In der Debatte um "neue" Formel 1 uneinig: Max Mosley und Bernie Ecclestone

Formel 1 2014

— 12.04.2014

Mosley und die Regeldebatte: "Ich bin der Schuldige"

Der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley äußert sich zu der Debatte um die "neue" Formel 1 und outet sich als Befürworter



"Wenn jemand dafür beschuldigt werden soll, dann bin ich das", sagt Max Mosley im Gespräch mit 'Daily Mail' zu den Änderungen des Technischen Reglements der Formel 1. Der ehemalige FIA-Präsident mischt sich somit nun ebenfalls in die Debatte um die V6-Ära ein. Der Brite verteidigt seine Arbeit in früherer Position und unterstützt den Kurs der Königsklasse.

"Wir sind diejenigen, die die neue Technologie eingeführt haben - vor zehn Jahren. Und eigentlich gefällt mir der Sound." Mosley, der von 1993 bis 2009 Präsident des Weltverbandes war, glaubt, dass es für die Königsklasse an der Zeit war, sich weiterzuentwickeln. "Sicherheit war die große Herausforderung im 20. Jahrhundert, und Umwelt ist die große Herausforderung im 21. Jahrhundert." Er fügt hinzu, dass der Sport in der Versenkung zu verschwinden droht, wenn dieser Fakt nicht angemessen berücksichtigt wird.

Mosley, der am Sonntag seinen 74. Geburtstag feiert, vertritt die gleichen Ansichten wie Niki Lauda. Der Österreicher erneuerte erst kürzlich in einem Interview mit 'Autosport' seine Kritik an den Kritikern. "Wenn Ron Howard gesagt hätte, dass er den Film 'Rush' macht und dass das der schlechteste Film aller Zeiten ist, dann wäre das genau das, was in der Formel 1 passiert. Wenn er das gesagt hätte bevor der Film rausgekommen wäre, hätte ihn niemand angesehen." Und so zerstöre man gerade den Sport, so Lauda.

Mosley mit Lauda und Dennis einer Meinung

Der 65-Jährige hatte sich auch gefreut, dass er keine Ohrstöpsel mehr verwenden muss. Und auch Mosley stimmt Lauda zu: "Ich habe diese Dinger in beiden Ohren getragen, weil der Sound der Motoren mich für 40 Jahre durchdringt hat. Es ist jetzt zu spät mein Gehör zu retten, aber nicht für die nächste Generation. Die leiseren Motoren sind besser für Familien." Der Vater von zwei Söhnen fügt hinzu: "Man kann nun seine Kinder zu den Rennen mitnehmen ohne Angst haben zu müssen, dass sie taub werden."

Im Grunde gehe es um soziale Verantwortung, womit Mosley das gleiche Argument vertritt wie auch McLaren-Geschäftsführer Ron Dennis. Diese Rolle sei wichtig für die Autohersteller, "also ist es notwendig solch eine Richtung einzuschlagen, damit der Sport keine Sponsoren oder Hersteller verliert. Sie sehen wie wichtig diese Technologie in der Entwicklung von Straßenautos ist", so Mosley.

Der Brite übt aber auch Kritik, denn man hätte die ganze Debatte seiner Meinung nach verhindern können: "Wenn man etwas besser machen hätte können, dann wäre das die Erklärung der neuen Regeln und die Gründe für diese gegenüber der Öffentlichkeit gewesen." Diese Gelegenheit sei versäumt worden.

Mercedes und Renault liebäugelten mit Austritt

Mosley vertritt drei Hauptargumente, die er im Kampf für die neuen Regularien äußert: Erstens sind die neuen Antriebstränge nicht nur notwendig, um weniger Energie durch den Auspuff auszustoßen, sondern auch um der gedämpften Lautstärke Willen, die für sich selbst schon erstrebenswert ist.

Zweitens würde die Formel 1 den Status der innovativsten und aufregendsten Marke im Motorsport nicht verlieren, indem man eine "grünere" Welt anstrebt, sondern sich dadurch auf unerschlossenes Terrain wagt und neue Herausforderungen angeht. Der dritte Punkt in Mosleys Argumentation spricht die Motorenhersteller an. Denn laut dem Briten wären ohne die Regeländerungen nur noch ein oder möglicherweise zwei Unternehmen in dieser Saison übrig. Mercedes und Renault hätten demnach mit einem Rückzug kokettiert.

Fotoquelle: xpbimages.com

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