Robert Kubica musste 2011 ebenfalls einen schweren Unfall überstehen

Formel 1 2014

— 06.04.2014

Kubica bangt mit "Schumis" Familie: "Sie leiden am meisten"

Spätestens seit seinem eigenen Unfall weiß Robert Kubica, wie schwierig eine Situation wie bei Michael Schumacher besonders für die Angehörigen ist



Seit Freitag gibt es endlich wieder einmal gute Nachrichten von Michael Schumacher. Der Deutsche, der seit seinem schweren Skiunfall im künstlichen Koma liegt, soll "Momente des Bewusstseins und des Erwachens" zeigen, und befindet sich somit langsam auf dem Weg der Besserung. Auch Ex-Kollege Robert Kubica musste einst nach einem schweren Rallye-Unfall um sein Leben bangen, fährt aber mittlerweile wieder Rennen in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Der Pole, der seine Formel-1-Karriere nach dem Unfall aufgeben musste, verfolgt natürlich auch das Geschehen um den Rekordweltmeister. Er hat besonders Mitleid mit den Freunden und Verwandten des Kerpeners, die in dieser Situation wohl mehr leiden müssen als der siebenfache Weltmeister selbst, wie er aus eigener Erfahrung weiß. "Im Vergleich zu ihnen hatte ich es fast gut", spricht er bei 'Die Welt' über seinen Unfall 2011 und die bangen Momente seiner Familie.

"Ich wurde zwar immer wieder operiert. Aber richtig realisiert habe ich das alles gar nicht, dafür waren die Medikamente viel zu stark. Zumindest am Anfang. Natürlich hatte ich Schmerzen, wenn ich nach einer Narkose aufgewacht bin - und glauben Sie mir, das war sehr oft der Fall. Aber die meiste Zeit war ich in einer Art Dämmerzustand. Die Zeit ist einfach so vorbeigezogen, ohne dass ich wirklich bei Sinnen war."

Seine Familie hingegen wusste von Anfang an genau, wie schwer die Verletzungen des ehemaligen Formel-1-Piloten waren. "Aber sie konnten nichts machen, außer abzuwarten und zu beten, dass ich wieder gesund werde." Ähnliches erlebe nun Schumachers Ehefrau Corinna sowie die weiteren Angehörigen am Krankenbett in Grenoble. "Ich glaube, dass die Familienmitglieder in solchen Phasen mit Abstand am meisten leiden, auch bei Michael", so Kubica.

Im Nachhinein habe er die Situation noch oft mit seiner Familie besprochen. Mittlerweile geht es dem Polen wieder gut, auch wenn seine rechte Hand noch immer nicht im vollen Leistungsbesitz ist. Bei Michael Schumacher geht es allerdings um mehr als nur Extremitäten. Durch den Aufprall auf einen Felsen wurden sein Kopf und sein Gehirn in Mitleidenschaft gezogen, und noch weiß niemand, ob der 45-Jährige jemals wieder vollständig erholt sein wird. "Da sind Hoffnung und eine positive Lebenseinstellung fast die einzigen Dinge, die einem bleiben", sagt Kubica.

Der Rallye-Pilot kann sogar gewisse Parallelen zwischen seinem Schicksal und dem von Schumacher erkennen: "Es waren unterschiedliche Unfälle und ich hatte auch andere Verletzungen als Michael. Trotzdem finde ich, dass es Gemeinsamkeiten gibt. Beide Unfälle zeigen, wie zerbrechlich das Leben ist. Man kann nie wissen, was morgen, ja nicht einmal, was in der nächsten Stunde passiert. Ich hoffe wirklich, dass er diese schreckliche Sache so gut wie möglich übersteht. Das wünsche ich nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie und seinen Freunden."

Fotoquelle: xpb.cc

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