Bei den Wintertests erstrahlte Mercedes in vollem Glanz, was bringt Melbourne?

Formel 1 2014

— 04.03.2014

Mercedes: Sorgenfalten bestehen nach wie vor

Der starke Eindruck der Wintertestfahrten kann laut Niki Lauda und Toto Wolff nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Mercedes vor einer schwierigen Saison steht



In knapp zwei Wochen startet die Formel 1 in Melbourne in ihre neue Saison. Nach sieben Jahren mit dem 2,4-Liter-V8-Saugmotor markiert der Grand Prix von Australien 2014 nicht nur den Auftakt in ein neues Rennjahr, sondern gleichzeitig in eine neue Ära. Die Umstellung auf den neuen 1,6-Liter-V6-Turbo ist den Teams im Verlauf der zwölf Testtage mehr oder weniger erfolgreich gelungen.

Vor allem die Renault-Teams, zu denen auch die Weltmeister von Red Bull zählen, hatten große Probleme und reisen mit erheblichem Rückstand auf den Fünften Kontinent. Ex-Red-Bull-Pilot Mark Webber, für den in wenigen Wochen das Abenteuer Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) mit Porsche beginnt, zeigt sich nicht überrascht. "Für manche Teams ist es schwierig, Runden zu fahren, aber das ist normal. Mit der ganzen Technologie verliert man nicht wie früher eine halbe Stunde, sondern drei oder vier. Es zeigt sich, wieso die Teams auf mehr Tests bestehen. Sie wollen so viele Informationen wie möglich", so der Australier im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Bei Mercedes bläst man trotz der Tatsache, bei den Wintertestfahrten den besten Eindruck hinterlassen zu haben, ins gleiche Horn. "Was mich am meisten geärgert hat: Dass man das Testreglement nicht geändert hat", bemerkt Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender der Silberpfeile, gegenüber 'ServusTV'. "Ich war einer der ersten, die zum Bernie gesagt haben, wir müssen zumindest vier Testtage dazugeben, damit wir diese neuen Motoren einmal probieren können und im Rennen wissen, dass man ins Ziel kommt", erinnert der Österreicher.

Trotz Bestzeiten und Mammutprogramm: Keine Jubelstürme

Doch wie schon im Winter 2012/2013 mussten die Teams auch diesmal mit zwölf Testtagen auskommen. "Wir hatten viel zu wenig Testlauf mit dem Auto", meint Lauda und sieht sich bestätigt: "Deswegen sind jetzt die Probleme da - beim einen mehr, beim anderen weniger. Bei Mercedes gibt es genauso Probleme und wir können nicht dafür garantieren, ins Ziel zu kommen." Nach Ansicht des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters sei es "ein fast unlösbares Problem, in der geringen Testzeit alle Probleme zu lösen".

So bleibt auch Toto Wolff mit beiden Beinen auf dem Boden. "Wir werden nicht in Jubelstürme verfallen, als ob wir schon etwas gewonnen hätten", bemerkt der Mercedes-Motorsportchef im Interview mit der Nachrichtenagentur 'APA' und gibt zu verstehen: "Wir haben einen kleinen Vorsprung durch die vielen Kilometer, die wir gefahren sind. Sorgenfalten bestehen aber nach wie vor. Man muss ein Rennen zu Ende fahren, um es zu gewinnen."

Auch die von Lewis Hamilton und Nico Rosberg in den Asphalt des Bahrain International Circuit gebrannten Bestzeiten will Wolff nicht überbewertet wissen. "Schnell sein alleine reicht in diesem Jahr nicht. Es reicht ein Groschendefekt und man ist draußen. Zuverlässigkeit ist in diesem Jahr der Schlüssel. Gleichzeitig muss man die Entwicklungsgeschwindigkeit hoch halten", sagt der Österreicher und stellt klar: "Eine Favoritenrolle kann man nicht nur auf der Basis von Testleistungen annehmen."

Brawn-Abgang laut Lauda "perfekt" verkraftet

So erwartet der Mercedes-Motorsportchef über die gesamte Saison gesehen starke Konkurrenz. Demnach werden "die üblichen Verdächtigen vorne mitspielen. Auch Ferrari und Red Bull werden kommen, da muss man sich keine Sorgen machen. Auch die Pace von Force India oder Williams scheint gut genug, um ein Rennen gewinnen zu können". So wird das Jahr eins der neuen Turbo-Ära laut Wolff "nicht nur die WM der besten Fahrer, sondern auch der besten Ingenieure".

Apropos Ingenieure: Bei Mercedes hat sich die Doppelspitze bestehend aus Wolff und Paddy Lowe, dem Geschäftsführer Technik, inzwischen bestens eingespielt, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Lauda gegenüber 'ServusTV' betont: "Paddy Lowe ist jetzt bei uns technisch voll verantwortlich, Toto Wolff für alle anderen Geschäfte. Ich muss ehrlich sagen: Ich bin mit der Mannschaft, mit Toto und mit Paddy absolut zufrieden."

Von Ross Brawn redet inzwischen niemand mehr. Auch Laudas ursprüngliche Ängste haben sich nicht bewahrheitet. "Ich hatte Angst, dass der Ross ein Loch hinterlassen könnte. Das wurde aber im Winter durch den Paddy Lowe als neuen technischen Verantwortlichen und den Toto absolut perfekt gelöst", urteilt der sich selbst als "Hubschrauber, der von oben hinunter schaut" sehende Aufsichtsratsvorsitzende zufrieden.

Fotoquelle: Daimler

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