Renault erlebte eine schwierigen Start in die neue V6-Turbo-Ära der Formel 1

Formel 1 2014

— 26.02.2014

Renault sieht sich für Melbourne auf Kurs

Die Probleme der Renault-Teams bei den bisherigen Testfahrten sind laut Remi Taffin kein Grund, für den Saisonauftakt in Australien schwarz zu malen



Bei Renault geht es aufwärts. Das Sorgenkind in Reihen der drei Hersteller von V6-Turbo-Antriebssträngen für die neue Formel-1-Saison notierte zwar auch vergangene Woche in Bahrain keinen reibungslosen Testbetrieb, doch im Vergleich zur ersten Testwoche des Jahres Ende Januar in Jerez de la Frontera kam man ein gutes Stück voran. Hatte Renault beim Jerez-Test mit drei Teams (Lotus war nicht dabei) gerade einmal 668 Kilometer geschafft, fuhren Ferrari (1.966 Kilometer mit drei Teams) und Mercedes (3.874 Kilometer mit vier Teams) dort deutlich mehr.

Beim ersten der beiden Bahrain-Tests sah das Bild aus Sicht von Renault schon besser aus. Mit ihren vier Teams Red Bull, Lotus, Toro Rosso und Caterham schafften die Franzosen 3.342 Kilometer und damit mehr als Ferrari (3.006 Kilometer). Die Italiener freilich rüsten nur drei Teams (Ferrari, Sauber, Marussia) aus. Mercedes war auch in der Wüste Klassenprimus und schraubte mit den vier Teams Mercedes, McLaren, Force India und Williams die eigene Jerez-Laufleistung noch einmal deutlich nach oben: Stolze 6.197 Kilometer wurden für den Mercedes-Antrieb in Bahrain notiert.

Somit steht die Mercedes-Antriebseinheit nach acht von zwölf offiziellen Testtagen dieses Winters mit 10.071 Kilometern klar an der Spitze der Distanzwertung. Ferrari kommt auf 4.972 Kilometer und damit knapp die Hälfte. Renault steht bei 4.010 Kilometern. In Viry-Chatillon ist man überzeugt, die größten Probleme inzwischen hinter sich zu haben. Der letzten Testwoche und vor allem dem Saisonauftakt in zweieinhalb Wochen in Australien blicken die Franzosen durchaus optimistisch entgegen.

Bis Melbourne noch Spielraum

"Wir haben noch Spielraum. Wir hoffen, dass wir in Melbourne soweit sind, dass alle Komponenten richtig zusammenarbeiten", sagt Renault-Motorenchef Remi Taffin kurz vor Beginn der letzten Testwoche. Mit Blick auf das Melbourne-Wochenende hält der Franzose fest: "Ich glaube, wir werden in der Lage sein, zu fahren. Mit welcher Performance, das müssen wir abwarten. Wir haben einen Plan abzuarbeiten. Wenn wir diesen erfüllen, haben wir vielleicht eine Chance, gut abzuschneiden."

"Wenn man sich vor Augen führt, wo wir vor drei Wochen standen und wo wir jetzt stehen, dann kann ich sagen: Wir wären glücklich, wenn uns bis Melbourne noch einmal ein solcher Schritt gelingt", zieht Taffin eine positive Bilanz des ersten Bahrain-Tests und stellt heraus: "Wir sind inzwischen weit davon entfernt, derart viele Probleme wie anfangs zu haben. Viele wurden behoben, ein paar gibt es nach wie vor. Die größten Probleme liegen aber hinter uns."

"Wir kommen voran. Wenn die Probleme gelöst sind, und wir stehen kurz davor, sie zu lösen, dann können wir weitersehen", sagt der Renault-Motorenchef und lobt in diesem Zusammenhang "die Unterstützung aus der Fabrik und durch unsere Partnerteams".

Lotus glaubt an Renault

Während sich Renault vor wenigen Tagen Kritik von Red-Bull-Teamchef Christian Horner anhören musste, stellt sich Lotus-Technikchef Nick Chester betont hinter den Partner aus Frankreich: "Es ist nicht ganz fair. Bei Renault hat man sich das Wissen mit Mühe aufgebaut. Wir wissen, dass sie in technischer Hinsicht sehr stark sind. Sie machen Fortschritte und ich bin sicher, dass sie es schaffen werden." Nachdem die gröbsten Scharten im Bereich der Hardware inzwischen ausgewetzt wurden, konzentriert man sich bei Renault nun auf die Software der neuen Antriebseinheit und die damit in Verbindung stehenden Abläufe.

Am Freitag, dem zweiten von vier Tagen der letzten Testwoche, ist für Ferrari, Mercedes und Renault Stichtag. Dann muss die für die Saison vorgesehene Spezifikation der Antriebseinheit beim Automobil-Weltverband (FIA) hinterlegt werden. Eine Abweichung von dieser ist im Nachhinein nur durch Inanspruchnahme einer Ausnahmeregel möglich: Anhang vier des Sportlichen Reglements sieht vor, dass auch nach dem Stichtag 28. Februar "Modifikationen" vorgenommen werden dürfen, solange diese "der Zuverlässigkeit, der Sicherheit oder der Kostenersparnis" dienen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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