Red Bulls Chefdesigner Rob Marshall treibt die Entwicklung voran

Formel 1 2014

— 09.04.2014

Red-Bull-Chefdesigner wehrt sich: RB10 nicht zu riskant

Red Bulls Chefdesigner Rob Marshall im Interview: Warum der RB10 nicht zu riskant ist und wie man einen Mercedes-Alleingang doch noch verhindern möchte



Nach dem Testfiasko im Winter reiste Red Bull mit Kopfschmerzen zum Saisonauftakt nach Melbourne. Die erste drei Rennen haben nun gezeigt, dass der RB10 enormes Potenzial hat, dass Red Bull und Renault aber noch nicht alle Hausaufgaben bewältigt haben. Chefdesigner Rob Marshall spricht im Interview über die Herangehensweise bei den kommenden Rennen, die größte Baustelle und den technischen Balanceakt zwischen Mut und Risiko.

Frage: "Rob, viele Leute waren überrascht, als der RB10 in Australien auf Anhieb konkurrenzfähig war. Hast du das auch erwartet oder war es eine angenehme Überraschung?"
Marshall: "Es war angenehm, aber nicht unbedingt eine Überraschung. Wir hatten bei den Wintertests große Zuverlässigkeitsprobleme. Da leidet man darunter, denn es dauert seine Zeit, bis man die Teile produziert hat, die das Problem lösen. Man designt die Lösung, muss eine Zeitlang warten, ehe man es wieder versuchen kann."

Frage: "Ihr wart an Motoren gewöhnt, die zuverlässig sind, die man schnell wechseln kann und die von der Mannschaft verstanden werden. Wart ihr von den V8-Motoren verwöhnt?"
Marshall: "Ich denke schon. Die Regeln und das Motorenreglement waren so lange stabil. Jetzt ist alles neu: Es gibt viel mehr Teile und so viele Möglichkeiten, etwas falsch zu machen, dass die Arbeit sehr lange dauert - wir haben uns aber bereits entscheidend verbessert."

Frage: "Manche sagen, dass ihr beim Design des RB10 potenzielle Probleme mit der neuen Antriebseinheit nicht in Betracht gezogen habt. Hättet ihr vorsichtiger sein sollen, oder muss man ein Auto am Limit konstruieren, wenn man gewinnen will?"
Marshall: "Es hängt nicht davon ab, ob man aggressiv oder vorsichtig ist: Man versucht, das richtige Teil zu bauen, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Wir haben nicht der Sache wegen Risiken genommen oder uns das Leben besonders schwer gemacht. Wir haben überall Maß angelegt, die Risiken kalkuliert. Das kann die Arbeit erschweren, aber niemand sagt, dass es einfach sein sollte."

Frage: "Der RB10 ist erst am Anfang seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Hattet ihr gehofft, dass die neue Renault-Antriebseinheit auf Anhieb perfekt funktionieren würde?"
Marshall: "Nein, das hätten wir nie gedacht. Wir wussten, dass es schwierig werden würde. Es handelt sich um eine große Aufgabe, und auch Renault wusste das. Sie hatten viele Lösungen vorbereitet, und - wie bei uns - gab es Dinge, auf die sie erst beim Testen gestoßen sind. Einige dieser Teile haben eine lange Vorlaufzeit, und man muss warten, bis sie fertig sind."

Frage: "Abgesehen vom Motor und vom Antriebsstrang: Seid ihr mit dem RB10-Chassis und mit dem Aerodynamikpaket zufrieden?"
Marshall: "Ja, sind wir. Es scheint den Erwartungen zu entsprechen - aber wir sind erst am Anfang dessen, was möglich ist."

Frage: "Wie geht es jetzt weiter?"
Marshall: "Wir sind immer noch dabei, das Auto in seiner aktuellen Form zu optimieren. Die Aerodynamik wird kontinuierlich weiterentwickelt, außerdem müssen wir noch intensiv daran arbeiten, das Potenzial des Motors freizumachen. Wir werden uns all dieser Dinge annehmen, aber kurzfristig steht es im Vordergrund, dass wir den Motor wirklich zum Arbeiten bringen."

Frage: "Dieser Tage findet in Bahrain der erste Test während der Saison in Bahrain statt. Hat der eine große Bedeutung?"
Marshall: "Wir bringen nicht nur Teile zum Test, sondern werden ständig am Auto arbeiten."

Fotoquelle: Red Bull

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