2014

— 09.01.2014

Schumacher: Wie lange liegt er noch im künstlichen Koma?

Die Ärzte warten weiter auf ein Nachlassen des Hirndrucks und der Schwellungen - In welchem Zustand befindet sich Schumacher, wenn er aus dem Koma erwacht?



Formel-1-Legende Michael Schumacher liegt seit knapp zwei Wochen in der Uniklinik im französischen Grenoble. Der Zustand des siebenfachen Weltmeisters muss weiterhin als kritisch bezeichnet werden, auch wenn sich die Lage seit der Einlieferung etwas stabilisiert hat. Es dringen nur wenige Informationen an die Öffentlichkeit. Managerin Sabine Kehm betont immer wieder, es würde erst dann etwas Neues gesagt, wenn es auch tatsächlich Neuigkeiten zu berichten gibt.

Schumacher hat sich beim Aufprall lebensgefährliche Verletzungen am Gehirn zugezogen. Die behandelnden Ärzte haben den Rekordweltmeister ins künstliche Koma versetzt, um dem Gehirn die Chance zu geben, sich vom Aufprall zu erholen. Sobald Hirndruck und Schwellungen nachlassen, kann über eine schrittweise Absetzung der Medikamente nachgedacht werden. Doch wie lange liegt Schumacher noch im Koma?

"Das machen die behandelnden Ärzte an der Situation des Gehirns fest", erklärt Professor Bernhard Meyer, der Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik der TU München, im Gespräch mit dem Onlineportals des 'Focus'. "Wenn sie das Gefühl bekommen, dass sie es sich leisten können, ihn aus dem Koma zu holen, ohne, dass der Hirndruck steigt, werden sie das tun. Dafür wird der Hirndruck kontinuierlich gemessen, auch um zu sehen, ob die Maßnahmen effektiv sind."

"Dann würde man die Narkosemittel langsam zurückfahren und sehen, ob der Druck unten bleibt. Wenn ja, beenden sie die Narkose. Wenn der Druck aber wieder steigt, fahren sie die Narkose wieder zurück", ergänzt Meyer. Mit einer Prognose, in welchem Zustand sich Schumacher befinden wird, sobald er aus dem künstlichen Koma erwacht, tun sich Experten momentan sehr schwer.

"Solche Fälle sind sehr individuell. Die Bandbreite ist sehr weit gefächert", analysiert Meyer, der sich anhand der bisherigen Informationen viele denkbare Szenarien vorstellen kann: "Von der Möglichkeit, dass wir ihn zum Jahresende wieder im TV sehen und er wirkt als wäre nie etwas gewesen - bis hin zu massiver und schwerster Behinderung. Wohin es tendiert, kann man frühestens nach sechs Wochen vermuten."

Eins steht aber fest: Schumacher gilt als großer Kämpfer. Der Wille des Ausnahmekönners und die geistige und körperliche Fitness könnten auch bei einer langwierigen Rehabilitation hilfreich sein. "Es ist genauso gut möglich, dass Hirnverletzte relativ rasch erwachen und sich durch eine intensive Reha wieder weitgehend erholen", macht Andreas Zeiger, der Leiter der Neurologischen Frührehabilitation des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, im Gespräch mit dem 'Focus' Mut.

"Schumachers bisheriges Training dürfte ihm helfen, Bewegung, Kommunikation, Essen und Trinken neu zu erlernen, sollte dies nötig werden", bemerkt Zeiger und lässt die Fans des Deutschen hoffen: "Auch nach schwerster Hirnverletzung besteht die Hoffnung, trotz bleibender Beeinträchtigungen wieder am Leben teilhaben zu können."

Fotoquelle: xpbimages.com

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