Grünes Licht für Force India: Robert Fernley zeigt sich zufrieden mit den Fortschritten

Formel 1 2014

— 05.02.2014

Nach Fünfjahres-Plan: Mehr Eigenständigkeit für Force India

Der stellvertretende Force-India-Teamchef Robert Fernley gibt mehr Verantwortung an die einzelnen Abteilungen ab und will den Rennstall weiter voranbringen



Das Etappenziel ist erreicht. Und so kann Robert Fernley sein eigenes Arbeitspensum ein bisschen reduzieren. Denn gemeinsam mit Teamgründer Vijay Mallya hatte der stellvertretende Teamchef 2008 einen Fünfjahres-Plan für Force India aufgestellt, den er an der Schwelle zur Saison 2014 als erfüllt ansieht. Es ist schließlich gelungen, das indisch-britische Team im vorderen Mittelfeld zu etablieren.

Genau das, so Fernley im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com', hatten Mallya und er im Sinn gehabt. "Es ging darum, Force India sowohl bei der reinen Rennoperation als auch kommerziell besser aufzustellen und auch unsere einzelnen Abteilungen zu optimieren. Um die Grundlage für den nächsten Schritt zu schaffen, der uns hoffentlich zum Topteam aufsteigen lässt", erklärt Fernley.

Eben diese Grundlage sei nun vorhanden. "Otmar (Szafnauer, Betriebsdirektor) und Andrew Green (Technischer Direktor; Anm. d. Red.) leisten klasse Arbeit", meint Fernley. "Sie übernehmen nun auch die Verantwortungen dafür. Steve Curnow wurde als neuer kommerzieller Direktor engagiert und übernimmt seinerseits die Verantwortung für seinen Bereich." Und Fernley selbst? Er gibt Aufgaben ab.

Mallya bleibt Teamchef und oberste Leitfigur

"Wir arbeiten weiterhin gemeinsam am Tagesgeschäft, wobei ich allerdings weniger selbst mache", so der stellvertretende Teamchef von Force India. Gleich geblieben ist indes, dass Teamgründer und Teamchef Mallya die Oberaufsicht führt. "Bei ihm laufen auch weiterhin die Fäden zusammen", sagt Fernley. "Vijay hat die Kontrolle über das Team. Er ist die Person, auf die sich das gesamte Team konzentriert."

Ein Team, das nun mehr und mehr selbstständig arbeitet, wie Fernley hinzufügt. "Qualität war schon immer vorhanden bei diesem Rennstall. Es hat nur einfach eine gewisse Richtungsvorgabe gebraucht, entsprechende Unterstützung und natürlich eine Finanzierung. Das hat Vijay alles zur Verfügung gestellt." Er selbst, Fernley, habe lediglich als Schnittstelle zwischen Mallya und dem Team agiert.

Mit Erfolg, wie die Ergebnisse der vergangenen Saisons zeigen. Auch die Partnerschaft mit McLaren half Force India weiter, meint Fernley. "Als wir den Deal gemacht haben, hatten Vijay und ich erkannt, dass das Team erst einmal in einen Art Überlebens-Modus eingehen musste. Es war zuvor einfach nicht gut genug finanziert worden. Es ging anfangs also noch nicht in erster Linie darum, uns auf der Strecke zu verbessern."

Von McLaren gelernt und profitiert

"Wir haben mit der McLaren-Partnerschaft versucht, dem Team aufzuzeigen, wie ein Rennteam zu operieren hat, was für Ausrüstungen und Anlagen es braucht", erklärt der Brite. "Entsprechend haben wir uns dann aufgestellt. Nicht in dem Maße, wie es bei McLaren der Fall ist, aber eben im Rahmen der Möglichkeiten von Force India." Und diese Aufbau-Arbeit ist offenbar noch nicht abgeschlossen.

Dafür stehen diverse Szenarien im Raum, sagt Fernley. "Es gibt Pläne, die sich Vijay und die anderen Teilhaber anschauen können. Wir müssen aber erst wissen, was die FIA mit der Kostenreduzierung und mit den Regeln vorhat. Denn das hat einen direkten Einfluss auf unser Engagement. Wir haben mehrere Optionen. Es wurden auch schon verschiedene Möglichkeiten vorgestellt. Es dauert aber noch."

Gleiches gilt für die Arbeit am teameigenen Simulator, wobei Force India laut Fernley "gute Fortschritte" gelingen. "Wir sind da noch nicht auf dem Niveau von McLaren, aber wir kommen dahin", meint er. Auch das Team selbst habe man mit neuen Angestellten verstärkt. "Wir hatten ein paar Abgänge zu verzeichnen, die haben wir mit einigen Neueinstellungen mehr als ausgeglichen."

Wie stellt sich die Formel 1 künftig auf?

Und so wähnt sich Force India, das Team von Nico Hülkenberg, vor der Saison 2014 in einer guten Position. Das Budget für das Rennjahr stehe, so Fernley. Sorgen bereite dem Team jedoch, dass die finanzielle Belastung aufgrund der neuen Regeln wesentlich steige. "Das ist aber ein Thema, das der gesamten Formel 1 Sorgen bereitet - nicht nur einem einzelnen Rennstall", hält der stellvertretende Teamchef fest.

"Wir dürfen uns auf jeden Fall glücklich schätzen, Vijay (42,5 Prozent), die Sahara-Gruppe (42,5 Prozent) und die Mol-Familie (15 Prozent der Teamanteile; Anm. d. Red.) als unsere Teilhaber und Sponsoren an Bord zu haben", sagt Fernley, der sich nun noch positive Fortschritte beim Gestalten der Formel-1-Zukunft wünscht. Das jüngste Treffen der Strategischen Arbeitsgruppe in Genf sei "sehr konstruktiv" verlaufen, meint er. "Es liegt eine klare Richtung vor. Und die Teams sind sich da einig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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