Helmut Marko macht auf die Schwächen des neuen Regelwerks aufmerksam

Formel 1 2014

— 09.04.2014

Rundumschlag: Marko kritisiert Strafen, Sound und tiefe Nasen

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko hätte für Malaysia lieber eine Geldstrafe bezahlt und hält die tiefen Nasen für eine große Gefahr



Beim Weltmeisterteam ist man nicht zufrieden - Red Bull fährt Mercedes noch hinterher, muss sich wegen Benzindurchfluss und Boxenstopp-Fehler zu oft mit der Rennleitung beschäftigen und ist nach drei Rennen in der Formel-1-Saison 2014 nur auf Platz vier der Konstrukteurswertung. Die neue Formel 1 scheint kein ideales Pflaster für das ambitionierte Team. Motorsportberater Helmut Marko erzählt, was ihn an dem veränderten Regelwerk sonst noch stört.

In Australien setzte es einen Ausfall von Sebastian Vettel und eine Disqualifizierung des zweitplatzierten Daniel Ricciardo. In Malaysia ging der Boxenstopp von Ricciardo in die Hose und es gab mit einer Zeitstrafe und einer Strafversetzung eine doppelte Bestrafung für den Fahrer. In Bahrain waren Force India und Williams die schärfsten Gegner. Bedeuten die neuen, teilweise schärferen Regeln etwa einen Nachteil für Red Bull? Marko sieht zumindest eine Menge Verbesserungspotenzial bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen.

"Da wird zu viel reglementiert", klagt der Österreicher bei 'ServusTV', "denn der arme Daniel hat nichts falsch gemacht." Den Fahrer für eine unsichere Freigabe in der Boxengasse doppelt zu bestrafen hält er für unfair. "Wenn, hat das Team etwas falsch gemacht. Es gibt eine Konstrukteursmeisterschaft und eine Fahrermeisterschaft. Da soll man uns Punkte abziehen oder eine Geldstrafe geben."

Marko: "In meinen Augen war es kein Unsafe-Release"

Eine Beschwerde darüber konnte das Team schon am vergangenen Wochenende persönlich an oberster Stelle abgeben. "Jean Todt war in Bahrain", erzählt Marko. "Er hat zu verschiedenen Themen Stellung genommen und hat in Aussicht gestellt, dass man das überdenkt und entsprechende Änderungen durchführt."

Laut dem Motorsportberater war die Bestrafung ohnehin übertrieben. "In meinen Augen war es kein Unsafe-Release. Wird sind herausgefahren, der Daniel hat gesagt: 'Hallo, das Rad ist locker', und wir haben ihn zurückgeschoben. Da war keine Gefährdung. Dass man ihn zurückversetzt und das nächste Rennen auch noch verhaut, da ist etwas falsch." Ricciardo qualifizierte sich in Bahrain als Dritter, musste aufgrund der Strafe jedoch von Platz 13 aus starten. Im Rennen konnte er sich allerdings auf den vierten Platz vorkämpfen.

In seinem Ärger über den Strafenkatalog kommt Marko auch noch einmal auf die Umgestaltung der Königsklasse allgemein zurück. Die Diskussion über den zu leisen Sound, die mittlerweile in aller Munde ist, lässt auch ihn nicht kalt. "Da muss man einfach aufs Publikum Rücksicht nehmen, auf die Fans. Wenn die Zuschauer nicht zufrieden sind, muss man reagieren", so der 70-Jährige.

Neue Nasen führen zu gefährlichen Situationen

Und auch die Gestaltung der neuen Nasen hält er für bedenklich. Dabei ist die Diskussion um die teilweise seltsam aussehenden Frontpartien der Fomrel-1-Boliden mittlerweile von einer Ästhetik-, zu einer Sicherheitsfrage geworden. "Man wollte mit dieser neuen Nase, dass die Nase bei einer Kollision nicht ins andere Auto eindringt", sagt Marko. Doch der Unfall zwischen Pastor Maldonado und Esteban Gutierrez in Bahrain, bei dem der Lotus den Sauber so unglücklich traf, dass dieser sich überschlug, zeigte andere Gefahrenquellen auf. "Hier hat man genau gesehen, dass sie so tief ist, dass sie unter das andere Auto fährt. Sie hebt es aus, und es kommt zum Überschlag", so Marko.

Der ehemalige Rennfahrer merkt außerdem an, dass es in Australien schon einen ähnlichen Vorfall gegeben hat: "Wir haben schon beim ersten Rennen einen Auffahrunfall gehabt. Da ist der Kobayashi dem Massa hinten hineingeknallt und ist komplett unter das andere Auto gefahren. 20 Zentimeter vor seinem Kopf ist Gott sei Dank das Heck des Williams zum Stillstand gekommen."

"Adrian Newey hat bei dieser Änderung sogleich gesagt, dass es eine wesentlich gefährlichere Situation ist", sagt Marko weiter. "Das kann man aber während der Saison nicht ändern, denn es ist eine Chassis-Änderung. Solche Sachen muss man zum Anlass nehmen, um so schnell wie möglich für die nächste Saison zu reagieren", findet er und will auch etwas fürs Auge tun: "Vielleicht kann man dann vom Reglement auch ästhetisch etwas schaffen, damit man nicht so komisch-hässliche Nasen hat."

Fotoquelle: xpbimages.com

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