Da war Hybrid noch Science-Fiction: Leben bald die alten Zeiten wieder auf?

Formel 1 2014

— 17.04.2014

Karbon statt Kukident: Ecclestone will Serie für Altstars

Der Zampano hat Pläne für eine Masters-Serie mit Champions von früher und V10-Boliden aus den Neunzigerjahren - womöglich im Rahmen der Formel 1



Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone plant offenbar eine so genannte Masters-Rennserie mit den Stars vergangener Tage, etwa Nigel Mansell oder Nelson Piquet. Die Sache wäre gleichbedeutend mit einer Rückkehr der mächtigen V10-Motoren der Neunzigerjahre, die sich im Gegensatz zur aktuellen V6-Generation nicht dafür kritisieren lassen müssen, zu leise zu sein. "Eine Meisterschaft mit den Piloten von früher ist eine gute Idee", sagt der 83-Jährige. "Wir haben darüber gesprochen und wollen es umsetzen."

Ecclestone erklärt weiter: "Viele der älteren Fahrer sind noch immer gut genug. Wir würden sie in ein Auto setzen, das sie zu fahren gewöhnt sind." Der Vorschlag stößt bei den Stars von einst auf offene Ohren. Gerhard Berger meint: "Ich bin mir sicher, das es Erfolg hätte." Martin Brundle, mittlerweile TV-Experte, erklärt: "Wie auch immer das Format aussehen würde, ich will dabei sein. Speziell, wenn es im Rahmen des Formel-1-Kalenders stattfindet." Eddie Irvine ist angetan, auch wenn es "nichts für ihn persönlich" ist, "aber die Fans und einige Fahrer würden es lieben".

Der Plan Ecclestones kam ans Licht, nachdem er sich im Februar den Markennamen "Historic Formula One" hatte schützen lassen wollen. Der Antrag wurde speziell für eine Sportveranstaltung gestellt und war damit ein wichtiger Schritt hin zur Etablierung einer Rennserie, weil er Rechte am Namen verleiht. Die Idee ist übrigens nicht neu: Auch im Tennis oder im Golf gibt es Turniere für ergraute Stars. Obwohl der Motorsport bislang keine Entsprechung kennt, gibt es eine Klasse namens "Masters Historic Racing", in der Besitzer alter Formel-1-Renner gegeneinander antreten.

Zwei historische Serien bereits am Start

Gefahren wird auf zehn aus der Vergangenheit bekannten Strecken, darunter Silverstone, Spa-Francorchamps und der Nürburgring. Die Meisterschaft firmiert unter "Historic Formula One Championship", die Formel 1 selbst besitzt die Rechte. Ecclestone erklärt: "Wir haben eine Lizenzvereinbarung, damit sie den Namen nutzen dürfen." Läuft der Vertrag aus, ist die eigene Verwendung denkbar. Ecclestone skizziert eine anders gestaltete Serie: "Sie haben andere Fahrer. Leute, die die Wagen gekauft haben. Dort fährt kein Mansell oder Piquet, aber das ist meine Idee."

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Formel 1 eine neue Meisterschaft unter ihrem Dach integriert. 2007 kaufe sie die GP2, die Stars wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg oder Nico Hülkenberg geformt hat. Drei Jahre später war die Bühne frei für die GP3 als Einstiegsklasse für Piloten zum Beispiel aus der Formel Ford. Eine Masters-Serie würde das Puzzle vervollständigen, weil sie ein Hafen für solche Piloten wäre, die ihre Karriere fortsetzen wollen, den Ansprüchen der Forme 1 aber nicht genügen. Das Ganze wäre wohl auch für Mehrheitseigner CVC Capital Partners lukrativ.

Doch lieber ein gutes Buch?

Eine ähnliche Rennserie namens "Grand Prix Masters" bestand zwischen 2005 und 2007 und hat frühere Stars der Königsklasse im Alter von über 40 Jahren in der Startaufstellung gesehen. Sie fuhr mit modernen 3,5-Liter-Monopostos und trug drei Rennen in Südafrika, Katar sowie im britischen Silverstone aus. Gesamtsieger war Eddie Cheever. Der Vorhang fiel damals, weil die Serie ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkam. Da die Formel 1 der Krösus im Motorsport ist, droht ein ähnliches Schicksal wohl kaum.

Brundle meint, dass eine "gut strukturierte Masters-Serie der Formel 1 bei Fahrern und Fans sehr beliebt" wäre. So seien auch TV-Sender, die neuen Medien und Sponsoren schnell an Bord. "Ich bin mir nicht so sicher, wenn es darum geht, die Autos zu fahren, die wir schon damals hatten. Die meisten von uns, die das Glück haben, noch zu leben, neigen dazu, das Gas öfters zu lupfen", so der frühere McLaren-Pilot weiter.

"Um die großen Namen vergangener Tage anzuziehen, müssten die Autos sicherer und physisch nicht so anspruchsvoll sein", findet Brundle. Damon Hill, in der Saison 1996 im Williams Weltmeister, ergänzt: "Klingt interessant. Das Problem ist das Risiko. Die meisten alten Piloten wollen früh mit einem guten Buch ins Bett gehen."

Fotoquelle: Williams

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