Großer Preis von Australien: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 17.03.2014

Konkurrent gesucht: Glänzt die WM-Krone schon in Silber?

Mercedes ist (nicht nur) nach dem Auftritt in Australien haushoher Titelfavorit, doch in diese Rolle wollen die Silberpfeile noch nicht schlüpfen - Gibt es noch Konkurrenz?



Rein statistisch gesehen führt der Titel in dieser Saison nur über Nico Rosberg: Zum 19. Mal trat die Formel 1 an diesem Wochenende im Albert Park an den Start, elf Mal wurde der Sieger des Rennens danach auch Weltmeister - außerdem sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im Vorfeld des Wochenendes voraus, dass der Titel in diesem Jahr an den Deutschen in Mercedes-Diensten geht. Was kann da noch schief gehen?

Doch vielmehr als diese Statistiken und vagen Behauptungen dürften Mercedes die Zahlen des Australien-Grand-Prix selbst interessieren. Und die belegen eindeutig: Die Silberpfeile sind aktuell das Maß aller Dinge. Zwar betrug der Vorsprung im Qualifying "nur" 0,317 Sekunden auf Rang zwei, doch am Sonntag hatte Rennsieger Nico Rosberg fast 27 Sekunden Luft zwischen sich und dem zweitplatzierten Kevin Magnussen im McLaren. Selbst wenn man den disqualifizierten Daniel Ricciardo reinrechnet, ist der Abstand eklatant.

"Ich hatte heute ein unfassbar schnelles Auto", jubelt Rosberg nach dem nie gefährdeten Sieg. "Es macht einfach so viel Freude, es zu fahren. Es ist so ein tolles Gefühl, und ich freue mich wirklich auf die kommenden Rennen." Sollte sich der F1 W05 auch in zwei Wochen in Malaysia als ähnlich stark herausstellen, dann könnte Mercedes seinen Vorsprung noch weiter ausbauen. Bis dahin will man bei den Silbernen den Ball aber erst einmal flach halten und nichts von einer haushohen Favoritenrolle wissen.

Nur nicht ausruhen!

"Nun, wir hatten gerade erst das erste Saisonrennen", drückt Motorsportchef Toto Wolff auf die Emotionsbremse. "Wir haben es gewonnen. Das Tempo schien in Ordnung zu sein. Aber es wäre wohl etwas verfrüht, schon nach diesem ersten Rennen die Favoritenrolle zu definieren." Das sieht auch sein Mit-Geschäftsführer Paddy Lowe so. Der Brite weiß, dass die Saison noch lang ist und noch viel passieren kann. "Uns ist bewusst, dass diese Saison eher ein Marathon als ein Sprint sein wird", sagt der Brite. Und der Ausfall von Lewis Hamilton belegt, dass die Silbernen nicht unfehlbar sind.

"Nachdem wir diesen Sieg kurz genossen haben, werden wir hart arbeiten, um uns für das nächste Rennen in Malaysia weiter zu steigern", verspricht Lowe daher weiter. Bei Mercedes will man nichts dem Zufall überlassen - und sich auf seinem Vorsprung ausruhen schon gar nicht. "Ich denke nicht, dass man sich jemals zurücklehnen und von einem ausreichenden Puffer sprechen kann", warnt Wolff und belegt dies mit Zahlen.

"In einer normalen Saison legt man vom Beginn bis zum Ende um etwa zwei Sekunden zu. Mit diesen neuen Autos wird die Entwicklungskurve aber noch viel steiler ansteigen. Wenn man sich das vor Augen führt, dann kann ein Vorteil blitzschnell dahin sein. Vielleicht schon binnen weniger Rennen." Das hofft zumindest die Konkurrenz, die in Australien weit hinterherhechelte - wie Ferrari. Die Roten hatten in Australien nicht viel zu melden und reisten mit einem vierten und einem siebten Platz nach Hause.

Wer folgt: Red Bull, McLaren, Ferrari - oder doch Williams?

"Sie sind allen anderen etwas voraus", muss Ferrari-Pilot Fernando Alonso zum Thema Mercedes eingestehen. Der Spanier macht sich selbst große Hoffnungen auf seinen ersten Titel seit acht Jahren, doch im Ziel fehlten ihm am Sonntag über 35 Sekunden. Angesichts dieser Dominanz muss man selbst bei den Roten sehen: "Mercedes ist stark, daran besteht kein Zweifel", wie es Teamchef Stefano Domenicali ausdrückt.

Verrückt machen lassen will man sich von dem Ergebnis im Albert Park aber nicht, schließlich wurde erst ein Rennen absolviert. "Niemand kann jetzt schon sagen, wer am Ende den Titel gewinnen wird. Noch niemand hat den Titel im ersten Rennen verloren", zeigt sich Alonso optimistisch. "Wir müssen also ruhig bleiben und es in Zukunft einfach besser machen." Doch in Melbourne reichte es für die Scuderia nicht einmal zum Platz des stärksten Verfolgers.

Um diesen Platz streiten sich nämlich aktuell einige Teams. Zum einen wäre da McLaren, die mit Kevin Magnussen und Jenson Button die beiden Plätze hinter Sieger Rosberg belegten, zum anderen natürlich Red Bull, die mit Daniel Ricciardo auf Rang zwei fuhren, bevor sie disqualifiziert wurden - und dann gibt es auch Teams wie Williams, die sich ebenfalls auf Augenhöhe sehen. Felipe Massa glaubt jedenfalls, dass sein Team trotz des fünften Ranges im Moment sogar zweite Kraft ist.

Wolff rechnet mit Williams, Alonso mit allen

"McLaren ist ein gutes Rennen gefahren mit beiden Autos in den Punkten. Sie führen jetzt die Gesamtwertung an. Das hätten wir heute womöglich auch schaffen können. Alles ist möglich momentan", erklärt er. "Ich denke, Mercedes ist im Moment zu schnell für uns, aber danach könnten schon wir kommen." Selbst bei den Silberpfeilen hat man das Martini-Auto nach den gezeigten Leistungen besonders im Blick.

"Wenn man das Tempo bedenkt, das Valtteri (Bottas; Anm. d. Red.) vor seinem Mauerkuss anschlagen konnte", dann sieht Wolff sein Ex-Team durchaus als härtesten Verfolger. "Danach stand sein Lenkrad sicher nicht mehr ganz gerade, aber er war trotzdem sehr schnell. Wenn sie ein normales Rennen gehabt hätten, also ein besseres als dieses, und sich besser qualifiziert hätten, dann hätten sie durchaus einen Podestplatz erzielen können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Podestplatz drin gewesen wäre."

Doch wie immer ist in Australien alles nur eine Momentaufnahme. Vor drei Jahren belegte beispielsweise ein gewisser Vitali Petrow aus eigener Kraft den dritten Platz im Rennen - es sollte sein einziger Podestbesuch bleiben. "Ich kann mir vorstellen, dass es von Strecke zu Strecke unterschiedlich sein wird", rechnet Fernando Alonso schon bald wieder mit einem anderen Bild. Dann könnte zum Beispiel auch Sebastian Vettel wieder an der Spitze mit eingreifen, der in Melbourne ein Rennen zum Vergessen erlebte.

Red Bull noch nicht abgeschrieben

Bereits nach wenigen Runden und Startplatz zwölf war das Rennen für den Red-Bull-Piloten gelaufen. Zum ersten Mal seit Michael Schumacher 2005 schied somit wieder der aktuelle Weltmeister im ersten Lauf der Saison aus. Doch Vettel braucht sich nicht zu grämen: Auch Jacques Villeneuve 1997 und Mika Häkkinen 1999 erlebten den Saisonauftakt in Melbourne nicht in voller Länge - und wurden dennoch am Ende Weltmeister.

Und auch Mercedes ist bereits gewarnt, denn vor dem Wochenende hätte wohl niemand auch nur einen Pfifferling auf einen möglichen Podestplatz von Red Bull gesetzt. "Wenn man bedenkt, wo sie vor zwei, drei Wochen in Bahrain waren, dann müssen wir sehr vorsichtig sein", hat Toto Wolff die Bullen auf dem Zettel - auch wenn sie nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo an diesem Wochenende ohne Punkte nach Hause reisen mussten.

Und trotz der statistisch guten Ausgangsposition, so gibt es aus Silberpfeil-Sicht auch ein paar Zahlenspiel-Ausnahmen, die man sicherlich gerne ausblenden würde. Die letzte ist gerade einmal ein Jahr her: Damals dominierte ein gewisser Kimi Räikkönen im Lotus den Australien-Grand-Prix und wurde von vielen zum großen Favoriten erhoben. Wie viele Siege in der Saison noch folgten, dürfte auch noch bekannt sein: Nämlich kein einziger.

Fotoquelle: xpbimages.com

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