Todt gibt den Teams und Ecclestone die Schuld für das Scheitern des Budgetlimits

Formel 1 2014

— 09.04.2014

Geplante Budgetobergrenze ab 2015 gescheitert

FIA-Boss Jean Todt gibt zu, dass das von ihm geplante Budgetlimit ab 2015 durch den Widerstand der Teams und Ecclestone gescheitert ist, hat aber einen Notfallplan



Alle wissen, dass etwas passieren muss, aber es wäre nicht die Formel 1, wenn nicht jeder am Ende doch auf seinen eigenen Vorteil schauen würde. Und so kommt es, dass zahlreiche Teams ums Überleben kämpfen, aber kaum Schritte unternommen werden, um diese für den Sport gefährliche Situation in den Griff zu kriegen.

Vor einigen Jahren wollte der damalige FIA-Boss Max Mosley eine Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro durchboxen, die die Teams zum Sparen zwingt, doch der Brite konnte wegen den Konsequenzen seiner Sex-Affäre dieses Projekt nicht zu Ende führen. Stattdessen nahmen die Teams das Heft selbst in die Hand, um auf Basis des Ressourcen-Restriktions-Abkommens die Kosten im Griff zu haben - kein Wunder, dass die freiwillige Selbstkontrolle zwischen den Teams für Spannungen sorgte.

Warum Todt scheiterte

Als diesen Winter einige Teams um ihre Zukunft zitterten, griff Mosleys Nachfolger Jean Todt die Idee des Budgetlimits allerdings wieder auf und kündigte ab 2015 eine Obergrenze an. Insider betrachteten dies als Lippenbekenntnis - und sie sollten Recht behalten. Denn nun gesteht der FIA-Boss, dass der Plan gescheitert ist.

Als Ursache nennt er die erst vor wenigen Monaten gegründete Strategiegruppe, in der neben den Vertretern der Teams Red Bull, Mercedes, Ferrari, McLaren, Williams und Lotus auch je sechs Vertreter des Inhabers der kommerziellen Rechte und der FIA mit einer einfachen Mehrheit über Zukunftsentscheidungen für die Formel 1 abstimmen.

Ihm seien die Hände gebunden, "wenn der Inhaber der kommerziellen Rechte und sechs Teams dagegen sind", erklärt Todt. "Das ist simple Mathematik. Dann gibt es eben kein Budgetlimit." Die Aussagen des ehemaligen Ferrari-Teamchefs sind interessant, da sie darauf hindeuten, dass selbst der kriselnde Lotus-Rennstall gegen eine Budgetobergrenze gestimmt hat - dabei hätte das Team aus Enstone diese bitter nötig.

Notfallplan Sportliches Reglement

Wie es nun in der leidigen Debatte weitergeht? "Alle sagen, dass sie dafür sind, dass die Kosten reduziert werden", sagt Todt. "Und zwar durch das Sportliche Reglement." Dennoch weiß er, dass dieser Weg suboptimal ist: "Gewissermaßen bin ich enttäuscht, denn so ist es schwieriger, die Kosten zu senken, was meiner Meinung nach aber notwendig ist." Nun liegt es an der Strategiegruppe, Vorschläge für einen Kostensenkungsplan zu machen, der dann in das Technische Reglement für 2015 einfließen wird.

Einer der Streitpunkte unter dem Ressourcen-Restriktions-Abkommen war stets, welche Bereiche der Selbstkontrolle unterworfen sind: Red Bull kritisierte, dass der Fokus zu stark auf der Aerodynamik liege, dass es im Bereich der Motoren aber zu große Freiheiten gäbe - ein Vorteil für die direkten Rivalen Ferrari und Mercedes. Aus diesem Grund stieg man vor einigen Jahren aus dem freiwilligen Abkommen aus. Die Rivalen kritisieren, dass das Weltmeisterteam mehr Geld ausgibt als alle anderen und aus mangelndem Interesse eine Kostensenkung nicht zulasse.

Fotoquelle: xpb.cc

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