Max Mosley war bis 2009 Präsident der FIA und hat die neuen Aggregate eingeführt

Formel 1 2014

— 15.04.2014

Mosley: "Vier Zylinder wären ideal gewesen"

Ex-FIA-Präsident Max Mosley schmunzelt über die Kritiker der "neuen" Formel 1 und liefert Argumente dafür - schließlich wird sich 2014 de facto nichts mehr ändern



Seit Wochen diskutiert die Welt des Motorsports über pro und kontra der "neuen" Formel 1. Viele stören sich am Klang der neuen V6-Turbo-Motoren, andere halten den Kurswechsel in eine grünere Zukunft für überfällig. So auch Max Mosley. Der ehemalige FIA-Präsident, der sein Amt 2009 an Jean Todt übergeben hat, sieht die Veränderungen als unerlässlich und gibt zu bedenken, dass jeder Kritiker auch eigene Interessen hat.

Die ganze Thematik sei "ziemlich unterhaltsam", findet Mosley - besonders, wenn man wie er jeden Kritiker kenne und wisse, wie die jeweilige Person auf gewisse Situationen reagiert. "Natürlich treiben sie damit ihre eigenen Anliegen voran. Was sie allerdings nicht kapieren, ist die Tatsache, dass die Öffentlichkeit das durchschaut", erklärt der 74-Jährige gegenüber 'Reuters'.

"In Wahrheit kümmert die Zuschauer das alles aber recht wenig", meint Mosley. "Ich denke nicht, dass irgendwer sagen würde: 'Oh, Vettel sagt, dass die Motoren jetzt Käse sind, jetzt werde ich meinen Fernseher sonntags nicht mehr einschalten.' Das passiert einfach nicht. Die Leute würden vielleicht abschalten, wenn das Rennen langweilig ist, aber zumindest würde jeder erst einmal einschalten."

Formel 1 muss modern sein

Selbst der Sound sei für den Zuschauer nicht entscheidend, ist sich Mosley sicher: "Ich denke, das ist kompletter Unsinn. Die Autos sind immer noch sehr schnell. Ich wette, dass die Sounddebatte zum gleichen Zeitpunkt des nächsten Jahres vergessen sein wird. Die Leute werden fasziniert von den Autos sein und sich an den Klang gewöhnen - und am Ende wenigstens nicht taub sein wie ich."

Bereits vor gut zehn Jahren hatte Mosley die Revolution der Motoren als Kopf der FIA in Gang gesetzt. Zwar lief nicht alles zu 100 Prozent so, wie er es sich gewünscht hätte, aber doch sehr vieles. "Letzten Endes lebt die Formel 1 davon, modern zu sein. Und das Essenzielle an Mode ist nun mal Veränderung. Wenn du die nicht hast, dann verschwindest du einfach in der Versenkung."

Immerhin gehe die Formel 1 nun mit der Zeit, auch wenn Mosley persönlich wohl noch weiter gegangen wäre: "Was wir jetzt haben, ist noch nicht der Gipfel der Modernität, eigentlich wären vier Zylinder ideal gewesen. Aber wir alle müssen Kompromisse eingehen, es ist genau der richtige Weg." Denn die Autos der vergangenen Jahre seien mittlerweile wahre "Dinosaurier", demnach müsse sich jeder Sponsor irgendwann rechtfertigen, inwiefern das noch mit der eigenen grünen Verpflichtung vereinbar ist, räumt der Brite ein.

Am besten ignorieren...

Was das derzeitige Krisenmanagement anbelangt, stimmt Mosley mit seinem Nachfolger Todt überein: "Ich hätte es wohl weitestgehend genauso gemacht wie Jean: 'Oh, das ist ja interessant, Bernie', aber letztlich keine Notiz davon nehmen, denn es gibt nichts, was man tun könnte. Das Reglement steht, niemand kann das ändern. Wenn du das versuchst, wird nicht nur Mercedes, sondern auch deine eigenen Regeln dich stoppen."

Schließlich braucht es für Reglementänderungen während der Saison die Einstimmigkeit aller Teams. Da Mercedes als Motorenbauer jedoch besser gearbeitet hat als die Konkurrenz, wird es nicht zu jener Einigkeit kommen, durch die die Silberpfeile womöglich ihre Vormachtstellung verlören. So hat Mosley noch einen Rat für alle Kritiker und Nörgler: "Es ist etwas problematisch, dass Mercedes allen davonfährt, aber sie haben einfach einen besseren Job gemacht. Alle anderen müssen jetzt eben härter arbeiten oder mehr Geld investieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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