Gerhard Berger wünscht sich eindeutige Entscheidungen von Ecclestone und Todt

Formel 1 2014

— 11.01.2014

Berger: Diktatorische Entscheidungen notwendig

Ex-Fahrer Gerhard Berger fordert klarere Ansagen von oben, um den Weg für Reformen freizumachen - 2014 räumt er Red Bull die besten Chancen ein



Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger glaubt, dass die Königsklasse in Zukunft wieder direktere Entscheidungsmechanismen braucht. In den Augen des 54-Jährigen stellt sich die Formel 1 selbst Hindernisse in den Weg, die mögliche Veränderungen verhindern oder zumindest erschweren: "Das Problem ist, dass Reformen in der Formel 1 schwierig sind; weil keiner freie Hand hat, etwas zu entscheiden", meint der Österreicher gegenüber 'auto motor und sport': "Viele Köche verderben den Brei."

Vielmehr brauche es klare Anweisungen von oberster Stelle, nach denen sich jeder zu richten hat: "Es ist notwendig, dass Jean Todt (FIA-Präsident; Anm. d. Red.) und Bernie Ecclestone (Formel-1-Boss; Anm. d. Red.) eine Einheit bilden und diktatorisch alles umsetzen, was nötig ist. So war es früher. Schwer einzuschätzen, ob das heute noch möglich ist."

Als aktuelles Beispiel dient hier etwa die Reifendiskussion 2013: Dadurch, dass viele Entscheidungen innerhalb der Formel 1 einstimmig von allen Teams angenommen werden müssen, war während der ersten Saisonhälfte eine langwierige Debatte über die Gummis von Pirelli ausgebrochen. Erst nach diversen Pneuplatzern konnte eine Veränderung der Reifenkonstruktion der Sicherheit wegen gerechtfertigt werden.

Nichtsdestotrotz werden für die kommende Saison gewaltige Änderungen vom Reglement gefordert. Eine Herausforderung, der sich alle Teams bereits seit vielen Monaten stellen. Berger glaubt, dass am Ende erneut ein alter Hase die Nase vorn haben könnte: Red-Bull-Technikchef Adrian Newey. "Adrian ist so lange dabei, dass er auch die Turbo-Zeit und ihre Anforderungen kennt. Beim Einsatz von KERS, wie man die elektrische Leistung für was einsetzt, wird es viel Gehirnschmalz brauchen. Das hat Newey auch", so der zehnfache Grand-Prix-Sieger.

Allerdings wird es gerade zu Saisonbeginn auch auf die Motoren ankommen, die nicht in Neweys Händen liegen: "Red Bull ist auch von Renault abhängig. Die Standfestigkeit wird in der ersten Saisonhälfte eine wichtige Rolle spielen, die Temperaturen auch. Da kennen wir Neweys extreme Ansätze", gibt Berger zu bedenken. "Da sind die Techniker sehr gefordert, aber Red Bull ist da am besten aufgestellt. Und Renault hat viel Turbo-Erfahrung. Deshalb sind sie für mich wieder die Nummer-eins-Kandidaten auf den Titel."

Von einer anderen Regeländerung, die kürzlich bekanntgegeben wurde, hält Berger nicht viel: Beim Saisonfinale in Abu Dhabi werden doppelte Punkte vergeben, um die Spannung möglichst bis zum Ende hochzuhalten. "Ich erspare mir jeglichen Kommentar", nimmt sich der ehemalige Ferrari-Pilot vor, lässt sich dann aber doch zu einem "Das ist alles ein Blödsinn" hinreißen.

Fotoquelle: xpb.cc

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