Bernie Ecclestone wirkt trotz allen juristischen Ärgers immer noch gelassen

Formel 1 2014

— 16.01.2014

München: Ecclestone-Prozess noch nicht terminiert

Britische Medien berichten von einem Prozessauftakt in München am 23. April - Tatsache: Entscheidung über Prozesseröffnung noch gar nicht gefallen



Formel-1-Boss Bernie Eccelstone steht vor ungemütlichen Zeiten. In London wird in Kürze ein Urteil im Streit um eine Schadenersatzforderung der Constantin Medien in Höhe von rund 100 Millionen Euro verkündet, in der Schweiz sieht sich der Brite einem Verfahren ausgesetzt und in München soll ihm wegen der angeblichen Bestechung des früheren BayernLB-Managers Gerhard Gribkowsky offenbar der Prozess gemacht werden.

Britische Medien berichten am heutigen Donnerstag übereinstimmend, dass das Oberlandesgericht in München den Prozessauftakt auf den 23. April gelegt habe. Somit stünde fest, dass der Formel-1-Boss mit Beginn der Europasaison der Königsklasse häufiger in der bayerischen Landeshauptstadt erscheinen müsste. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' sind die Berichte aus Großbritannien jedoch falsch. Es gibt noch keinen Termin für einen etwaigen Ecclestone-Prozess in München.

Die nötige Zulassung der Anklage liege ebenso nicht vor wie ein Eröffnungserlass, den das Gericht erteilen müsste, heißt es auf Nachfrage vom Oberlandesgericht in München. Diese Formalitäten könnten zwar innerhalb der kommenden Tage erledigt werden, aber für einen Prozessbeginn im April sei dies womöglich zu spät. Es gelte für die Vorladung von Zeugen zwar nur eine Frist von zehn Tagen, aber bei einem Prozess solchen Ausmaßes müsse man mit einer erheblich längeren Vorlaufzeit rechnen.

"Ich bin sicher, dass es zu einem Prozess kommt. Schließlich bin ich ja schon angeklagt worden. Es geht jetzt um den Termin", sagt Ecclestone im gemeinsamen Interview von 'Handelsblatt' und 'Wirtschaftswoche'. Er werde im Falle des Falles persönlich in München erscheinen. "Ich muss wohl - vermutlich habe ich da gar keine Wahl. Übrigens: Ich mag München, eine schöne Stadt", scherzt der Brite, der sein Amt nicht einmal während des Prozesses ruhen lassen möchte.

Ecclestone: "Habe nichts Falsches getan"

"Es ist wirklich verfrüht, darüber nachzudenken", sagt er. "Beim Constantin-Prozess war ich während meiner Zeugenaussage rund vier Tage nicht im Büro, aber selbst da konnte ich am späten Nachmittag und Abend noch arbeiten." Ecclestone stellt sich den juristischen Verfahren. Möglichkeiten für eine außergerichtliche Einigung im Constantin-Prozess in London nutzte er bewusst nicht.

Es wäre "sehr leicht" gewesen, den Constantin-Fall "mit Geld außergerichtlich beizulegen. Aber ich werde auch kein Geld bezahlen, um einen Prozess mit der BayernLB zu verhindern. Sich außergerichtlich zu einigen wäre falsch, weil ich nichts Falsches getan habe. Mir geht es darum, meine Unschuld zu beweisen", so der Formel-1-Promoter, "deshalb werde ich im Falle eines Bestechungsprozesses auch nach München kommen."

Ecclestone wird vorgeworfen, den ehemaligen Risikovorstand der BayernLB mit 44 Millionen US-Dollar bestochen zu haben, damit Gribkowsky einen Verkauf von Anteilen an den heutigen Eigner CVC befürwortet. Der 83-jährige Brite stellt den Fall anders dar. Er habe Gribkowsky das Geld gezahlt, damit dieser nicht - wie angeblich angedroht - den britischen Steuerbehörden interessante Details über Ecclestones Firmenkonstrukt zuspielt.

"Ich habe ihn bezahlt, um zu verhindern, dass er die britischen Steuerbehörden kontaktiert, wie er es gesagt hatte, denn das hätte uns eine Menge Probleme beschert. Aber eigentlich wäre es besser gewesen, ihm kein Geld zu geben", sagt Ecclestone rückblickend. "Ich wünsche mir heute jedenfalls, dass er mich richtig bedroht hätte: Dass er gesagt hätte, wenn du das und das nicht tust, werde ich meinerseits jenes tun."

Fotoquelle: xpbimages.com

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