Testfahrten in Sachir: Dienstag

Formel 1 2014

— 08.04.2014

Testauftakt in Bahrain: Nur Hülkenberg kommt Rosberg nahe

Auch beim Teststart in Bahrain waren mit Nico Rosberg und Nico Hülkenberg zwei Fahrer mit Mercedes-Antrieb voran - Sergei Sirotkin darf sich über Superlizenz freuen



Zwei Tage nach dem aufregenden Grand Prix von Bahrain ging die Mercedes-Show in Sachir weiter: Nico Rosberg beendete den ersten der zwei Testtage auf dem Bahrain International Circuit auf dem ersten Platz - auch auf Platz zwei landete mit Force-India-Pilot Nico Hülkenberg ein Fahrer mit Mercedes-Antriebsstrang.

Die enorme Überlegenheit der Silberpfeile, die sich am Rennwochenende gezeigt hatte, war heute nicht so deutlich: Hülkenberg hätte die Rosberg-Bestzeit kurz vor der Zielflagge beinahe geknackt und musste sich um 0,367 Sekunden geschlagen geben. Ferrari-Star Fernando Alonso, McLaren-Rookie Kevin Magnussen und Williams-Hoffnung Valtteri Bottas rundeten die Top 5 ab .

Die Teams durften sich beim ersten der vier Zweitages-Tests - weitere Ausgaben sind diese Saison nach den Rennen in Barcelona, Silverstone und Abu Dhabi geplant - über perfekte Bedingungen freuen. Bei 31 Grad Lufttemperatur, 45 Grad Asphalttemperatur und kaum Wind versuchten die Teams, ihre Boliden weiterzuentwickeln - Caterham war währenddessen als Pirelli-Testteam abgestellt und arbeitete an der Entwicklung der neuen Pneus für 2015. Nicht ohne Probleme, denn nach 63 Runden am Vormittag blieb der Bolide von Robin Frijns am Nachmittag wegen eines Hydrauliklecks in der Box.

Rosberg sammelt ordentlich Kilometer

Rosbergs Bestzeit von 1:35.697 Minuten war um etwas mehr als eine Sekunde langsamer als die Bestzeit der Freien Trainings durch Lewis Hamilton und um zweieinhalb Sekunden hinter seiner eigenen Pole-Position-Zeit. Dieser Vergleich hinkt allerdings, da das Qualifying am Abend ausgetragen wurde und sich die niedrigeren Temperaturen positiv auf die Leistungsfähigkeit der Motoren und Reifen auswirkten.

Wirklich beeindruckend war aber heute Rosbergs Rundenpensum: Der Mercedes-Star kam auf 121 Runden, also rund zwei Renndistanzen. Nur McLaren-Pilot Magnussen durchbrach mit 102 Umläufen ebenfalls die 100-Runden-Schallmauer. Auf Platz drei im Runden-Ranking rangiert Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo (91). Der "Aussie" blieb aber dafür in punkto Rundenzeit unauffällig und musste sich mit Platz sieben begnügen.

Alonso sorgt für Abbruch

Deutlich besser als vergangenes Wochenende setzte sich Ferrari in Szene: Alonso kam im F14 T auf Rang drei - allerdings mit einem Rückstand von beinahe einer Sekunde. Sein Bolide war heute Morgen mit großen Messvorrichtungen ausgestattet worden, um Daten der neuen aerodynamischen Teile zu sammeln.

Es dauerte nur sechs Runden, ehe der Spanier ausrollte und für eine Unterbrechung sorgte. Später konzentrierten sich die Roten aus Maranello auf die Arbeit am mechanischen Setup, um die Balance des Autos eingangs und ausgangs der Kurven zu verbessern.

Sirotkin erfährt sich Superlizenz

Beim zweitbesten Ferrari-Team Sauber stand der heutige Tag ganz im Zeichen von Sergei Sirotkins Versuch, die 300 Kilometer, die er für die Superlizenz benötigt, hinter sich zu bringen. Mit 75 Runden, was über 400 Kilometern entspricht, gelang das Unterfangen souverän. In der Zeitenliste reihte sich der junge Russe, der vom Schweizer Team auf die Formel 1 vorbereitet werden soll, mit 3,3 Sekunden Rückstand auf Platz acht ein.

Für eine Überraschung sorgte währenddessen Marussia-Pilot Max Chilton, der in der Endphase Gas gab und sich schließlich vor Ricciardo auf Platz sechs wiederfand. Der Rückstand auf die Bestzeit betrug nicht einmal zwei Sekunden - und das, obwohl der Brite wegen eines Hydraulikproblems wertvolle Zeit verloren hatte.

Probleme bei Lotus

Williams und Lotus geizten heute mit Kilometern: Bottas wurde zwar immerhin Fünfter, er spulte aber nur 28 Umläufe ab - laut dem Team war dies allerdings der Plan, und man konnte das geplante Programm absolvieren.

Anders die Situation beim Lotus-Team, das auch heute kaum zum Fahren kam. Pastor Maldonado absolvierte nur 16 Runden und kam nicht über Rang zehn hinaus. Die Truppe aus Enstone wurde von bislang unbekannten Problemen mit dem Antriebsstrang verfolgt und war damit großteils zum Zuschauen verdonnert. Ein weiterer Rückschlag für das einstige Siegerteam.

Das Schlusslicht in der Tabelle bildete die Toro-Rosso-Truppe mit Daniil Kwjat. Dort war die Laune aber in Anbetracht des Ergebnisses gar nicht schlecht: Das liegt daran, dass sich der junge Russe auf die Verbesserung des STR9 unter Rennbedingungen konzentrierte und stets mit viel Sprit unterwegs war.

Fotoquelle: xpbimages.com

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