Mercedes muckt auf: Da hört Helmut Marko lieber ganz genau hin

Formel 1 2014

— 16.04.2014

Doktorspielchen: Marko beklagt Mercedes' "Aggressivität"

Der Red-Bull-Motorsportberater ärgert sich über die Rhetorik der Silberpfeile in der Benzinaffäre und die Politik in der Sounddebatte: "Müssen über Tellerrand schauen"



Auf der Strecke ist Red Bull weit von Mercedes entfernt, hinter den Kulissen gehen die Österreicher in den Infight. Nach der Bestätigung der Disqualifikation Daniel Ricciardos durch das Pariser FIA-Berufungsgericht bemerkt ein "bitter enttäuschter" Helmut Marko neue Umgangsformen im Dialog mit der Konkurrenz: "Mehr verblüfft uns die Sprache und die Aggressivität, mit der unser Mitbewerber Mercedes gegen uns argumentiert hat", sagt der Red-Bull-Motorsportberater der 'Kleinen Zeitung'.

Der Ton zwischen zwei der drei größten Formel-1-Mannschaften wird rauer. Dabei geht es um mehr als die Benzinaffäre am Rande des Australien-Grand-Prix. Auf der Agenda steht die strategische Ausrichtung der Königsklasse. Marko deutet an, worum sich der nächste Konflikt dreht und wärmt gegenüber der 'APA' die leidige Debatte um den Sound der neuen Turbomotoren auf: "Natürlich will Mercedes seinen Vorsprung nicht verlieren, aber irgendwann muss man über den Tellerrand hinausschauen", moniert der 70-Jährige.

Marko impliziert, dass die Silberpfeile einer Lösung - die es seiner Meinung nach rein technisch gesehen durchaus gibt - zum Erhöhen der Lautstärke der Autos im Wege stünden. Schließlich enteilen Lewis Hamilton und Nico Roberg derzeit der Konkurrenz. Eine technische Novelle könnte die Hackordnung wieder ins Wanken bringen. Der Grazer unterstellt, kurzfristig zu denken: "Mercedes macht das ja nicht, weil sie Formel-1-geil sind, sondern damit sie ihr Altherren-Image wegbekommen", meint Marko.

"So schlecht sind wir nicht"

Er leugnet auch die kommerziellen Interessen Red Bulls nicht: "Wir machen es, damit wir Dosen verkaufen. Und Ferrari verkauft seine Autos. Letztlich ist die Formel 1 ein Marketing-Tool. Wir machen keine Formel für Ingenieure, sondern etwas für die Fans." Im Zuge dessen gibt Marko zu bedenken, dass auf sinkende Fernsehquoten reagiert werden müsse, um Geldgeber bei der Stange zu halten. Die Startzeit 14:00 Uhr ist ihm im Sommer etwa ein Dorn im Auge, auch weil das im Fußball kaum vorkommt.

Damit sich der Werbeeffekt überhaupt einstellt, ist Erfolg unerlässlich. Dem laufen die Weltmeister bislang hinterher, hoffen aber auf baldige Besserung. Allen voran das leidige Thema Renault soll sondiert und aus einer Schwäche eine Stärke werden. Laut Marko nutzt Red Bull das französische Aggregat derzeit nicht optimal, was aufgrund des schlummernden Potenzials aber Grund zum Optimismus bedeutet: "Wir machen Fortschritte", sagt die graue Eminenz. "Von den Platzierungen, die Ricciardo de facto geholt hat, wäre er in der WM fast auf Hamilton-Niveau. So schlecht sind wir nicht."

Marko unterstellt Renault, mit der Entwicklung für die neue Hybrid-Ära genau wie Ferrari zu spät angefangen zu haben sowie nicht offen und ehrlich mit den Kunden umgegangen zu sein, während in Milton Keynes fahrwerksseitig alles für den RB10 getan wurde. Der Rückstand von gemunkelten 80 PS ließe sich nicht mehr aufholen, wenn es Defizite bei der Fahrbarkeit und beim Spritverbrauch gibt: "Wir sind es aus den vergangenen Jahren gewohnt, auch mit weniger PS mitzuhalten, wenn man bei anderen Lösungen clever ist", appelliert Marko an Stardesigner Adrian Newey. "Wir kämpfen bis zum Schluss."

Fotoquelle: xpbimages.com

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