Großer Preis von Malaysia: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 31.03.2014

Vettel bläst zur Silberpfeil-Jagd: "Wenn wir so weitermachen..."

Die Formel 1 eine Mercedes-Werksmeisterschaft? Von wegen! Seit gestern ist klar, dass Sebastian Vettel auch 2014 im Titelkampf eine wichtige Rolle spielen wird



Selten hat man Sebastian Vettel nach einem dritten Platz so sehr lächeln gesehen wie am Sonntag nach dem Großen Preis von Malaysia in Sepang. Normalerweise hat der ebenso siegverwöhnte wir ehrgeizige Weltmeister das Rennfahrermotto "Der Zweite ist der erste Verlierer" verinnerlicht wie kaum ein anderer Fahrer, doch nach dem heißesten Grand Prix des Jahres war Vettel mit sich und seiner Leistung im Reinen, obwohl er den beiden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg den Vortritt lassen musste.

"Während der Tests dachten wir, dass wir die ersten paar Rennen nicht beenden können, daher haben wir schon einen großen Schritt nach vorne gemacht", blickt Vettel auch die Fortschritte seit den für Red Bull katastrophal verlaufenen Tests vor Saisonbeginn. Diese sind auch der Konkurrenz nicht entgangen. "Vor vier Wochen waren sie am letzten Testtag nirgendwo, und heute war er (Vettel, Anm. d. Red.) direkt hinter mir", sagt Rosberg. "Ich hätte zwar noch etwas schneller fahren können und habe ihn letztendlich klar geschlagen, aber das zeigt, wie sehr sie zugelegt haben."

Auch der Blick auf die nackten Zahlen unterstreicht die gewaltigen Fortschritte, die Red Bull und Renault in nur 28 Tagen gemacht haben. Zum Abschluss der Wintertests in Bahrain Anfang März war Vettel pro Runde noch mehr als vier Sekunden langsamer als die Mercedes-Piloten gefahren. Im Rennen von Sepang betrug der Unterschied zur schnellsten Rennrunde von Hamilton nur noch 1,223 Sekunden, auf Rosberg fehlten Vettel nur rund drei Zehntel.

Steigerungspotenzial bei Auto und Fahrer

Die Silberpfeile spüren den heißen Atem des Weltmeisters im Nacken, obwohl der mit seinem Paket noch alles andere als zufrieden ist. Vettel wird zwar nicht müde, die Anstrengungen der Renault-Leute zu loben, erklärt aber auch: "Bei der Fahrbarkeit sind wir noch nicht da, wo wir sein vollen. Und die Leistung ist auch kein großes Geheimnis." Doch nicht nur bei der Antriebseinheit sieht Vettel noch Luft nach oben.

"Ich muss noch dazulernen im Umgang mit dem neuen Auto. Es fühlt sich einfach völlig anders an als im vergangenen Jahr, daran muss man sich auch als Fahrer gewöhnen", sagt der Heppenheimer, der gestern in Malaysia zum ersten Mal in dieser Saison eine komplette Renndistanz mit dem RB10 fuhr. Zuversichtlich stimmt den Red-Bull-Piloten zudem die erneut starke, wenn auch unbelohnte Leistung seines Teamkollegen Daniel Ricciardo.

"Nach Australien hat Daniel hier auch wieder einen fantastischen Job gemacht. Das Auto war erneut sehr konkurrenzfähig, und das auf eine völlig anderen Strecke und unter völlig anderen Bedingungen", hält der Weltmeister zufrieden fest. Wer in der Formel 1 2014 mit einer "Mercedes-Werksmeisterschaft" gerechnet hatte, hat sich getäuscht. Red Bull ist nach zwei Rennen schon weiter, als Truppe aus Milton Keynes selber für möglich gehalten hatte. "Wir setzen sie jetzt schon unter Druck. Wenn wir so weitermachen können...", meint Vettel. "Die Vorzeichen sind gut."

Wird die WM zum Duell Mercedes vs. Vettel?

Fakt ist allerdings auch, dass Mercedes sowohl auf eine schnelle Runde als auch auf die gesamte Renndistanz gesehen derzeit noch klar die Nase vorne hat. Vettel kam gestern 24,553 Sekunden hinter Rennsieger Hamilton ins Ziel, verlor also im Durchschnitt pro Runde knapp eine halbe Sekunde. Ein Sieg aus eigener Kraft ist derzeit noch nicht möglich. Und auch bei der Höchstgeschwindigkeit hinkt Red Bull wegen des noch bestehenden Leistungsmankos der Renault-Antriebseinheit hinter Mercedes her, wodurch Vettel im Zweikampf auf der Geraden in der Defensive ist.

Daher sieht sich Vettel nach wie vor in der Rolle des Jägers. "Ich glaube die Jungs hatten nach dem Test einen kleinen Vorsprung gehabt. Es ist natürlich schwer für uns, den aufzuholen", sagt er. Entscheidend sei für Red Bull nun, im Entwicklungsrennen im Vergleich zu Mercedes einen Gang höher zu schalten. "Es kommt darauf an, wer wie große Schritte macht. Wenn wir größere Schritte machen als sie, ist es eine Frage der Zeit. Wir müssen ganz alleine auf uns schauen. Wir wissen, dass wir lange noch nicht da sind, wo wir sein müssen."

WM-Spitzenreiter Rosberg und Hamilton die Gejagten, Vettel der Jäger - standen gestern in Sepang schon die drei Piloten auf dem Siegerpodium, die auch die WM unter sich ausmachen werden? Hamilton mag zwar die Vorstellung, Mercedes als Titelträger zu sehen, mahnt aber zugleich, dass noch ein langer Weg vor dem Team liege. "Alle werden pushen, daher müssen wir dran bleiben."

Rosberg möchte, nachdem erst 50 von möglichen 500 WM-Punkten der Saison 2014 vergeben sind, ebenfalls noch nicht über die Weltmeisterschaft nachdenken: "Ich denke von Rennen, genieße den Moment und möchte das Beste daraus machen", sagt der Deutsche. Und Vettel hat mindestens noch seinen Teamkollegen und die beiden Ferrari-Fahrer im Duell um die WM-Krone auf der Rechnung. "Ich denke, Fernando fehlt hier noch, Daniel, Kimi und vielleicht noch ein anderer, von dem wir jetzt noch nichts ahnen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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