Von außen betrachtet befindet sich Red Bull mit dem RB10 weiter in Schieflage

Formel 1 2014

— 19.02.2014

Red Bull kommt mit ganz langsamen Schritten voran

Sebastian Vettels 14 Runden veranlassen das Weltmeisterteam nicht zu Luftsprüngen, einen Anfang sieht man aber gemacht - auch bei Renault



Fünf Stunden später als geplant griff Sebastian Vettel am Mittwoch ins Bahrain-Testgeschehen ein. Grund für die Verzögerung war wieder einmal die streikende Technik im Red Bull RB10 mit Renault-Antriebsstrang im Heck. Doch auch, als Vettel einmal auf der Strecke war, blieb die Freude über das Fahren von kurzer Dauer. Nach gerade einmal 14 Runden musste der Champion seinen neuen Boliden mit einem Brand im Heckbereich, der von der Bremsanlage herrührte, abstellen - Feierabend.

"Wir sind natürlich nicht glücklich damit, wo wir im Moment stehen. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", sagt Vettel und versucht, die positiven Aspekte herauszustellen: "Das erste Gefühl ist okay." Viel mehr kann der Titelverteidiger aber nicht berichten. "Wir brauchen natürlich noch mehr Kilometer, um das Auto, seine Zuverlässigkeit und seine generelle Performance einschätzen zu können", so Vettel.

Das Problem bei Red Bull: Sobald man ein Problem beseitigt, tritt ein neues in Erscheinung. "Ich denke, es ist schon einiges passiert seit dem Test in Jerez, aber klar: Man beseitigt das eine Problem und ruck-zuck gibt es ein neues. Das ist eben so", deutet Vettel an, dass die Temperatursorgen aus Jerez inzwischen nicht mehr die größte Sorge sind.

14 Runden besser als nichts...

Renningenieurs-Koordinator Andy Damerum bestätigt dies, indem er sagt: "Wir wurden von einem mechanischen Problem gestoppt, das mit den Problemen aus Jerez nicht in Verbindung steht. Es sind nun mal Testfahrten. Da müssen sämtliche Probleme aussortiert werden. Wir tun alles, um diese Probleme zu lösen und brennen darauf, morgen wieder auf die Strecke zu gehen."

Insgesamt seien es für Red Bull "zwei sehr lange Wochen in der Fabrik" gewesen, wie Damerum herausstellt. "Auch wenn es auf dem Papier vielleicht nicht danach aussieht, aber seit Jerez sind wir ein gutes Stück vorangekommen. Wir müssen natürlich aufholen. Für uns war das hier im Grunde der erste Test. Wir schickten das Auto für eine Runde auf die Strecke, anschließend für zwei Runden, um so Stück für Stück darauf aufbauen zu können. Unter diesem Aspekt betrachtet waren die zurückgelegten Runden sehr wichtig", erklärt Damerum.

Von gelöster Stimmung kann im Lager des Weltmeisterteams aber keine Rede sein. "Es läuft noch nicht rund, aber es ist einfach unheimlich komplex und wir tun uns schwer, alles genau zu verstehen", sagt Vettel. "Ich denke, das braucht einfach Zeit. Wenn man einmal irgendwas am Auto erledigen muss, dauert es eben extrem lange. Das macht es so schwierig", weiß der Weltmeister und merkt an: "Ich denke, wir verstehen die Probleme, aber es ist nicht einfach, eine schnelle Lösung zu finden."

Zuversicht bei Renault

Dass das sogenannte "Packaging" in diesem Jahr eine große Herausforderung werden würde, sei den Technikern bei Red Bull schon im Vorfeld klar gewesen, wie Vettel betont: "Wir wussten, dass es schwierig werden würde, aber natürlich hätten wir nicht mit einem solchen Start ins Testprogramm gerechnet. Doch so ist es nun mal. Wir arbeiten rund um die Uhr, um besser zu werden." In diesem Zusammenhang nimmt der amtierende Weltmeister sowohl die Fahrzeugabteilung als auch die Motorenabteilung in die Pflicht: "Ich glaube, es gibt sowohl auf Seiten von Red Bull als auch auf Seiten von Renault noch einiges zu tun."

Renault-Motorenchef Remi Taffin glaubt, dass man bereits über den Berg ist. "Heute können wir klar festhalten, dass wir mit unserer Antriebseinheit so fahren konnten wie es vorgesehen war. Das ist nach wie vor nicht der Level, auf dem wir uns bewegen wollen, aber immerhin haben wir jetzt mal eine Basis, auf der wir aufbauen können", meint der Franzose.

Das weitere Vorgehen stellt man sich bei Renault wie folgt vor. "Ab morgen werden wir Upgrades testen. Das wird bis zum Ende der kommenden Woche so weitergehen", kündigt Taffin an und fasst nach dem ersten Tag, an dem Red Bull mit Vettel 14 Runden, Lotus mit Romain Grosjean acht Runden, Toro Rosso mit Daniil Kwjat ganze fünf Runden, Caterham mit Robin Frijns aber immerhin 68 Runden schaffte, zusammen: "Wir sind zufrieden, aber natürlich gab es auch Probleme." Fortsetzung folgt am Donnerstag...

Fotoquelle: xpbimages.com

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