Silber schimmert golden: Mercedes hat bei den Tests die größte Distanz zurückgelegt

Formel 1 2014

— 02.03.2014

Mercedes beschließt die Wintertests als Klassenprimus

Nach fast 5.000 Kilometern seit Januar und mit viel Zuversicht beschließt Mercedes die Formel-1-Wintertests und fühlt sich gut gerüstet für den Saisonauftakt



Mercedes ist die Nummer eins. Zumindest was die absolvierte Distanz anbelangt. Denn das Team um Lewis Hamilton und Nico Rosberg brachte es seit dem Testauftakt im Januar auf fast 5.000 Kilometer. Damit haben die Silberpfeile beinahe dreimal mehr Streckenzeit genossen als die Weltmeister von Red Bull. Doch es lief nicht immer glatt für Mercedes, wie übrigens auch am Sonntag, dem letzten Testtag.

Denn Schlussfahrer Hamilton konnte erst um 12:43 Uhr erstmals in das Geschehen auf dem Bahrain International Circuit eingreifen. Ein Getriebeproblem, das die Mannschaft am frühen Morgen entdeckt hatte, war erst zur Mittagszeit vollkommen repariert. Um 14:50 Uhr blieb Hamilton noch einmal in der Boxengasse stehen, aber ansonsten lief der W05 wieder wie ein Uhrwerk. Und Hamilton war schnell.

Nachdem er sich zunächst mit Setuparbeit und Reifenvergleichen beschäftigt hatte, absolvierte der Brite am Abend noch eine Qualifikations-Simulation. Mit 1:33.278 Minuten ging Hamilton prompt in Führung, verfehlte die Test-Bestzeit von Williams-Fahrer Felipe Massa jedoch hauchdünn um 0,020 Sekunden. Insgesamt brachte es Hamilton am Sonntag nochmals auf 70 Runden oder 380 Kilometer.

Hamilton von schwieriger Testphase verblüfft

"Das war sicherlich der schwierigste Winter, den wir je erlebt haben", sagt er. "Und noch haben wir kein fertiges Auto, sondern arbeiten weiter daran. Wir haben in den vergangenen Wochen auf jeden Fall sehr viel gelernt. Insgesamt waren es gute Wintertests für uns. Das Team in den Fabriken und in den Garagen hat unglaublich viel Arbeit geleistet. Ich muss mich auch speziell bei den Jungs vor Ort bedanken."

"Der Tag hat schwierig begonnen, doch sie haben das Auto hingekriegt, sodass ich am Nachmittag noch gute Runden drehen konnte. Das war eine fantastische Leistung", meint Hamilton und merkt an: "Ich denke nicht, dass irgendjemand völlig bereit ist für die Herausforderungen dieser Saison. Ich fühle mich aber gut vorbereitet. Und ich freue mich schon darauf, zu sehen, wo wir in Melbourne stehen."

Daran hat Mercedes-Teamchef Paddy Lowe jedoch zunächst noch keinen Gedanken verschwendet, denn sein W05 war lange in der Box geblieben. "Es war ein Problem mit dem Getriebe festgestellt worden", berichtet er. "Daraus ergaben sich ein paar weitere Fehler, sodass wir erst gegen 12:40 Uhr auf die Strecke gehen könnten. Kompliment an die Crew. Die Jungs haben sich nochmals gestreckt."

Die Zeit vergeht wie im Fluge...

"Am Nachmittag gab es dann viele Unterbrechungen, die unsere Fortschritte behindert haben. Weil aber die Sitzung etwas verlängert wurde, konnte Lewis wichtige Runden absolvieren. So haben wir mehr Kilometer erzielt als jedes andere Team in diesem Winter", erklärt Lowe. 4.971 Kilometer waren es genau. Damit führt Mercedes in der Distanz-Rangliste vor Williams (4.892) und Ferrari (4.486).

Angesichts dessen gerät Lowe durchaus etwas ins Schwärmen: "Es scheint schon viel länger her zu sein als einen Monat, dass wir das Auto an einem kalten und feuchten Filmtag in Silverstone für die ersten Runden eingesetzt haben. Seither ist vieles passiert. Inzwischen fahren wir zuverlässig und zeigen ein ordentliches Potenzial bei der Geschwindigkeit. Kompliment an alle Beteiligten."

"Vor Melbourne haben wir trotzdem noch viel zu tun", meint Lowe. Mercedes-Sportchef Toto Wolff stimmt seinem Teamchef zu: "Nach dem Abschluss der Wintertests haben wir einiges, worüber wir nachdenken können, ehe wir nach Melbourne reisen. In knapp zwei Wochen steigt dort das erste Rennen. Und das wird unweigerlich zu einem Realitätscheck für sämtliche Teams", so der Österreicher.

Erst gute Testfahrten, dann Erfolge im Rennen

"Wir haben bei den Testfahrten Höhen und Tiefen erlebt. Besonders zum Schluss an den letzten beiden Tagen wurde es noch einmal schwierig. Die Probleme, die uns in den vergangenen 48 Stunden ereilt haben, hätten einen wesentlichen Einfluss auf ein Rennwochenende", erklärt Wolff und fügt hinzu: "Die Zuverlässigkeit stellt also weiterhin die größte Hürde dar. Das haben wir im Hinterkopf."

"Und so gibt es bei unseren Vorbereitungen auf das erste Rennen und darüber hinaus nichts, das wir als garantiert hinnehmen werden. Bevor wir die Wintertests aber endgültig beschließen, muss ich unseren Teams in Brackley und Brixworth noch ein großes Kompliment aussprechen. Sie haben eine sehr vielversprechende Basis geschaffen. Jetzt wollen wir damit den nächsten Schritt machen und erfolgreich sein."

Die Weichen dafür scheinen gestellt zu sein: Mercedes bewegt sich mit dem W05 bei den meisten Teststatistiken in den Top 3. So teilt man sich die meisten Tages-Bestzeiten (3) mit Force India und McLaren, lag im Klassement im Schnitt an dritter Stelle (hinter Williams und Ferrari) und führt sogar mit durchschnittlich 81 Runden pro Testtag. Zum Vergleich: Red Bull fuhr im Schnitt nur 27 Runden pro Tag.

Fotoquelle: xpbimages.com

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