War nie ein Fan der leisen Töne: Hobby-Schlagzeuger Eddie Jordan

Formel 1 2014

— 19.03.2014

Jordan überzeugt: "Der Sound wird wieder lauter werden"

Ex-Teamchef und Ecclestone-Intimus Eddie Jordan: Warum der Sound der Boliden bald wieder "sexy" sein wird und man sich gegen den Zeitgeist wehren muss



Der neue Sound spaltete in Melbourne die Formel 1. Die Boliden, die dieses Jahr nicht mehr von den hoch drehenden V8-Saugmotoren angetrieben werden, sondern von V6-Turbomotoren, die ein Drehzahllimit von 15.000 Umdrehungen in der Minute haben, machen nun deutlich weniger Lärm. Der Sound klingt zudem dumpfer, man hört Geräusche wie quietschende Reifen oder das Pfeifen des Turboladers.

Damit sind nicht alle glücklich - vor allem die Seilschaft rund um Formel-1-Boss Bernie Ecclestone machte ihrem Unmut Luft. Zunächst meinte der Vorsitzende des Australien-Grand-Prix, Ron Walker, dass man nicht das Produkt erhalten habe, für das man bezahlt, und dass es sogar rechtliche Konsequenzen für die Formel 1 geben könnte. Daraufhin meldete sich Ecclestone selbst zu Wort, der sich in seinen Befürchtungen der letzten Monate bestätigt fühlte und noch während der Saison Änderungen forderte, da es sonst "zu spät" sein könnte.

Jordan: Reiz der Formel 1 geht verloren

Und jetzt erhält er auch noch von seinem Verbündeten Eddie Jordan Rückendeckung. Der irische Ex-Teamchef gilt als Vertrauter des Formel-1-Zampanos, der immer wieder mit Insider-Informationen versorgt und sich so als Experte und als Orakel profilieren konnte. Im Gegenzug gibt er dem 83-Jährigen in Sachen Meinungsbildung Schützenhilfe.

Ihm ist gegenüber 'Talksport.com' bewusst, dass Fans umfangreiche Reglementänderungen meistens kritisch sehen: "Angenommen, es käme der Videobeweis im Fußball oder all die anderen Dinge -, dann mögen es die Leute zunächst nicht, aber sie gewöhnen sich daran." Was den Sound angeht, sieht er dies aber etwas anders: "Meiner Meinung nach machen in der Formel 1 die Anziehung und die Aufregung, die der Lärm verursacht, sehr viel aus - nennt es sexy, wenn ihr wollt. Die Motoren müssen wieder lauter werden."

Jordan fürchtet, dass derzeit das sinnliche Erlebnis zu kurz kommt: "Ich selbst bin ein großer Fan des Motorenlärms - wenn man es hört, bevor man das Auto sieht. Und man weiß: Oh mein Gott, ich muss mich beeilen, um das zu sehen! Das fehlt jetzt."

Widerstand gegen den Zeitgeist

Generell kann der Ire nachvollziehen, warum man sich dazu durchrang, die alten Motoren zu beseitigen und für ein Comeback der Turbos zu sorgen. "Die Motoren werden heutzutage immer kleiner und umweltfreundlicher - sie schaffen mehr Kilometer pro Liter. Die Zeit war also günstig, um das zu machen. Das hat sich jetzt aber negativ ausgewirkt."

Er ist davon überzeugt, dass der Status quo nicht von langer Dauer sein wird: "Ich weiß, dass sich Bernie Ecclestone der Sache angenommen hat. Und ich bin nach meiner eigenen Zeit als Teamchef sicher, dass die Teamchefs, die Verantwortlichen, eine Lösung finden werden, denn der Lärmpegel ist einfach zu niedrig. Ich bin sicher, dass sich das einpendeln wird und der Sound wieder lauter wird."

Jordan ist bewusst, dass die Formel 1 dieser Tage nicht mehr perfekt in den Zeitgeist passt und man daher "einen Mittelweg" finden müsse. "Es gibt Leute da draußen, die der Ansicht sind, dass der Lärmpegel im Alltag zu hoch ist, dass der Verbrauch ökonomischer werden muss", sagt der Ex-Teamchef. "Das kommt von Leuten außerhalb des Sports, die aber diktieren, wie alles ablaufen soll."

Fotoquelle: xpbimages.com

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