Großer Preis von Bahrain: Pre-Events

Formel 1 2014

— 05.04.2014

Und noch eine Silberpfeil-Pole: Rosberg hat sie!

Nico Rosberg bezwingt Lewis Hamilton im Pole-Position-Duell in Bahrain: "Gute Erinnerungen an die Strecke" - Sebastian Vettel schon in Q2 ausgeschieden



Silber ist weiterhin auf Goldkurs. Auch im Qualifying zum Großen Preis von Bahrain war Mercedes nicht zu schlagen. Bei der ersten Flutlicht-Zeitenjagd in Manama setzte sich Nico Rosberg mit seiner Runde in 1:33.185 Minuten überraschend deutlich gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton (2./+0,279 Sekunden) durch. "Ich bin sehr glücklich. Bahrain liegt mir einfach", sagt der Topmann des Samstags. "Macht Spaß hier." Rosberg hat nun fünf Formel-1-Poles auf seinem Konto - genau so viele wie sein Vater Keke.

An der anhaltenden Übermacht der Silberpfeile hatte es nie einen Zweifel gegeben. Malaysia-Sieger Hamilton hatte alle Trainings für sich entschieden, im ersten Qualifying-Durchgang konnten sich die beiden Mercedes locker auf den härteren Medium-Reifen ins Vorderfeld fahren - und das, obwohl die weicheren Options zwei Sekunden schneller waren. In Q2 holten die Silbernen die Reifenkeule dann heraus und distanzierten die Konkurrenten deutlich.

Im abschließenden Shootout der besten Zehn legte Rosberg vor. Dem Deutschen gelang sofort eine perfekte Runde, an der sich Hamilton die Zähne ausbiss. Beim zweiten Versuch kurz vor dem Ende der Session hatten beide Piloten Probleme. Verbremser im ersten Sektor entschieden das Duell vorzeitig zugunsten Rosbergs. "Ich bin nicht enttäuscht. Man kann es nicht immer perfekt hinbekommen. Gratulation an Nico", nimmt Hamilton die teaminterne Niederlage gelassen hin.

Im Kampf um die Positionen in der zweiten Startreihe ging es sehr eng zu. Phasenweise sahen die Force Indias am stärksten aus, dann die Williams. Am Ende wuchtete sich jedoch Daniel Ricciardo (+0,866) auf den dritten Rang. "Er hat eine super Runde absolviert", lobt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. "Leider werde ich aber um zehn Plätze versetzt", relativiert der australische Neuzugang, der wegen einer Boxenstopp-Panne in Sepang noch leiden muss: Startplatz 13 - und somit doch hinter dem Teamkollegen, bei dem es nicht lief.

Vettel bleibt in Q2 hängen

Sebastian Vettels Probleme hatten bereits im dritten Freien Training am Mittag begonnen. Dort hatte sich der Champion einen seiner seltenen Fahrfehler geleistet. Die Session endete vorzeitig im Kies, er hatte die weichen Reifen nicht noch einmal ausprobieren können. Mit diesem Nachteil schaffte es Vettel nicht in die Jagd um die Pole, sondern er blieb als Elfter in Q2 hängen. "Ich habe mich im Auto nicht so wohl gefühlt", gibt der Heppenheimer zu Protokoll.

Red Bull hatte am gesamten bisherigen Wochenende Sorgen mit der Software, die das Zusammenspiel der Antriebskomponenten regelt. "Wir drehen uns da im Kreis", sagt Marko. Als Konsequenz hatte Vettel in allen Sessions Probleme beim Zurückschalten. "Wenn es beim Zurückschalten nicht passendes Zwischengas gibt, dann gibt es ein zu großes Schleppmoment an der Hinterachse - und dann kannst du nicht einlenken", erklärt 'Sky'-Experte Marc Surer die Auswirkungen solcher Probleme.

Weil sein Teamkollege noch um zehn Startplätze zurückversetzt wird, geht Vettel am Sonntagabend von Rang zehn in das Nachtrennen in Bahrain. Die fünfte Startreihe wird er sich mit Ferrari-Star Fernando Alonso teilen, der am Samstag in der abschließenden Zeitenjagd in Q3 Letzter wurde. Bei einem Rückstand von über 1,8 Sekunden auf Rosberg wurde deutlich, dass der F14 T die weichere Mischung nicht ausreichend in Rundenzeit umsetzen kann. Kimi Räikkönen (6./+1,183) erging es immerhin etwas besser.

Hülkenberg und Sutil enttäuscht

Den größten Druck darf Mercedes am Sonntag von den Kundenteams erwarten. Williams-Pilot Valtteri Bottas (4./+1,062) und Force-India-Neuzugang Sergio Perez (5./+1,161) hatten den guten Rennspeed ihrer Autos bereits im Training angedeutet. Auch die McLaren von Jenson Button (7./+1,202) und Kevin Magnussen (9./+1,5279 dürften Chancen auf einen Podestrang bieten. Bahrain-Spezialist Felipe Massa (8./+1,326) lag überraschend weit hinter seinem Teamkollegen Bottas.

Neben Vettel gab es nach dem Qualifying zwei weitere Deutsche mit zerknirschtem Gesichtsausdruck. Nico Hülkenberg (12./Force India) konnte das Potenzial seines Autos in Q2 nicht umsetzen. "Ganz simpel und einfach: Meine Runde war heute nicht gut genug", sagt der Emmericher, der sich unter anderem in Kurve elf einen Schnitzer leistete. Eine zweite Runde konnte er nach dem Umlauf nicht mehr anhängen. "Ich hatte nur Benzin für eine einzige Runde", sagt er. Punkte sind dennoch greifbar.

Einen richtig schlechten Tag erwischte Adrian Sutil (18./Sauber). Der Gräfelfinger schob Frust. "Mein Anspruch ist ganz woanders, das ist klar. Man kann aber nicht schneller als das Auto sein. Es kann sich jeder mal gerne reinsetzen und es besser machen", sagt Sutil trotzig bei 'RTL'. Zum Schutze des Deutschen sei gesagt, dass sein Fahrzeug (Auto inklusive Fahrer) immer noch mit 20 Kilogramm "Übergewicht" unterwegs ist. Auf der anderen Seite: Teamkollege Esteban Gutierrez schaffte den Sprung ins Q2 und wurde 15.

Den Kampf um den Sieg beim dritten Rennen der aktuellen Formel-1-Saison werden wohl wieder die beiden Mercedes-Piloten unter sich ausfechten. "Wenn das Auto hält, ist es beruhigend", so Motorsportchef Toto Wolff. "Hoffentlich können wir das Rennen gewinnen. Wir haben bemerkt, dass die Qualifying-Leistung immer eine andere ist als im Rennen", merkt Sportdirektor Paddy Lowe an. Und auch Rosberg bleibt vorsichtig: "Morgen ist wieder eine ganz andere Geschichte."

Fotoquelle: xpbimages.com

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