Räikkönen vs. Alonso: Wer behält im Teamduell bei Ferrari die Oberhand?

Formel 1 2014

— 14.02.2014

Alonso oder Räikkönen? Villeneuve setzt auf Finnland

Jacques Villeneuve hält es für möglich, dass Kimi Räikkönen Fernando Alonso bei Ferrari den Rang ablaufen kann - Spielte das Team in Jerez mit verdeckten Karten?



Das team-interne Duell bei Ferrari ist in der Formel-1-Saison 2014 wohl das Spannendste, denn mit Fernando Alonso und Kimi Räikkönen treffen bei den Italienern zwei frühere Weltmeister aufeinander. Nachdem der Spanier in den vergangenen Jahren mit Felipe Massa einen Adjutanten hatte, der ihm sportlich in den meisten Fällen nicht gefährlich werden konnte, wird sich Räikkönen wohl kaum in den Dienst seines Teamkollegen stellen.

Jacques Villeneuve geht sogar davon aus, dass der Finne im Teamduell die Nase vorne haben könnte - auch wegen der Regeländerungen. "Die neuen Regeln, durch die die Fahrer nicht mehr ständig am Limit fahren müssen und es somit körperlich weniger anstrengend ist, könnten Kimi entgegenkommen", macht der Kanadier Räikkönen, der im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht gerade als Fitness-Freak gilt, gegenüber 'Sky Sports News' ein wenig schmeichelhaftes Kompliment.

Der Blick auf die Zeiten des ersten Tests in Jerez könnten darauf hindeuten, dass Villeneuve mit seiner Einschätzung richtig liegt. Dort war Räikkönen rund sieben Zehntelsekunden schneller als Alonso. Allerdings habe Ferrari beim Jerez-Test ohnehin mit verdeckten Karten gespielt. Das berichtet 'auto, motor und sport'. Nach Informationen des Fachmagazins sei Ferrari dort nicht mit voller Leistung gefahren, was sich auch an der im Vergleich zu Mercedes um rund 18 km/h geringeren Höchstgeschwindigkeit zeige.

Sportliche Leistungen sind die eine Sache, in einem Team wie Ferrari, in dem die Beziehung zwischen der Mannschaft und den Piloten familiärer als bei vielen anderen Rennställen ist, spielt jedoch auch die menschliche Komponente eine wichtige Rolle. Hier sieht Villeneuve im Fall von Alonso Risse in der vormals makellosen Fassade. "Alonso war im vergangenen Jahr nicht mehr der Liebling von Ferrari, die Stimmung war nicht mehr gut. Es gab interne Reibereien, und deshalb haben sie Kimi geholt", sagt der Kanadier.

Der Spanier hatte nach den schwachen Leistungen in der vergangenen Saison Kritik am Team geäußert, was vor allem bei Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gar nicht gut angekommen war. Nicht wenige stimmen daher mit Villeneuve überein und sehen die Verpflichtung Räikkönens als eine Art erzieherische Maßnahme, die Alonso zeigen soll, wer bei Ferrari das Sagen hat.

Villeneuve erinnert in diesem Zusammenhang allerdings daran, dass auch Räikkönens erste Zeit bei Ferrari Ende 2009 nicht im Guten endete. Damals kaufte das Team den Finnen aus seinem Vertrag heraus, um Alonso zu holen. Allerdings sei Ferrari generell für die Fahrer ein schwieriges Team. "Es ist sehr politisch, es gibt vielfältige Anforderungen und wenn es nicht nach Plan läuft, ist es nur schwer zu ertragen", sagt Villeneuve.

Fotoquelle: xpbimages.com

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