Kevin Magnussen hatte nach seinem Podium beim Debüt Grund zum Strahlen

Formel 1 2014

— 18.03.2014

McNishs Rookie-Analyse

Alan McNish ist von den Leistungen der "jungen Wilden" der Formel 1 begeistert: Ricciardo, Magnussen, Bottas und Kwjat werden eine neue Ära prägen



Am Sonntag blies jede Menge frischer Wind durch den Albert Park von Melbourne. Nicht nur in technischer Hinsicht hat die Formel 1 eine neue Ära betreten, auch strahlten in Down Under neue Gesichter im Rampenlicht. So konnten Kevin Magnussen und Daniil Kwjat bei ihrem Grand-Prix-Debüt vollends überzeugen, ebenso sorgten Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas unter veränderten Vorzeichen für Furore. "Alle vier sind jünger als 25 Jahre und scheinen eine sichere Zukunft zu haben", prophezeit Ex-Formel-1-Pilot Alan McNish in seiner 'BBC'-Kolumne.

Zur Stützung dieser These geht der Brite in die Einzelkritik und lobt zunächst Red-Bull-Neuling Ricciardo: "In Australien hat er seine Stärke und Zielstrebigkeit hinter dem lockeren Lächeln offenbart. Er hat dadurch beeindruckt, dass er sowohl im Qualifying als auch im Rennen Zweiter geworden ist - bevor er disqualifiziert wurde." Letzteres sei jedoch vollkommen irrelevant bei der Bewertung des 24-Jährigen: "Das lag außerhalb seiner Kontrolle und schmälert die Qualität seiner Performance keineswegs", so McNish.

Ricciardo habe - besonders unter dem Druck Magnussens gegen Ende - eine enorme Reife an den Tag gelegt und auch über den Boxenfunk keinerlei Aufregung vermuten lassen. "Da war keine Spur von Nervosität in seiner Stimme. Er war immer zum richtigen Zeitpunkt schnell und hat es nicht übertrieben mit dem Auto." Zwar rechnet McNish nicht damit, dass der Rookie seinen Teamkollegen Sebastian Vettel mittelfristig schlagen kann, aber "es steht für mich außer Frage, dass er ein würdiger Nachfolger für Mark Webber ist."

Kevin Magnussen

Kein anderer hat in Melbourne jedoch derart positiv überrascht wie McLaren-Pilot Magnussen. Der 21-Jährige schlug seinen erfahrenen Teamkollegen Jenson Button in Rennen und Qualifying, leistete sich vor allem am Sonntag keinerlei Fehler. So wurde er nach Ricciardos Disqualifikation Zweiter bei seinem Formel-1-Debüt. "Als er vergangenes Jahr die starke Formel-Renault-3.5 dominiert hat, wurde bereits deutlich, dass die Formel 1 kein allzu großer Schritt mehr sein würde", meint McNish.

"Was mich aber überrascht hat, ist, dass es den Anschein hat, als hätte er absolut keine Last auf den Schultern", schwärmt der ehemalige Toyota-Fahrer von 2002. Zudem lobt er den effizienten Lernprozess des jungen Dänen: "Er war in Australien im Training ein paar Mal neben der Strecke. Aber er sagte nur, er habe die Grenzen ausgetestet, indem er sie überschritten hat - in einer kontrollierten Art und Weise, ohne zu weit zu gehen oder in die Wand einzuschlagen."

Valtteri Bottas

Für Aufsehen sorgte auch Williams-Fahrer Bottas. Auch wenn sich der Finne einen kleinen Fehler leistete, indem er die Wand berührte und etliche Positionen verlor, konnte er durch seine Pace überzeugen. "Es ist erst seine zweite Saison in der Formel 1, aber mit seiner Aufholjagd nach dem frühzeitigen Rückschlag hat er eine beeindruckende Reife bewiesen. Er hätte im Normalfall wohl eine Podiumsplatzierung für Williams geholt", ist sich McNish sicher.

"Besonders seine Überholmanöver haben mich überzeugt", gesteht der Schotte. Bottas hatte sich nach seinem Malheur von Position 16 wieder auf den sechsten Rang vorgekämpft, bevor er darüber hinaus ebenfalls von der Disqualifikation Ricciardos profitierte und zehn Punkte für sein Team holte. "Andere Fahrer wären vielleicht frustriert ob der Umstände gewesen und hätten womöglich zu viel riskiert. Aber er hat sich einfach geduldig nach vorn gearbeitet."

Daniil Kwjat

Auch Kwjat sei bei seinem Formel-1-Debüt einfach "erstaunlich" gewesen: "Besser kann man sich seinen ersten Grand Prix doch kaum vorstellen: Zuerst qualifizierst du dich in den Top 10 und dann hast du ein schwieriges aber sauberes Rennen, in dem du deinen Teamkollegen jagst, um dann einen fantastischen zehnten Platz mitzunehmen (letztlich als Neunter gewertet; Anm. d. Red.)." McNish glaubt, dass dieses Erfolgserlebnis den Druck auf den Schultern des 19-Jährigen mindern wird: "Red Bull kann sicher sein, dass es die richtige Entscheidung war, ihn aus der GP3 hochzuholen."

Zwischenzeitlich habe Kwjat während des Australien-Wochenendes ein wenig frustriert und überfordert gewirkt, meint McNish: "In einer der Trainingssessions hat Kwjat zu seinem Team gesagt: 'Ich kann das nicht alles während der Aufwärmrunde machen, was ich für euch erledigen soll.'" Das habe sich aber spätestens mit dem Qualifying geändert. "Ich habe keinen Fehler von ihm im Rennen gesehen", lobt McNish und blickt auf eine goldene Zukunft aller vier Piloten: "Sie haben sich augenblicklich angepasst. Sie werden es nicht als neue Ära ansehen - aber bald schon als die ihre."

Fotoquelle: xpbimages.com

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