Rosberg setzte im Mercedes eine Zeit, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss

Formel 1 2014

— 22.02.2014

Mercedes top: Rosberg-Bestzeit in Bahrain

Am letzten Tag der Formel-1-Testfahrten fährt Nico Rosberg im Mercedes der Konkurrenz auf und davon - McLaren erneut erster Silberpfeil-Verfolger



Gleich zweimal verursachte Nico Rosberg heute rote Flaggen, aber Mercedes war auch am vierten und letzten Tag der ersten Testwoche in Bahrain nicht zu stoppen. Der Deutsche absolvierte bis zum wegen eines technischen Defekts um gut eine Stunde vorgezogenen Endes 89 Runden und sicherte sich die Bestzeit der gesamten Woche. Mit 1:33.283 Minuten blieb er nur um etwa eine Sekunde hinter seiner eigenen Pole-Position-Zeit von 2013, was Befürchtungen Wind aus den Segeln nimmt, wonach die Formel 1 dieses Jahr zu langsam sein könnte.

Mercedes kann am 65. Geburtstag von Niki Lauda also eine mehr als erfreuliche Zwischenbilanz ziehen: Mit den eigenen Antrieben jeden Tag voran, heute gleich mit 1,674 Sekunden Vorsprung auf Jenson Button, in dessen McLaren-Heck ebenfalls Mercedes-Power steckt. Kimi Räikkönen auf Ferrari hatte bereits 3,435 Sekunden Rückstand. Das muss man mit Vorsicht genießen, aber erste Tendenzen kann man aus der Bahrain-Woche sehr wohl herauslesen.

Dabei war Rosbergs hervorragende Runde noch gar nicht am Limit: "Ich habe in der letzten Kurve einen kleinen Fehler gemacht", berichtet er gegenüber 'auto motor und sport'. "Wir mussten ein etwas höheres Kühllevel als gestern fahren. Und ich habe auf meinen dritten Satz weiche Reifen verzichtet. Das waren die fehlenden drei Zehntel." Zuvor hatte er nämlich prognostiziert, heute sogar unter 1:33 Minuten fahren zu können.

Mercedes: Das Beste oder nichts

Mercedes schaffte diese Woche 403 Runden und führt damit die vielleicht wichtigste Statistik in dieser Phase der Saisonvorbereitungen an. Dass der neue F1 W05 auch noch schnell zu sein scheint, kommt als I-Tüpfelchen obendrauf. Wie schnell, das muss sich aber erst zeigen, denn ob insbesondere die Renault-Teams wirklich so schlecht aufgestellt sind, wie es momentan den Anschein hat, lässt sich noch schwer abschätzen.

Erster Mercedes-Verfolger war heute Räikkönen - und der Finne war der Grund für das um fünf Minuten vorgezogene Ende des Tests, als er in die Leitplanken crashte und dabei die Nase seines Ferrari zerstörte. Insgesamt mussten die Streckenposten heute siebenmal rote Flaggen schwenken. Zweimal war Rosberg dafür verantwortlich: zuerst wegen eines abgewürgten Motors bei einem Startversuch in der Boxengasse, später wegen eines technischen Defekts.

Red Bull findet nicht aus der Krise

Bei Adrian Sutil dauerte es fast sechs Stunden, ehe er auf die Strecke gehen konnte. Sauber gibt den Grund dafür bisher nicht offiziell bekannt, vermutet wird aber, dass ein Problem mit dem Chassis ausschlaggebend war. Aber der Deutsche war mit diesem Problem keineswegs allein: Marcus Ericsson verursachte schon in der ersten Stunde eine rote Flagge, später traf es dann auch Sergio Perez (Force India) und Pastor Maldonado (Lotus).

Mit den vorderen Plätzen hatten all diese Fahrer nichts zu tun - genauso wenig wie Daniel Ricciardo: Zwar trafen für Red Bulls RB10 noch heute neue Teile ein, aber viel zum Fahren kam Ricciardo (15 Runden) nicht. Unterm strich steht für das Weltmeister-Team also nach acht von zwölf Testtagen, dass nur ein halbwegs vernünftiger Tag dabei war. Das liegt auch, aber nicht nur an Antriebshersteller Renault - und lässt langsam doch die Alarmsirenen aufheulen.

Ricciardo belegte den siebten Platz, immerhin gut eine halbe Sekunde vor Jean-Eric Vergne im Schwesternfahrzeug. Auch Toro Rosso musste sich mit bescheidenen neun Runden begnügen. Langsamer waren nur die beiden Caterham-Stammpiloten, die sich ein Auto teilten, sowie Adrian Sutil (Sauber/Chassis) und Max Chilton (Marussia/Benzinsystem), die keine einzige gezeitete Runde schafften. Sutil rollte gut 20 Minuten vor Schluss sogar noch einmal aus.

Gelungenes Formel-1-Debüt für jungen Brasilianer

Übrigens ganz im Gegensatz zu Formel-1-Neuling Felipe Nasr, der heute im Williams die erforderlichen 300 Kilometer für die FIA-Superlizenz mühelos absolvierte und mit 87 Runden einer der fleißigsten Piloten des Tages war. Auch seine Zeiten konnten sich sehen lassen: Mit 4,286 Sekunden Rückstand auf Rosberg belegte der Brasilianer, nicht zuletzt wegen eines Bankensponsors neuer Williams-Ersatzfahrer, den guten vierten Platz.

Damit blieb er über eine Sekunde vor Pastor Maldonado, dessen neues Arbeitsgerät, der Lotus E22, der jeden Tag dieser Woche mehr Runden geschafft hat. Heute waren es 57. Sorgen bereitet dem britischen Team mehr die Zuverlässigkeit als der Speed, der im Vergleich zu den anderen Renault-Teams schon jetzt da zu sein scheint. Übrigens: Schon am kommenden Donnerstag geht es mit den letzten vier Testtagen dieses Winters in Bahrain weiter.

Fotoquelle: xpbimages.com

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