Bernie Ecclestone fühlt sich durch die erste Testwoche bestätigt

Formel 1 2014

— 31.01.2014

Ecclestone: "Racer" Vettel von neuer Turbo-Formel enttäuscht

Bernie Ecclestone macht weiter Stimmung gegen die Turbo-Formel, outet Vettel als Gegner der neuen Motoren und erklärt, was das einzig Positive an der Umstellung ist



Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wurde nie müde zu betonen, dass er kein Fan der neuen V6-Turbo-Formel ist. Seine Hauptargumente: Die Aggregate sind teuer und schaden der Formel 1, da der mäßige Motorenlärm für viele Zuschauer den Reiz vom Grand-Prix-Sport nimmt, was sich in sinkenden Besucherzahlen niederschlagen könnte. Die Warnungen des 83-Jährigen wurden von vielen nicht ernst genommen, die Automobil-Hersteller Renault und Mercedes sowie die FIA ergriffen Stellung für die Änderungen, die dadurch nicht mehr aufzuhalten waren.

Nach der ersten Testwoche kehrt nun langsam Ernüchterung ein: Die Antriebseinheiten sind deutlich leiser und klingen unspektakulärer als ihre V8-Vorgänger, zudem sind die Zuverlässigkeitsprobleme bislang vor allem bei Befürworter Renault enorm. Und Ecclestone fühlt sich bestätigt. "Ich hasse es, zu sagen, dass ich es immer gesagt habe", sagt er gegenüber 'Reuters. "Es enttäuscht mich aber nun, dass das passiert ist, was ich immer gesagt habe." Und zwar, dass die neue Motorenformel ein "absolut unnötiger Schwachsinn" sei.

Perfektes Produkt zerstört?

Mit den neuen "grünen" Motoren, die kleiner sind, um ein Drittel weniger Sprit verbrauchen und durch leistungsstarke Energie-Rückgewinnungssysteme unterstützt werden, wollte die FIA eigentlich neue Automobil-Hersteller in die Formel 1 locken - abgesehen vom Honda-Konzern, der 2015 einsteigt, war die Resonanz aber gering.

Ecclestone kritisiert, dass man durch die Änderungen ein funktionierendes Produkt verschlechtert habe: "Wir hatten einen Motor, der perfekt war. Alle mochten den Lärm, er war zuverlässig, hat niemandem Probleme bereitet und war viel billiger als das, was sie derzeit verwenden müssen. Die Leute mochten die Aufregung, für die der Lärm früher gesorgt hat. Das ist jetzt alles weg, denke ich."

Ecclestone: Auch Vettel ein Turbo-Gegner

In der ersten Testwoche in Jerez hatte vor allem das Weltmeister-Team Red Bull große Probleme mit der neuen Technik - der Renault-Antrieb hat noch Kinderkrankheit, zudem leidet die Truppe von Sebastian Vettel an Kühlungsproblemen. Ecclestone ist davon überzeugt, dass auch der 26-Jährige kein Fan der neuen Formel 1 ist: "Ich weiß, dass er enttäuscht ist, denn er ist ein Racer. Und er will rennfahren."

Durch den begrenzten Verbrauch müssen die Piloten nun allerdings auch mit dem Sprit haushalten, wodurch die Rennen noch taktischer werden als in der Vergangenheit. "Es macht mich betroffen, denn die Vorjahres-WM war - abgesehen natürlich von Sebastians Soloflucht - immer noch eine sehr gute Meisterschaft. Und ich bin mir sicher, dass es dieses Jahr sogar noch besser geworden wäre, hätten wir alles so belassen."

Ecclestone kann den Änderungen aber immerhin auch etwas Positives abgewinnen: "Ich hoffe, dass Melbourne wie ein Regenrennen wird, und wir nicht wissen, wer gewinnen wird. Das ist das einzig Gute. Ich denke, die Autos werden unzuverlässig sein. Man wird also nicht zu einem Rennen fahren und sagen: Mein Gott, dieser Junge wird locker gewinnen. Denn man weiß es nicht. Und selbst, wenn jemand das Rennen anführt, kann niemand garantieren, dass er weiterfahren wird. Wir versuchen einfach, es positiv zu sehen. Und auf gewisse Weise ist alles, was nicht so ganz berechenbar ist, eine gute Sache."

Fotoquelle: xpbimages.com

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