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Formel 1 2014

— 16.03.2014

Ferngesteuerte Autos: Villeneuve findet's "echt langweilig"

Jacques Villeneuve ist vom ersten Auftritt der neuen Formel 1 alles andere als angetan, doch das liegt nur an der starken Kontrolle seitens der Boxenmauer



Am neuen Reglement der Formel 1 scheiden sich die Geister. Erstmals waren die Piloten heute mit ihren neuen Boliden im Renneinsatz unterwegs, was allen einen ersten Einblick gegeben hat. Auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve war vor Ort, um sich neben seiner TV-Tätigkeit von der neuen Formel 1 persönlich zu überzeugen. Bei 'Motorsport-Total.com' fällt der Kanadier ein erstes Urteil: "Das ist echt langweilig zum Anschauen!"

"Ich habe wirklich mehr erwartet", ergänzt er. "Zur Rennhalbzeit habe ich gedacht: 'Oh, wir sind erst bei der Hälfte?' Es fehlt einfach Aufregung." Dabei habe dies nicht unbedingt mit den neuen Turbomotoren und dem Spritsparen während des Rennens zu tun. Denn das, so Villeneuve, sei eigentlich ganz lustig. Vielmehr ärgert ihn, dass alle Fahrer ihre Anweisungen über Funk bekommen und überhaupt nicht mehr selbst überlegen müssen.

"Das Problem mit den Autos ist, dass die Strategie von der Boxenmauer kontrolliert wird. Sie kennen die Zahlen, sie sehen den Spritverbrauch und weisen den Fahrer an, langsamer oder schneller zu fahren. Es ist nicht der Fahrer, der auf sein Lenkrad schaut und entscheidet, wann er pusht und wann nicht", schüttelt der Kanadier den Kopf. Wenn das nämlich der Fall sein sollte, dann würde es auf jeden Fall richtig Spaß machen, meint er.

Als Vorbild sieht er dafür die Zeit am Ende der ersten Turboära der Formel 1: "Die Fahrer mussten es selbst herausfinden, was einigen Spaß beschert hat." Doch heutzutage bekommen die Fahrer von der Boxenmauer wie Roboter ihre Anweisungen und würden alle zu ähnlichen Zeiten Sprit sparen - und dazu einfach Hilfsmittel wie DRS verwenden. Für Villeneuve der völlig falsche Ansatz.

Er selbst hat natürlich auch eine Idee, wie man dieses "Problem" lösen könnte: "Vielleicht sollten sie die Funkverbindungen abstellen. Sie müssen es mehr in die Hände der Fahrer legen, und man muss diese automatischen Spritspareinrichtungen verbieten. Der Fahrer sollte die Arbeit verrichten, nicht die Elektronik", fordert Villeneuve. Dass die Verantwortlichen allerdings etwas in eine positive Richtung bewerkstelligen können, glaubt er nicht: "Wenn sie etwas ändern, dann wird es im Normalfall nur noch schlimmer. Es ist besorgniserregend."

Doch ansonsten kann sich der 42-Jährige eigentlich gut mit der neuen Formel 1 anfreunden. Er ist überzeugt davon, dass die Boliden immer noch spaßig zu fahren seien: "Warum nicht? Sie sind immer noch schnell und herausfordernd. Die Fahrer müssen immer noch hart fahren, was man sehen kann. Man muss sich nur den Unterschied zwischen Alonso und Kimi anschauen. Auch Bottas ist wieder durch das Feld gepflügt."

Und so bleibt dem Kanadier zum Schluss eigentlich nur ein Fazit: "Ich würde nicht sagen, dass das Fahren schlecht ist. Es fehlt nur etwas an der Show, weil es nicht mehr so in den Händen der Fahrer ist. Es ist wie mit einer Fernsteuerung. Der eigentlich spaßige Teil, das Benzinsparen, wird eigentlich von außen gesteuert. Und das macht keinen Spaß", fasst er noch einmal zusammen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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