Niki Lauda hat gut Lachen: Mercedes sieht derzeit am besten aufgestellt aus

Formel 1 2014

— 10.03.2014

Bester Motor und bestes Auto? Lauda will den Titel

Niki Lauda sieht sein Mercedes-Team für die kommende Saison bislang am besten aufgestellt und hat den Titel im Visier: Red Bull schreibt er aber noch lange nicht ab



Mit Spannung wurden in diesem Jahr die Wintertestfahrten erwartet, denn so viel wie in dieser Saison hat sich wohl in der Formel 1 noch nie von einem Jahr auf das andere verändert. Doch während in den Jahren zuvor immer die Leistung der einzelnen Boliden im Blickpunkt stand, wurde in Jerez und Bahrain 2014 vermehrt darauf geschielt, welcher Hersteller den besten Motor entworfen hat, denn den Antrieben kommt in diesem Jahr eine noch bedeutendere Rolle zu.

"Es ist die Frage, wer sich besser auf den neuen Motor vorbereitet hat: Wer standfest mit den meisten PS die schnellsten Runden zusammenbringt", erklärt Mercedes-Aufsichtsratsvorsitz Niki Lauda bei 'ORF'. Und die Antwort heißt bisher eindeutig Mercedes: "Alle Fahrer mit Mercedes-Motor - die ich natürlich alle gefragt habe - haben gesagt, dass der Motor im ersten Moment sehr einfach zu fahren ist und auch bis jetzt die Leistung bringt", berichtet der Österreicher vor dem Saisonauftakt in Australien stolz.

Denn hinter der neuen Antriebseinheit stecken viel Arbeit und enorme Investitionen. "In Brixworth sitzen Techniker der höchsten Kategorie, mit denen die Mercedes-Motoren auch in der Vergangenheit immer sehr gut waren", so Lauda weiter. "Die haben einen irrsinnig komplizierten Motor zusammengebracht, der schon von vornherein funktioniert hat." Mercedes, Williams, Force India und McLaren konnten zusammen so rund 18.000 Testkilometer für den Motorenhersteller zusammenbringen - deutlich mehr als Ferrari und Renault.

Wann kommt Red Bull?

Testsieger bei den Teams wurden die Silberpfeile mit fast 5.000 Kilometern. "Es hat sich herausgestellt, dass wir am besten vorbereitet sind, Motor und Auto zum Laufen zu bringen", freut sich der Ex-Weltmeister, der davon ausgeht, dass es für sein Team ein Vorteil ist, dass Motor und Auto aus einem Haus kommen. "Es ist richtig, dass man enger zusammenarbeiten kann", nickt er, stellt diese These aber gleichzeitig wieder in Frage, denn auf Platz zwei der Favoritenliste rangiert mit Williams derzeit ein Team, dass keinen eigenen Motor produziert. "So ganz stimmt es also nicht", fügt er an.

Doch genau jenes Problem könnte auch bei Red Bull zum Tragen kommen, meint er. Denn die Bullen aus Milton Keynes bauen ebenfalls keine eigenen Motoren, sondern setzen auf die Triebkraft der bislang schwächelnden Renault-Aggregate. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, meint der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende: "Bei Red Bull haben sie das Problem, dass sie in England sitzen und der Motor aus Frankreich kommt. Und dass da über dem Kanal etwas in den Kanal fällt und die Kommunikation nicht stimmt, das kann passieren."

Für den weiteren Saisonverlauf rechnet Lauda auf jeden Fall wieder mit Red Bull, die zunächst erst einmal ihre Probleme in den Griff bekommen müssen. "Die Renault kommen irgendwann", glaubt der Österreicher und hofft, dass dies eher später als früher passieren wird: "Je später, desto einfacher wird es." Doch mit einer langen Anlaufzeit rechnet er eher nicht: "Wenn sie Software-Probleme haben, um die Schalterei von Elektrik und Motor hinzukriegen, dann kann man die relativ schnell lösen. Man muss von Anfang an Vollgas geben, und ich bin überzeugt, dass Red Bull mit Renault kommen wird."

Drei Mercedes-Aggregate in Melbourne an der Front?

Doch zunächst sieht Lauda vor allem die Mercedes-Teams in der Favoritenrolle. Denn das Aggregat der Silberpfeile sei bei den Testfahrten das unbestritten beste gewesen. Deswegen sieht der 65-Jährige auch nur einen Motorenhersteller am kommenden Wochenende ganz oben: "Ich tippe ungern, aber ich gehe mal davon aus, dass die ersten drei Startplätze beim Grand Prix Mercedes-Motoren sein müssen", sagt er.

Kommt die größte Konkurrenz daher aus dem eigenen Lager? Mit Williams, Force India und McLaren besitzen gleich drei weitere Teams die gleichen Voraussetzungen wie Mercedes und könnten den Silberpfeilen somit gefährlich werden. Doch dass man sich die Konkurrenz mit schlechterer Unterstützung vom Leib halten will, das bestreitet Lauda aufs Ärgste: "Dass alle Kunden genauso betreut werden müssen, wie das eigene Team, ist logisch. Das wird auch von Mercedes so gemacht", betont er. "Und der Bessere wird am Ende die Nase vorn haben."

Überhaupt sieht Lauda in dem hauseigenen Konkurrenzkampf gegen die Mercedes-Kunden nur Vorteile: "Wenn sie wirklich schneller fahren, brauchen wir uns nur ins Gesicht schauen und sagen: 'Wie können wir unser Auto verbessern?'. Wettbewerb untereinander ist also besser, um schneller zu werden", so Lauda, der als Ziel nur den WM-Titel im Visier hat. Denn die Vorzeichen stehen nicht schlecht: "Die Vorarbeit, die bis zum ersten Rennen gemacht wurde, haben wir erst einmal besser hingebracht als alle anderen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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