Viele Piloten tappen noch im Dunkeln: Wer setzt sich Down Under durch?

Formel 1 2014

— 03.03.2014

Mercedes hat die Favoritenrolle, Red Bull bleibt die Ästhetik

Obwohl die Formel-1-Welt die Silberpfeile zum Topfavoriten für Melbourne auserkoren hat, tritt Hamilton leise und traut Vettel noch eine Sensation zu



Nach den Testfahrten ist die Welt ein Stück schlauer - oder nicht? Es wäre logisch, anzunehmen, dass insgesamt zwölf Tage Fahrbetrieb der "neuen" Formel 1 in Jerez und Bahrain Aufschluss über das Kräfteverhältnis in der kommenden Saison der Königsklasse gegeben hätten. Aber wieder einmal gilt: Pustekuchen! Vor dem Auftakt-Grand-Prix in Melbourne in rund zwei Wochen stehen Tiefstapeln und allgemeines Rätselraten der Szene im Vordergrund, trotz oder gerade wegen des neuen Reglements.

Dennoch haben sich Favoriten herauskristallisiert. An erster Stelle ist Mercedes zu nennen, die wohl nicht nur den besten Antriebsstrang (elf von zwölf Tagesbestzeiten) produziert haben, sondern mit dem Werksteam offenbar auch das richtige und zuverlässige Drumherum. Drei schnellste Zeiten markierten Lewis Hamilton und Nico Rosberg, der Brite will aber nichts von einem Vorsprung gegenüber der Konkurrenz wissen: "Ich denke, wir können sicher Kurs auf die Top 5 nehmen. Sehr viel mehr sage ich nicht dazu", zeigt sich Hamilton schweigsam.

Der Ex-Weltmeister rät den Silberpfeilen: "Wir sollten auf dem Boden bleiben." Schließlich hat Mercedes seinen größten Pluspunkt nicht exklusiv, sondern beliefert mit seinem Antriebsstrang Kunden. Williams und Force India setzen zwei Tagesbestzeiten durch Felipe Massa respektive drei durch Sergio Perez und Nico Hülkenberg. Auch McLaren mischt noch mit und toppte dreimal das Klassement. "Wir mussten erstmal in die Gänge kommen, aber seitdem hatten wir kaum Probleme", analysiert Wokings Testfahrer Gary Paffett im Gespräch mit 'Richland F1'.

Red Bull weiter große Unbekannte

Als Kapital seiner Truppe sieht er nicht nur den neuen MP4-29, sondern auch den neuen Rennleiter Boullier, der im Winter von Lotus kam. "Die Konzentration ist hoch, ganz besonders vor dem Hintergrund, dass Eric gekommen ist", sagt Paffett und verweist auch auf die Rückkehr Ron Dennis'. Dennoch sieht der aktuelle DTM-Pilot Ferrari als zweite Kraft hinter Mercedes. Schließlich sammelte die Scuderia ebenfalls viel Fahrpraxis, hatte dabei aber mehr technische Probleme zu beklagen als die Konkurrenz mit Power aus Brixworth.

Stefano Domenicali ist deshalb sehr vorsichtig und flüchtet sich mit seiner Prognose in allgemeine Floskeln: "Wir denken, dass wir eine gute Basis haben, die wir entwickeln müssen." In der Tat scheint es den Roten derzeit noch am Speed auf einer Runde zu mangeln, schließlich handelten sich Fernando Alonso und Kimi Räikkönen oft große Rückstände ein. Bleibt da noch Red Bull. Obwohl im Paddock ständig vor einem Comeback der krisengebeutelten Österreicher gewarnt wird, will niemand von "Favoriten" sprechen. Zumindest das hat der Winter gezeigt.

Paffett sieht Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo "auf Tempo kommen", Hamilton weiter als "Gejagte" des Starterfeldes. Ästhetik - und das meint der Mercedes-Star keinesfalls sarkastisch - sei der große Pluspunkt der Mannschaft von Christian Horner. "Normalerweise ist es doch so: Je schöner ein Auto ist, umso schneller ist es. Ich bin daher überzeugt davon, dass sie ihren Wagen noch zum Laufen kriegen", erklärt Hamilton über den RB10, der seiner Meinung eher am Renault-Aggregat kränkelt: "Wenn sie erst mal mit dem Motor klarkommen, werden sie - wie immer - schwer zu schlagen sein." Denn schon Dostojewski wusste: Schönheit rettet die Welt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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