Bernie Ecclestone will den Vorwurf der Bestechung nicht auf sich sitzen lassen

Formel 1 2014

— 20.02.2014

Constantin-Urteil: Ecclestone setzt sich gegen Richter zur Wehr

Richter Guy Newey bezichtigt Bernie Ecclestone in seinem Urteil der Bestechung - Wie sich der Formel-1-Boss dagegen wehrt und welche Erklärung er dafür hat



Auch wenn Bernie Ecclestone den Constantin-Prozess gewonnen hat, birgt das Urteil für ihn viel Zündstoff: Laut dem Londoner Höchstgericht hat der Formel-1-Boss mit dem ehemaligen Risikovorstand der Bayern-Landesbank Gerhard Gribkowsky einen Beamten bestochen. Kommt das Münchner Landgericht beim im April beginnenden Strafprozess gegen den 83-Jährigen ebenfalls zu diesem Urteil, dann drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Zudem stellte Richter Guy Newey die Integrität Ecclestones in Frage. "Für mich ist es unmöglich, ihn als zuverlässigen und ehrlichen Zeugen anzuerkennen", übte er in seinem Urteilsspruch Kritik am Briten. Das will dieser allerdings nicht auf sich sitzen lassen. "Das ist seine Meinung", sagt Ecclestone gegenüber 'Reuters'. "Er denkt, dass ich nicht die Wahrheit gesagt habe und nicht zuverlässig bin. Ich war zuverlässig, denn ich war immer pünktlich. Außerdem denke ich, dass ich die Fragen, die mir gestellt wurden, immer wahrheitsgemäß beantwortet habe."

Ecclestone bleibt bei seiner Version

Außerdem wehrt er sich gegen den Vorwurf, er habe Gribkowsky mit 44 Millionen US-Dollar bestochen, damit der den Verkauf der Formel-1-Anteile an seinen bevorzugten Bieter CVC Capital Partners forciere, weil dieser ihn weiterhin als Formel-1-Geschäftsführer einsetzen wollte. "Das wäre schon verdammt viel Geld, nur um deinen Job zu behalten", stellt Ecclestone die Vorwürfe weiter in Frage.

Er argumentiert, dass er mit der Zahlung an Gribkowsky verhindern wollte, dass dieser Details über seine Steuerbelange an die britischen Behörden aushändigt. "Es war etwas dumm von mir", gibt er zu. "Aber es war billiger, ihn zu bezahlen, als drei oder vier Jahre lang die Steuerbehörden am Hals zu haben und etwas beweisen zu müssen, dass seiner Meinung nach nicht passiert ist."

Ecclestone will in München Unschuld beweisen

Dass Richter Newey anderer Ansicht ist, führt das Ecclestone-Lager in einer Pressemitteilung darauf zurück, dass Gribkowsky, der bereits zu achteinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, die Quelle dieser Vorwürfe sei. Dieser habe aber im Constantin-Fall "keine Beweise eingebracht". Zudem hätten Ecclestones Anwälte keine Möglichkeit gehabt, wichtige Zeugen wie Gribkowsky ins Kreuverhör zu nehmen. Es handle sich dabei also um "keine zuverlässigen Beweise". Die Meinung des Richters basiere daher nur auf einer einseitigen Beweislage, die "nicht ordentlich überprüft wurde".

Aus diesem Grund blicke Ecclestone dem Strafprozess in München positiv entgegen, wo er "die Möglichkeit hat, sich gegen die Anschuldigungen der Bestechung ordentlich zur Wehr zu setzen, da auch die relevanten Zeugen in den Ablauf eingebunden sind und von seinen Anwälten ins Kreuzverhör genommen werden können".

Fotoquelle: xpbimages.com

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