Bislang kommen Lewis Hamilton und Nico Rosberg gut miteinander aus

Formel 1 2014

— 21.03.2014

Rosberg: "Bei Lewis nehme ich viel weniger Risiko"

WM-Leader Nico Rosberg dementiert, im Melbourne nicht am Limit gewesen zu sein und erklärt, warum er auch ein Jahr nach Sepang eine Stallorder akzeptieren würde



Nico Rosberg erlebte in Melbourne einen Saisonauftakt mach Maß. Nach Platz drei im Qualifying fuhr der Mercedes-Star im Rennen die Schnellste Runde und holte einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Jetzt führt er die WM an. Und dem Wiesbadener, der bislang in 148 Rennen erst vier Siege einfuhr, ist die Euphorie ganz klar anzumerken.

So ein Auto, erklärt er gegenüber 'Sport Bild', "habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt. Weder in der Formel 1 noch in den Kategorien davor." Die Rivalen hatten im Albert Park sogar den Eindruck, dass Rosberg mit den anderen Piloten spielte und noch schneller hätte fahren können. McLaren-Boss Ron Dennis glaubt sogar, dass der Mercedes "1,5 Sekunden schneller" als der beste Verfolger ist.

Doch das will Rosberg nicht gelten lassen. Er behauptet, dass er keinen Spielraum nach oben hatte: "Das war keine Kaffeefahrt. Man muss auf so viele Dinge achten. Mal werden die Reifen zu kalt, dann musst du Sprit sparen. Ich war sehr wohl am Limit."

Rosberg sieht Mercedes auch als Team auf Red-Bull-Höhe

Red Bull erwies sich nach dem Problemen der Tests als überraschend stark, obwohl man die Leistung des Weltmeisters im Nachhinein wegen der Spritaffäre mit Vorsicht genießen muss. In Milton Keynes ist man jedenfalls überzeugt davon, dass man die Silberpfeile bald eingeholt hat.

Rosberg sieht sein Team aber gegen die Attacken von Red Bull gewappnet. Die wichtigste Erkenntnis des Saisonstarts sei für ihn, "dass wir als Team gewachsen sind und uns mittlerweile nicht mehr verstecken müssen vor Red Bull, die bis jetzt die Messlatte waren. Momentan, Stand heute, habe ich das schnellste Auto. Das ist schon mal der Hammer."

Weniger Risiko im Duell mit Hamilton

Das schnellste Auto hat auch Teamkollege Lewis Hamilton, der in Melbourne Pech hatte und wegen eines Defekts bei der Antriebseinheit bereits in der Anfangsphase ausschied. Der Brite will dieses Jahr unbedingt seinen heißersehnten zweiten WM-Titel einfahren und hat Blut geleckt. Angeblich ist es vor dem Saisonauftakt bereits zu leichten Spannungen gekommen.

Das spielt der 28-jährige WM-Leader allerdings herunter: "Stunk? Welcher Stunk? Wir hatten ein Meeting mit unseren Chefs und haben die Bedingungen für dieses Jahr gemeinsam definiert. Das ist doch das Gegenteil von Stunk, das sehe ich als konstruktiv an."

Rosberg gibt den Teamplayer: "Wir sind hier um Rennen zu fahren, aber wir müssen auch an Mercedes denken. Deshalb werde ich Lewis nie mit der gleichen Art und Weise überholen wie einen Red Bull. Bei meinem Teamkollegen werde ich mit viel weniger Risiko vorgehen." Heiße Duelle schließt er aber nicht aus. Und er weiß: "Je mehr Erfolg wir haben, desto komplizierter wird unsere Beziehung."

Rosberg würde Stallorder wieder akzeptieren

Die wurde bereits im Vorjahr auf eine harte Probe gestellt, als die beiden beim Grand Prix von Malaysia unmittelbar hintereinander das Red-Bull-Duo verfolgten, der vorne liegenden Hamilton aber Sprit sparen musste. Rosberg wurde daraufhin vom Team angewiesen, den Silberpfeil-Neuankömmling nicht zu attackieren, was er mit wenig Begeisterung akzeptierte.

Trotzdem würde er es 2014, wo die Titelchance deutlich größer ist, wieder so machen. "Für mich ist das Ganze ein Kompromiss", erklärt er. "Ich fahre nicht nur für mich, sondern für ein ganzes Team. Deshalb darf ich kein gutes Teamergebnis riskieren. Für die Mechaniker ist das ein großer Motivationsschub, weil sie dafür einen Bonus bekommen. Das wiederum steigert ihre Moral und macht mein Auto besser", sieht er sich langfristig auf der Gewinnerseite.

Ist Rosberg auch kurzfristig ein Gewinner - beim Grand Prix von Malaysia in rund einer Woche? "Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben", bremst er die hohen Erwartungen. "Wir haben einen guten Motor, und auch ein gutes Auto. Die Voraussetzungen sind also nicht so schlecht. Aber wir müssen die Technik hundertprozentig im Griff haben. Und das haben wir noch nicht ganz."

Fotoquelle: xpbimages.com

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