Kollegen, aber keine Freunde: Heinz-Harald Frentzen und Michael Schumacher

Formel 1 2014

— 10.03.2014

Frentzen besucht "Schumi" nicht: "Bin nicht wichtig genug"

Zwar wünscht Heinz-Harald Frentzen Michael Schumacher alles Gute, doch für einen Besuch hält er sich nicht wichtig genug - Kommt HHF bald wieder in die Formel 1?



Knapp zweieinhalb Monate ist es nun her, seit Michael Schumacher seinen schweren Ski-Unfall im Skigebiet Meribel erlitt. Noch immer liegt der Rekordweltmeister im Universitätsklinikum Grenoble im künstlichen Koma und bekommt Zuspruch aus aller Welt. Ehemalige Weggefährten wie Felipe Massa oder FIA-Präsident Jean Todt kommen den 45-Jährigen in aller Regelmäßigkeit besuchen, um ihm und seiner Familie Kraft zu geben.

Doch ein langjähriger Kollege war bislang noch nicht am Krankenbett: Heinz-Harald Frentzen. Der Deutsche gehörte neben Karl Wendlinger und Schumacher einst zum vielversprechenden Mercedes-Juniorteam Anfang der 1990er Jahre und stieg zusammen mit dem Kerpener beinahe parallel durch die Karriere bis in die Formel 1. Auch Schumachers Frau Corinna war einst an der Seite des deutschen Rivalen aus Mönchengladbach.

Doch heute haben Frentzen und die Familie Schumacher keinen Kontakt mehr zueinander. "Trotz einiger Gemeinsamkeiten sind wir nie Freunde geworden. Wir sind aber kollegial miteinander umgegangen", erzählt der Vizeweltmeister von 1997 im Gespräch mit der 'Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen'. Deswegen sieht Frentzen auch keine besondere Veranlassung sich auf die Reise nach Grenoble zu machen. "Ich habe mich nicht als wichtig genug empfunden, um nach dem Skiunfall den Kontakt zur Familie zu suchen", erklärt er, wünscht seinem ehemaligen Gegner aber alles Gute: "Natürlich drücke ich ihm, Corinna und den Kindern die Daumen."

Festzuhalten bleibt nur, dass einer der Größten in einem der ehemals gefährlichsten Sportarten mit einer einzigen größeren Verletzung (sein Beinbruch in Silverstone 1999) aus seinem Job herausgekommen ist, es ihn dann aber derartig bei einem beliebten Freizeithobby erwischt. Frentzen selbst wundert zumindest Ersteres nicht. Denn die Formel 1 ist für ihn sicherer denn je: "Nach Ratzenbergers und Sennas Tod hat sich in der Formel 1 viel geändert. Auf einmal wurde über Sicherheit gesprochen. Die Konstruktionsweise der Cockpits veränderte sich", sagt der Deutsche.

Auch ihm habe diese neue Sicherheitswelle vermutlich das Leben gerettet, erzählt er weiter: "Denn 1999 bin ich mit einer gebrochenen Bremsscheibe in Kanada mit über 200 km/h frontal in eine Betonmauer gefahren. Ohne die veränderten Sicherheitsstandards wäre ich wohl auch tot gewesen." Sein letzter Grand Prix ist mittlerweile auch schon mehr als zehn Jahre her. Doch irgendwann werde er wieder in die Königsklasse zurückkehren, kündigt der 46-Jährige an.

In welcher Rolle, das lässt Frentzen erst einmal offen. Zum Beispiel könnte er sich eine Tätigkeit als TV-Experte vorstellen: "Etwas frisches Holz wäre da nicht schlecht. Damon Hill und Jacques Villeneuve machen das ja auch", so der Mönchengladbacher, der aber vorerst noch einmal Abstand von der Idee nimmt: "Ich allerdings habe so etwas im Moment nicht vor." Vielmehr wird Frentzen das Geschehen erst einmal weiter von außen betrachten: "Ich denke, ich werde mir das Rennen in Australien anschauen. Wegen der vielen technischen Neuerungen wird die kommende Saison sehr spannend werden."

Fotoquelle: xpb.cc

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