Helmut Marko hat die WM trotz der schwierigen Lage nicht abgeschrieben

Formel 1 2014

— 08.04.2014

Marko: "Hoffen, in Europa in Mercedes-Reichweite zu sein"

Motorsportkonsulent Helmut Marko erklärt, mit welchen Problemen Red Bull derzeit kämpft und sieht nicht nur beim Motor, sondern auch beim Chassis Luft nach oben



Zu Saisonbeginn war die Überraschung groß, als sich der Rückstand von Red Bull auf Mercedes trotz des Testfiaskos in Grenzen hielt. Zumal man davon ausgehen durfte, dass das Weltmeisterteam den Rückstand weiter reduzieren würde und so bald zu einer ernsthaften Konkurrenz werden könnte. Beim dritten Saisonrennen in Bahrain zeigten die Silberpfeile allerdings, wie groß der Unterschied wirklich ist: Nico Rosbergs Schnellste Rennrunde war um 2,2 Sekunden schneller als die beste Red-Bull-Runde durch Daniel Ricciardo - eine Welt.

Und auch im Rennen fiel auf, wie mühelos sich Mercedes einen Vorteil auf den Rest des Feldes herausfahren konnte. Red Bull gibt zwar nicht auf - inzwischen ist es aber allen beim österreichischen Rennstall mit Sitz in Milton Keynes bewusst, dass man vor einer Herkulesaufgabe steht, will man doch noch einen Titel holen.

Schon in Barcelona eine Gefahr für Mercedes?

Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko gibt gegenüber 'ServusTV' die Marschroute vor: "Unsere Hoffnung ist, dass wir in Europa zumindest in Reichweite von Mercedes sind, und dass dann auch andere Strecken kommen." Zumal er meint, dass der Leistungsnachteil von Renault für den eklatanten Unterschied auf dem Bahrain International Circuit verantwortlich ist: "Für einen guten Motor ist Bahrain optimal. China wird auch schwierig sein mit zwei langen Geraden. Aber beim Rest wie Barcelona und Monaco kommt das Chassis auch mehr zur Geltung."

Marko ortet bei Mercedes einen PS-Vorteil von "zirka 80 PS". Zudem sei der Antriebsstrang aus Brixworth in punkto Fahrbarkeit gegenüber Ferrari und Renault im Vorteil. "Das macht es natürlich sehr, sehr schwer", seufzt der Österreicher. Er gibt aber zu, dass Mercedes seine Hausaufgaben einfach besser gelöst hat: "Das hat sich Mercedes durch Cleverness und eine wesentlich längerfristige Vorbereitung erarbeitet. Und da werden sowohl Ferrari als auch wir sehr zu kämpfen haben, dass wir da auch nur annähernd in die Nähe kommen."

Wo die Probleme liegen

Marko glaubt nicht an einen plötzlichen Durchbruch: "Das ist ein Prozess, der nicht mit einem Geniestreich geht." Er führt dies auf die Komplexität der Materie zurück: "Das Problem ist die Koordination vom Turbomotor mit den Hybrid-Systemen. Um das ganze abzustimmen und optimal auszunützen, brauchst du auch entsprechendes Benzin. Das Benzin ist mit jeder Zündeinstellung, mit jeder Temperatur anders."

Details machen diesbezüglich einen großen Unterschied. Marko beschreibt das anhand eines Beispiels: "Beim Sebastian gab es im Qualifying eine andere Software-Einstellung, und plötzlich gab es beim Herunterschalten ein Blockieren der Räder. Das ganze Auto wurde unruhig." Bei Renault arbeitet man rund um die Uhr, um die Probleme zu lösen: "Es kommt jetzt wieder eine neue Entwicklung auf der Software-Seite, es kommen andere technische Sachen dazu. Es wird aber noch ein mühsamer Weg."

Der Österreicher ist aber sicher, dass man bei der Aufholjagd nicht nur von den Franzosen abhängig ist - auch in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes können entscheidende Akzente gesetzt werden: "Wir sind in Bahrain an acht Testtagen keine 100 Kilometer gefahren. Mercedes ist das Zehnfache gefahren. Das heißt von der Chassis-Seite können wir viel aufholen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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