Großer Preis von Australien: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 15.03.2014

Pole in Melbourne: Hamilton bestätigt Favoritenrolle

"Local Hero" Ricciardo und Rookie Magnussen überraschen, aber an Mercedes gibt's nichts zu rütteln: Hamilton Erster, Rosberg Dritter im Regen-Qualifying



Mit einer Favoriten-Pole endete das heutige Qualifying zum Grand Prix von Australien in Melbourne : Bei schwierigen Verhältnissen am Formel-1-Saisonauftakt 2014 drehte Lewis Hamilton im Regen-Q3 die schnellste Runde (1:44.231 Minuten) und sicherte sich damit vor Lokalmatador Daniel Ricciardo (Red Bull/+0,317) und Teamkollege Nico Rosberg (+0,364) den ersten Startplatz. Der große Verlierer des Tages war indes Sebastian Vettel (Red Bull), der nur als Zwölfter in das Rennen im Albert Park starten wird.

Bereits in Q1 hatte der Titelverteidiger Schwierigkeiten, touchierte einmal mit dem Hinterrad die Betonmauer. Auch in Q2 tat er sich schwer - und als Kimi Räikkönen (12.) seinen Ferrari in die Streckenbegrenzung setzte und damit gelbe Flaggen heraufbeschwor, war das Thema Aufstieg für Vettel gegessen. Aber es lag nicht nur daran: "Aus irgendwelchen Gründen hatten wir heute mehr Probleme als am Freitag", seufzt er.

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko wird konkreter: "Wir hatten wieder ein Softwareproblem bei Sebastian, daher die schlechte Performance." Immerhin lief der zweite RB10 besser: Ricciardo ("Toll für das erste Qualifying") übernahm am Ende der Session kurzzeitig sogar die Führung von Rosberg (sehr zur Freude der australischen Fans, durch deren Reihen ein lauter Aufschrei ging), doch seine Zeit konnte Hamiltons Attacke am Ende nicht ganz standhalten.

Rosberg: Chance auf die Pole-Position vergeben

Mercedes wurde der Favoritenrolle trotz des Regens voll gerecht. Ärgerlich jedoch aus deutscher Sicht, dass Rosberg seine Chance auf die Pole-Position vergab: "So, wie es aussieht, wäre Nico auf Pole gefahren", glaubt Sportchef Toto Wolff. "Es war genau so getimt, dass er das letzte Auto gewesen wäre, das über die Linie gefahren wäre, aber dann ist er in der schnellen Schikane ins Gras gefahren. Das waren genau die zwei Sekunden, die ihm gefehlt haben, um über die Linie zu fahren."

So war Hamilton derjenige, der am spätesten seine Zeit setzen konnte, als die Fahrspur am meisten Grip bot. Das bescherte ihm die 32. Pole-Position seiner Karriere - gleich viele wie Landsmann Nigel Mansell. "Für mich war es das allererste Mal, dass ich den Wagen bei Regen bewegt habe. Das wird vielen anderen ähnlich gegangen sein", strahlt der Mercedes-Pilot, der in Q3 einer von vier Top-5-Fahrern auf Full-Wets war. Nur Ricciardo riskierte einen Satz Intermediates.

Und in den ersten zwei Startreihen stehen nicht nur drei Mercedes-Antriebe, sondern auch zwei Rookies - neben Ricciardo legte auch McLaren-Neuzugang Kevin Magnussen (+1,514) als Vierter eine starke Performance hin. Das zauberte sogar dem strengen McLaren-Boss Ron Dennis ein Lächeln ins Gesicht. "Ich bin noch nie ein Qualifying unter solchen Bedingungen gefahren", sagt Magnussen. "Es war schwierig, aber ich hätte mir nicht mehr wünschen können."

McLaren im Vergleich zu 2013 stark verbessert

McLaren lieferte generell einen wesentlich stärkeren Saisonauftakt ab als vor einem Jahr, trotzdem scheiterte Jenson Button knapp an der Q3-Hürde. "Jenson, du bist P10", hieß es zuerst am Boxenfunk - und nur Sekunden später die Korrektur: Sorry, doch P11. Dafür schafften Überraschungsteams jeweils mit beiden Autos den Sprung ins Top-10-Finale: Toro Rosso und Williams - wobei Valtteri Bottas (10./+3,916) wegen eines Getriebewechsels auf Platz 15 nach hinten rutscht.

Jean-Eric Vergne (6./+1,633) bewies, dass die "Jungbullen" ihre Bremsprobleme gerade rechtzeitig in den Griff bekommen haben, und auch Rookie Daniil Kwjat (8./+3,137) konnte überzeugen, bis er in Q3 etwas zu viel wollte und seinen STR9 an der Mauer beschädigte. Zwischen den beiden steht Nico Hülkenberg (Force India). Der möchte seinen Melbourne-Fluch endlich abhaken: "Ich hatte hier drei Rennen zum Abschreiben, und deswegen wird's morgen ein Hammer-Rennen für mich!"

Sutil ohne Chance auf den Top-10-Einzug

Sein Sauber-Nachfolger Adrian Sutil musste als 14. bereits in Q2 die Segel streichen und wirkte ähnlich ratlos wie nach den Freien Trainings. Immerhin stellte er im Stallduell mit Esteban Gutierrez (19.), der wegen eines Getriebewechsels ganz ans Ende der Startaufstellung rutscht, auf 1:0. Und eine Überraschung gelang Kamui Kobayashi bei seinem Formel-1-Comeback: Er schaffte auf Caterham den Q2-Einzug - wo er natürlich dann keine Chance mehr hatte.

Die große Enttäuschung aber war Lotus - das britische Team schlitterte in ein wahres Fiasko: Romain Grosjean und Pastor Maldonado landeten auf den letzten beiden Plätzen, obwohl in der Nacht von Freitag auf Samstag der erste Sperrstunden-Joker gezogen wurde, um die technischen Probleme in den Griff zu bekommen. Immerhin beweist Lotus via Twitter Humor: "Also doppelte Punkte fürs letzte Rennen und eine gekippte Startaufstellung für die ganze Saison, richtig?"

Im Rennen wahrscheinlich trockene Verhältnisse

Im Rennen morgen könnte das Qualifying-Ergebnis bei dann voraussichtlich trockenen Verhältnissen tatsächlich teilweise auf den Kopf gestellt werden. Vettel hofft jedenfalls noch auf eine Aufholjagd: "Der Speed ist da, also schauen wir mal, was wir am Sonntag damit anstellen können. In diesem Jahr und mit diesen Autos ist wirklich alles möglich, vor allem im Rennen. Es wird genug Möglichkeiten geben. Aber heute waren wir nicht gut genug."

Auch der fünftplatzierte Fernando Alonso (+1,588) rechnet sich noch Chancen aus: "Das Qualifying zählt nicht allzu viel", winkt der Ferrari-Pilot ab, ergänzt aber: "Mercedes ist offenbar bei allen Bedingungen sehr stark, Red Bull ist auch wieder vorne dabei. Wir bei Ferrari müssen auf jeden Fall noch mehr an Performance zulegen. Aber wir ziehen erst nach dem Rennen am Sonntag eine Bilanz und entsprechende Schlussfolgerungen."

An der Favoritenrolle von Mercedes gibt es jedenfalls nichts zu rütteln, unabhängig von den Bedingungen. Das wissen die Silberpfeile sogar selbst: "Wir denken, dass wir auf dem Longrun gut sind, solange wir nicht in Probleme geraten", meint Sportchef Wolff. "Aber das kann mit dieser neuen Technologie immer passieren. Es wird darum gehen, ins Ziel zu fahren." Womit wir beim großen Fragezeichen vor dem ersten Rennen 2014 sind: der Zuverlässigkeit...

Fotoquelle: xpbimages.com

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