Auf Wolke sieben: McLaren will verhindern, dass Kevin Magnussen abhebt

Formel 1 2014

— 18.03.2014

Wieso Dennis Magnussens Schuhe an die Decke nageln will

Wie McLaren-Oberhaupt Ron Dennis verhindern will, dass Kevin Magnussen den Boden unter den Füßen verliert, und warum er am Kommandostand mitmischte



Der Saisonauftakt in Australien war das Rennen der Youngsters: Daniel Ricciardo fuhr bei seiner Premiere für das Weltmeisterteam Red Bull vor eigenem Publikum bärenstark auf Platz zwei, ehe er nachträglich disqualifiziert wurde. Daniil Kwjat erwies sich bei seinem Formel-1-Debüt im Toro Rosso trotz großer Technikprobleme bei den Tests als absolut Formel-1-reif und wurde Neunter - und das mit erst 19 Jahren. Die absolute Sensation war aber McLaren-Rookie Kevin Magnussen, der Weltmeister-Teamkollege Jenson Button im Griff hatte und wie ein abgezockter Routinier auf Platz drei fuhr.

Durch Ricciardos Disqualifikation rückte er sogar noch um einen Rang nach vorne und wird nun im Ergebnis als Zweiter gelistet. McLaren-Urgestein Ron Dennis, der nun wieder die Zügel beim Team aus Woking in der Hand hält, hätte sich keine bessere Rückkehr wünschen können: Nachdem er seinen "Ziehsohn" Lewis Hamilton im Vorjahr verloren hatte, wiederholt er nun das Kunststück, ein unerfahrenes Talent erfolgreich an die Königsklasse heranzuführen.

Dennis' Weisheiten

Und macht zudem seinen Frieden mit der Vergangenheit, denn Dennis versuchte bereits einmal, einen Magnussen in der Formel 1 zum Erfolgspiloten zu formen, doch bei Kevins Vater Jan Magnussen scheiterte diese Mission 1995 kläglich. Der Däne galt als Supertalent, war aber dermaßen unorganisiert und undiszipliniert, dass dem peniblen McLaren-Boss Dennis mehrmals der Kragen platzte und es schließlich zum Bruch kam.

Kein Wunder, dass Dennis Magnussen jun. besonders unter Beobachtung hat. Nach der Sensation von Melbourne versuchte der 66-Jährige alles, damit der 21-jährige Däne ja nicht die Bodenhaftung verliert. Selbst vor Märchenerzählungen machte Dennis dabei nicht halt. "Ein sehr weiser alter Mann ging in sein Haus, und an seine Decke war ein Paar Schuhe genagelt", erzählte Dennis dem Youngster. "Ich fragte, wozu das gut sein sollte, und er sagte, das seien die Schuhe seines Sohnes. 'Jedes Mal, wenn er sie sieht, dann erinnert ihn das daran, mit den Füßen am Boden zu bleiben', sagte der Mann."

Abschließend sagte Dennis zu Magnussen, er werde jetzt Schuhe an die Decke von dessen Hotelzimmer nageln. Die Botschaft kam beim amtierenden Renault-World-Series-Champion offenbar an. Auf die Frage, ob er jetzt feiern werde, meinte er an der Seite von Dennis: "Nein. Wie wissen, dass wir nicht die Schnellsten sind, also müssen wir unser Entwicklungstempo aufrecht erhalten und mit Vollgas weitermachen."

Immer wieder am Kommandostand: Dennis kann's nicht lassen

Genau die Worte, die Dennis, der stets betonte, bei Niederlagen körperliche Schmerzen zu verspüren, hören möchte. Dass dieser wieder voll da ist, zeigte sich auch während des Rennens: Nachdem er im Vorfeld des Wochenendes angekündigt hatte, nur als Beobachter in Melbourne zu sein und den Kommandostand unter der Leitung von Rennleiter Eric Boullier in Ruhe arbeiten lassen zu wollen, machte er dann doch regelmäßig Abstecher zur Boxenmauer.

Warum er es nicht lassen konnte? "Ich bin ein Racer", sagt Dennis gegenüber dem 'Telegraph'. "Der Gedanke, nicht zu verstehen, was passiert, und nichts beizutragen, kommt für mich nicht in Frage. Wenn man Dinge beobachtet, dann ist es gut, wenn man vorschlägt, ob man nicht dies oder das machen sollte."

Fotoquelle: xpbimages.com

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