Da war die Welt noch in Ordnung: Vettel und Ricciardo präsentieren den neuen RB10

Formel 1 2014

— 04.02.2014

Massa schielt zu Red Bull: "Ich wäre beunruhigt"

Für Red Bull sieht es derzeit nicht allzu rosig aus, das betrifft auch Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo - Besonders der Neuling könnte langsam unruhig werden



Red Bull war ohne jeden Zweifel der große Verlierer der viertägigen Testfahrten von Jerez. Nach gerade einmal 21 Runden und keiner einzigen halbwegs konkurrenzfähigen Zeit musste das Weltmeisterteam feststellen, dass man sich offenbar verzockt hat. Früher als geplant reiste deshalb unter anderem Chefdesigner Adrian Newey aus Spanien ab, um sich an sein Zeichenbrett in Milton Keynes zu setzen - womöglich hat das Ausnahmetalent die Grenzen diesmal überreizt. Die Konkurrenz scheint den Moment zwar ein wenig auszukosten, will Red Bull aber noch längst nicht abschreiben.

"Ich wäre beunruhigt", gibt Williams-Pilot Felipe Massa zu, wenn er sich vorstellt, in den Schuhen von Sebastian Vettel oder Daniel Ricciardo zu stecken. "Zumindest haben sie diesmal ein paar Probleme und sind nicht wieder zwei Sekunden schneller als der Rest, wie sie es im vergangenen Jahr zeitweise waren", stellt der Brasilianer gegenüber 'Totalrace' fest. Massa selbst hat gut reden, schloss er die Testtage in Jerez doch als Zweitschnellster ab.

Sein ehemaliger Ferrari-Teamkollege Fernando Alonso sieht die Situation etwas entspannter: "Wäre das alles in Australien passiert, wäre es schon fataler. Aber bis dahin ist immer noch sehr viel Zeit, in der Red Bull die gleichen Kilometerzahlen wie wir oder Mercedes absolvieren kann", räumt der Spanier gegenüber 'La Gazzetta dello Sport' ein. "Ich denke, wir müssen in diesem Jahr mehr als je zuvor die Rennen abwarten, um beurteilen zu können, wo jeder steht. Die Punkte liegen in Australien, das hier war nur ein Test."

Vettel kann entspannter sein

Ex-Formel-1-Fahrer Allan McNish ist der Meinung, dass zumindest Sebastian Vettel sich von den Problemen in Jerez nicht allzu verrückt machen lässt: "Ich glaube nicht, dass er sich große Sorgen macht. Vettel hat die letzten vier WM-Titel gewonnen - er hat sowohl von vorne als auch von hinten gewonnen. Er weiß, worum es geht und kann es sich erlauben, nicht allzu ängstlich zu sein", meint der Brite in seiner 'BBC'-Kolumne.

Jedoch vermutet McNish, dass Red-Bull-Neuling Ricciardo womöglich schon etwas mulmiger zumute sein könnte, und stimmt Massa somit zu: "Er wird es sicher kaum erwarten können, endlich ins Auto zu steigen und Streckenzeit zu bekommen. Das ist jetzt nach dem Aufstieg von Toro Rosso seine große Chance; je mehr Runden er absolviert, desto besser - gerade mit Blick auf seinen ersten Grand Prix in seiner Heimat Australien. Er wird also derjenige sein, dessen Herz vielleicht ein bisschen schneller schlägt."

Besonders rosig sieht McNish die aktuelle Situation der Bullen nicht: "Sie haben bereits ein Drittel ihrer möglichen Testzeit verloren und haben ohne jeden Zweifel schon jetzt einen signifikanten Nachteil gegenüber ihren Rivalen." Selbst, wenn Red Bull seine Probleme bis zum Bahrain-Test in den Griff bekäme, würde das Team seinen Rückstand durch die ersten Rennen hindurch mit in die Saison hineinnehmen. "Sie liegen zurück, das steht außer Frage, aber ich würde auch nicht darauf wetten, dass sie das nicht hinbekommen. Die Frage wird nur sein, wann."

Vertrauen in Renault

Auch Motorenlieferant Renault schreibt McNish noch nicht ab: "2003 war ich Ersatzfahrer bei Renault, da hatten wir vor der Saison ähnliche Probleme mit der Zuverlässigkeit", erinnert er sich. "Die Motoren gingen nach 200 km immer kaputt. Dann ging es zum ersten Rennen, und sie waren plötzlich zuverlässig. Renault hatte das Problem vom einen auf den anderen Tag effektiv gelöst. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein ähnliches Problem war. Sobald es 'Klick' macht, wird alles gut werden."

Jean-Eric Vergne, der mit Toro Rosso ebenfalls vom Renault-Dilemma betroffen ist, will die Flinte auch noch nicht ins Korn werfen: "Als ich in Jerez ankam, hatte ich ja erwartet, dass es vielleicht ein paar Probleme geben würde", die neuen Regeln der Saison 2014 seien aber eine Revolution, so der Franzose gegenüber 'RMC'. "So etwas hat die moderne Formel 1 noch nicht erlebt, glaube ich." Dennoch vertraue er dem neuen Partner: "Die haben sämtliche Meistertitel in den vergangenen Jahren gewonnen, deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir letztlich einen guten Antriebsstrang haben werden."

Fotoquelle: xpbimages.com

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