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Formel 1 2014

— 20.04.2014

Schanghai: Mercedes-Doppelsieg vor Alonso

Mercedes gibt in der Formel 1 weiter den Ton an: Lewis Hamilton gewinnt vor Nico Rosberg - Sebastian Vettel wird Fünfter, von Daniel Ricciardo geschlagen



Mercedes feierte heute beim Grand Prix von China den dritten Doppelsieg hintereinander, erneut Lewis Hamilton vor Nico Rosberg, und ist damit das erste Team seit Ferrari im Jahr 2004 (Nürburgring, Montreal, Indianapolis), dem ein solcher Hattrick gelingt. Letztendlich war der Sieg in Schanghai wieder eine klare Angelegenheit für die Silberpfeile. 25,7 Sekunden Rückstand hatte der drittplatzierte Fernando Alonso, der dem neuen Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci einen guten Einstand bescherte. Freilich nach 56 Runden, denn gewertet wurde letztendlich der Stand nach 54.

Gefährdet war Hamilton auf trockener Strecke nie: Guter Start von der Pole-Position, ein erstaunlich beständiger erster Reifensatz (Soft), eine gut ausgeführte Zweistoppstrategie - am gefährlichsten wurde ihm noch die Zielflagge, die um eine Runde zu früh geschwenkt wurde! Aber nicht einmal davon ließ sich Hamilton irritieren, sodass er nach 56 Runden einen Vorsprung von 18,6 Sekunden auf seinen Teamkollegen über die Ziellinie brachte.

"Ich kann kaum glauben, wie gut das Auto ist", jubelt er. "Nach dem zweiten Freien Training hatte ich einige Veränderungen am Auto vorgenommen. Das hat prima funktioniert. Ich konnte die Reifen schonen und fuhr gegen mich selbst. Es fühlt sich klasse an. Auch Nico steht hier auf dem Podest. Das bedeutet gute Punkte für das Team. Einfach großartig! Wir haben einen Lauf. Wir werden weiter Druck machen und das Auto verbessern."

Schlechter Start von Rosberg

Da hatte es Rosberg schon schwerer: Der WM-Leader (jetzt nur noch vier Punkte Vorsprung auf Hamilton) erwischte einen mäßigen Start, berührte eingangs der ersten Kurve den Williams von Valtteri Bottas und kam nur als Siebter aus der ersten Runde zurück. Zwar machte er mit Landsmann Nico Hülkenberg (Force India) noch in der ersten Runde kurzen Prozess, aber das Vorhaben, von Anfang an Hamilton zu jagen, war damit durchkreuzt.

Dass er (übrigens genau wie Bottas) keine Telemetrie hatte und seinem Renningenieur den Benzinverbrauch vom Lenkrad-Display ablesen musste, machte Rosbergs Aufgabe nicht einfacher, ein Ausritt vor dem zweiten Boxenstopp blieb aber ohne Folgen. Auch Hamilton war einmal neben der Strecke. Doch Mercedes ist momentan so überlegen, dass es sich die beiden leisten können, auf diese Weise die eine oder andere Sekunde zu verschenken.

"Es war ein durchwachsenes Wochenende, an dem einiges schiefgegangen ist, von allen Seiten her", seufzt Rosberg. "Es freut mich sogar, nach dem Ganzen noch Zweiter zu werden. Das sind wieder wichtige Punkte." Aber er weiß auch: "Es muss mal wieder ein Sieg her!" Denn für Sportchef Toto Wolff war Hamilton heute eine Klasse für sich: "Lewis ist nicht nur schneller gefahren als alle anderen, seine Reifen haben auch länger gehalten. Er fuhr auf seinem ganz eigenen Level."

Alonso: Keine Chance gegen Rosberg

Ferrari-Pilot Alonso lag nach dem zweiten Boxenstopp, den er vier Runden vor Rosberg absolvierte, 5,6 Sekunden vor Rosberg, brachte diesen Vorsprung aber nicht über die Runden. Den Grundstein für das erste Ferrari-Podium der Saison legte er beim ersten Boxenstopp, als er eine Runde vor Sebastian Vettel und vier Runden vor Daniel Ricciardo Reifen wechselte und durch den sogenannten "Undercut" plötzlich vor dem Weltmeister lag.

Dabei hätte schon am Start alles vorbei sein können, denn Vettel und Alonso klemmten den Williams von Felipe Massa zwischen sich ein, sodass es zwischen Alonso und seinem Ex-Teamkollegen zu einer ruppigen Berührung kam - fast ein Wunder, dass die Radaufhängung der beiden Autos das überlebt hat! "Es war ein heftiger Zusammenprall", nickt er. "Ich habe sofort darum gebeten, das Auto zu checken. Es fühlte sich in Ordnung an, aber ich hatte ja keine Ahnung, wie es von außen aussieht."

Alonso nun erster Mercedes-Verfolger

In der Weltmeisterschaft ist Alonso dadurch an Nico Hülkenberg (Force India), heute Sechster, vorbeigegangen und erster Silberpfeil-Verfolger. "Das Rennen auf dem Podium zu beenden, ist für uns eine Überraschung. Darüber bin ich sehr glücklich", freut sich der Spanier. "Ich bin jetzt Dritter in der WM-Gesamtwertung. Wir hatten keinen Saisonstart nach unserem Geschmack, aber wir sind noch immer mit bei der Musik."

Vettel ist hingegen momentan noch nicht einmal teamintern die Nummer eins, denn auch heute musste er sich Ricciardo beugen - und das, obwohl er nach einem guten Start Zweiter war, der Australier zunächst nur Vierter. Aber Ricciardo fuhr den längeren ersten Stint und war von Anfang an auf eine Zweistoppstrategie gepolt, während Vettel erst im Rennverlauf auf eine solche umstellte. Und mit frischeren Reifen konnte Ricciardo Vettel sogar im direkten Duell überholen.

Allerdings erst, nachdem Vettel vom Team angewiesen wurde, für Ricciardo Platz zu machen. Dagegen hatte er sich zunächst noch gesträubt: "Auf welchen Reifen ist er?", fragte der Deutsche, als der Funkspruch kam. Der Renningenieur antwortete: "Medium, aber drei Runden frischer als deine." Vettel verweigerte den Befehl: "Dann Pech gehabt!" Erst eineinhalb Runden später zeigte er sich doch einsichtig und machte in der ersten Kurve Platz.

Vettel zeigt sich erst nach Diskussion einsichtig

"Ich habe es in dem Moment nicht verstanden", gesteht Vettel. "Als Fahrer aus dem Cockpit sieht man nicht so viel, was das Rennen angeht, wer auf welcher Strategie ist und so weiter." Im Nachhinein habe er aber kein Problem mit der Teamtaktik, die bereits zum zweiten Mal hintereinander gegen seine Interessen ging: "Dass einem das nicht so gefällt, ist klar, aber ich ordne mich da dem Team unter."

Bis zur Zieldurchfahrt büßte er insgesamt 24 Sekunden auf Ricciardo ein; nach hinten hatte Vettel 6,6 Sekunden Vorsprung auf Landsmann Hülkenberg. Der musste sich nach einer starken Leistung im Finish noch gegen Bottas verteidigen, brachte aber gut eine halbe Sekunde Vorsprung über die Ziellinie. Kimi Räikkönen (Ferrari), Sergio Perez (Force India) und Daniil Kwjat (Toro Rosso) rundeten die Top 10 ab und sammelten WM-Punkte.

Der einzige Deutsche, der heute leer ausging, war Adrian Sutil. Der Sauber-Pilot wurde mit einer defekten Antriebswelle gleich zu Beginn auf den letzten Platz durchgereicht. "Schon beim Start hatte ich ein Problem mit dem Motor und keine Leistung", berichtet er. "Wir sind noch draußen geblieben, in der Hoffnung, es hinzubekommen und das Rennen wenigstens zu fahren, ein paar Erfahrungen zu sammeln. Aber wir mussten aufgeben. Das Problem war nicht lösbar."

Kobayashi mit beherztem Überholmanöver

Andere Fahrer, die ihre Ziele heute nicht erreichen konnten, waren Romain Grosjean (Lotus/Getriebeschaden), Massa (nach verpatztem Boxenstopp nur 15.) und die beiden McLaren-Piloten, die einfach den Speed nicht hatten. Ein kleines Erfolgserlebnis zelebrierte dafür Kamui Kobayashi: Der Caterham-Pilot überholte im Finish noch Jules Bianchi (Marussia) und gewann als 17. den "kleinen Grand Prix" der Nachzügler-Teams - wertlos, weil der Stand zwei Runden vor Rennende gewertet wurde.

Großer Sieger ist aber Mercedes: vierter Sieg im vierten Rennen, dritter Doppelsieg hintereinander, überlegene Führung in beiden WM-Wertungen. "Das kann man noch nicht glauben", strahlt Sportchef Wolff. "Wir werden später mal auf die Statistiken schauen und denken: 'Das war wirklich ein super Lauf!' Erst einmal nehmen wir es mit." Übrigens: Hamilton, mit 25 Siegen nun genauso erfolgreich wie sein Chef Niki Lauda, hat heute seinen ersten Formel-1-Hattrick geschafft.

Aber dem Weltmeister von 2008 ist bewusst, dass Mercedes die Situation trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen darf: "Die anderen Teams werden aufholen. Deshalb müssen wir am Ball bleiben", sagt Hamilton. Zumindest auf Vettel, den vermeintlich stärksten Herausforderer, beträgt sein Vorsprung schon beruhigende 42 Punkte. Und eines steht auch bereits fest: Es wird auf jeden Fall ein Mercedes-Fahrer als WM-Führender nach Monaco kommen...

Fotoquelle: xpbimages.com

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