Pastor Maldonado ist ein Sünder - das ist jetzt auch in Punkten sichtbar

Formel 1 2014

— 17.04.2014

Formel 1 macht Flensburg: Nur Maldonado findet's ungerecht

Die neuen Strafpunkte stoßen auf viel Akzeptanz, allerdings hat das Enfant terrible der Szene allgemein ein Problem mit den Urteilen der Sportkommissare



Manchmal sind Formel-1-Fahrer normale Menschen. Zum Beispiel, wenn es einen Denkzettel von den Ordnungshütern gibt - dann nützt Lamentieren gar nichts, sondern nur Schlucken. Auf der Rennstrecke mimen die Richter gnadenlos die FIA-Kommissare. Sie dürfen seit Beginn der Saison 2014 Strafpunkte verteilen. Branchenprimus ist aktuell Marussia-Pilot Jules Bianchi mit vier Zählern. Gut möglich, dass der junge Franzose die zwölf Punkte noch vollmacht - dann hagelt es eine Rennsperre.

Statt Ärger ruft die Sache bei den Piloten weitreichende Zustimmung hervor. Den Musterschüler mimt Esteban Gutierrez: "Es ist ein gutes System", erklärt der Mexikaner. "Es macht uns bewusst, dass wir keine Dummheiten anstellen dürfen, den anderen respektieren und fair gegeneinander fahren müssen. So sollte Motorsport sein." Es war ausgerechnet der Sauber-Youngster, der in Bahrain von Pastor Maldonado auf die Hörner genommen wurde. Dafür kassierte der Venezolaner drei Punkte.

Klar, dass Maldonado die Sache nicht schmeckt. Zwar räumt er ein, dass Unfälle verhindert werden müssten, bemerkt aber auch: "Dann kann man keine Rennen fahren, sondern nur auf der Strecke bleiben und darauf hoffen, dass andere Probleme bekommen." Das Enfant terrible der Szene ist sich darüber im Klaren, dass es Späne fallen, wo gehobelt wird: "Wenn man attackiert, dann gibt es Manöver, die nicht klar sind. Für einen Positionskampf kann man dann bestraft werden. Es braucht mehr Flexibilität."

Wirksamer als Rückversetzungen

Der Berufsethos Maldonados scheint mit der in den vergangenen Jahren deutlich strenger gewordenen Beurteilung von Szenen durch die Sportkommissare kaum vereinbar: "Wir sind Rennfahrer", argumentiert der Lotus-Pilot. "Wenn man überholen kann, muss man Risiken eingehen. Die Regeln verhindern Spektakel, denn vor zehn Jahren haben alle miteinander gekämpft und es gab keine Strafen." Viele Fans werden diese Meinung teilen, im Paddock stößt Maldonado aber auf taube Ohren.

Red-Bull-Kollege Daniel Ricciardo scherzt: "Wenn du zwölf Punkte hast, bist du ein böser Junge." Der Australier findet aber: "Das System ist in Ordnung. Es versucht, uns im Zaum zu halten." Adrian Sutil erkennt den größten Vorteil darin, dass eine drohende Rennsperre eine Sanktion bedeutet, die jeden Piloten gleich hart trifft - wenn sie überhaupt ausgesprochen wird, schließlich verfallen die Zähler mit dem Saisonende. Der Gräfelfinger meint: "Wichtig ist, dass sich etwas im Vergleich zum Vorjahr getan hat, als es Strafen insbesondere gegen die Hinterbänkler gab, die überhaupt keine Auswirkung hatten."

Maldonado fürchtet Mehrfach-Strafen

Wenn etwa ein Marussia-Pilot wie Bianchi einen Denkzettel bekommen soll, ist das mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung kaum zu bewerkstelligen. "Wenn du Letzter bist und eine Rückversetzung um zehn Plätze kassiert, bist du immer noch Letzter", so Sutil. "Das ist jetzt etwas anders und der Grund, warum etwas geändert wurde." Maldonado hat der Deutsche jedenfalls nicht überzeugt. Der designierte böse Bube hat drei Punkte auf dem Konto und versteht weiter nicht, wofür eigentlich.

Er spricht auch zwei Wochen nach dem Bahrain-Grand-Prix noch über die Kollision mit Esteban Gutierrez, der sich spektakulär überschlagen hatte: "Das war ein ganz weicher Zusammenstoß, ein normaler Kontakt in einem Rennen. Als ich mit meiner flachen Nase seinen Seitenkasten berührt habe, ist er sofort abgehoben", schildert Maldonado und schüttelt über die Reaktion der Kommissare nur den Kopf: "Die Strafe hatte mit dem Ausmaß dessen zu tun, was an Schaden sichtbar war. Ich habe jetzt drei bekommen: Die Stop-and-Go-Strafe, die fünf Plätze (in der Startaufstellung; Anm. d. Red.) und die drei Punkte."

Fotoquelle: xpbimages.com

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