Prozession in Sepang: Ist die neue Formel 1 noch richtiges Racing?

Formel 1 2014

— 31.03.2014

Formel-Langeweile? Wolff widerspricht

Die Kritik an der neuen Formel 1 reißt nicht ab - Toto Wolff kann Bedenken der Fans verstehen, verteidigt aber das neue Reglement: Es gibt interessantes Racing



Die neue Formel-1-Generation spaltet die Fans: Zu leise, zu langsam, zu wenig spektakulär sagen die Kritiker auf der einen Seite. Die Befürworter sind von der neuen Hybrid-Technik fasziniert und sehen die Veränderungen positiv. Der Grand Prix von Malaysia am vergangenen Wochenende ist sicherlich nicht als das spannendste Rennen aller Zeiten in die Historie eingegangen. Abgesehen von der Sound-Diskussion waren viele Stimmen zu hören, dass die Fahrer die Autos nicht mehr am Limit bewegen, sondern nur Benzinsparen, die Reifen schonen und ebenfalls auf die komplizierten Antriebseinheiten achtgeben.

Das Rennen erinnerte an die Anneinanderreihung von Aufwärmrunden, für Überholmanöver sorgte das DRS. "Dass mit dem Verbrauch stimmt nicht, denn dieses Rennen war nicht vom Benzinverbrauch gekennzeichnet", räumt Mercedes-Teamchef Toto Wolff im 'ORF' ein. "Wir wussten von Anfang an, dass wir volles Rohr fahren können. Es gab auch Situationen im Rennen, wo Sebastian dem Nico auf die Pelle gerückt ist. Nico hat gesagt, dass er volles Rohr fährt."

"Das hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben"; vergleicht der Österreicher die aktuelle Situation mit dem Reifenmanagement der vergangenen Jahre. Deshalb findet Wolff, dass abgesehen von der Spitze auch guter Motorsport zu sehen war: "Wir haben gute Zweikämpfe gehabt und richtig Druck. Wir waren nicht durch den Reifen und auch nicht durch den Sprit limitiert." Allerdings setzte sich nach der Dominanz von Sebastian Vettel in der zweiten Saisonhälfte 2013 nun Mercedes an die Spitze.

"Wenn ich die Mercedes-Kappe abnehme, dann ist es natürlich für den Zuschauer nicht super, wenn vorne zwei Autos wegfahren und dann zwei Red Bull hinterhercruisen", sagt Wolff offen und ehrlich seine Meinung. "Insofern kann man das vielleicht verstehen. Wir sehen aber hier eine neue Formel, denn wir verbrauchen um ein Drittel weniger Sprit und haben mehr PS als wahrscheinlich bei den Motoren der Vorgeneration."

Deshalb ist es auch eine Frage der Entwicklung, bis die Teams die neue Technik bis zum Maximum belasten und ausreizen können. "Wir werden in ein paar Rennen auch wieder schneller fahren", ist Wolff überzeugt. Vor allem sind die neuen Antriebseinheiten nicht langsam: "In Monza werden wir auf den Geraden 360 oder 370 km/h erreichen. Wenn man das alles live sieht, dann ist es schon eine tolle Sache. Wenn das Rennen mit einem Doppelsieg zu Ende geht, dann ist es für den Fan natürlich nicht ideal."

Dass die Autos derzeit nicht komplett ausgereizt werden, zeigt unter anderem auch ein Blick auf die schnellsten Rennrunden: Hamilton drehte in der 53. von 55 Runden die schnellste Runde des Rennens und war dabei um eine Sekunde schneller als die Konkurrenz - obwohl er zu dieser Phase den Mercedes nur noch ins Ziel tragen brauchte.

Um wie viel schneller wäre es gegangen, wenn Hamilton das gesamte Rennen am Limit hätte fahren müssen? "Das zeigt, dass er etwas gespielt hat", findet Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber bei 'talkSPORT'. Er glaubt, dass die Formel 1 in den kommenden Monaten ein anderes Gesicht zeigen wird. "Sie schonen die Motoren, denn sie haben nicht viele pro Saison zur Verfügung. Ich glaube nicht, dass sie großen Druck hatten. Es kann sich aber alles rasch ändern."

Fotoquelle: xpbimages.com

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