McLaren und Red Bull kämpfen nicht nur auf der Strecke gegeneinander

Formel 1 2014

— 20.04.2014

Der Fall Fallows: "Sklaverei wurde vor Jahren abgeschafft"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner fährt im Streit um den Aerodynamiker Dan Fallows neue Geschütze gegen McLaren-Oberhaupt Ron Dennis auf



Der Streit zwischen McLaren und Red Bull um die Personalie Dan Fallows treibt neue Blüten. Beim Weltmeisterteam aus Milton Keynes ist man überzeugt, den Aerodynamiker wieder beschäftigen zu dürfen, nachdem dieser "das Team im vergangenen Jahr für eine kurze Zeit verlassen" habe.

Indes pocht man in Woking auf einen gültigen Vertrag, den Fallows zwar weder mit Ex-Teamchef Martin Whitmarsh, noch mit dem reaktivierten Geschäftsführer der McLaren-Gruppe, Ron Dennis, unterzeichnet haben soll, aber eben doch unterzeichnet haben soll.

"Es kann nicht sein, dass wir Personen ganz normal unter Vertrag nehmen, diese Verträge aber völlig ignoriert werden", meinte Dennis kürzlich und beteuerte, dass Fallows "mit einem unserer Manager" einen Vertrag unterzeichnet habe. "Unterm Strich ist ein Vertrag aber ein Vertrag", so der 66-jährige Brite. Inzwischen beschäftigten sich die Anwälte mit dem Fall. Der Ausgang ist derzeit noch offen.

Wer hat es versäumt, anzurufen?

In den Augen von Dennis liegt der Ball nun nicht bei McLaren, sondern bei Red Bull. "Christian kennt meine Handynummer. Er kann mich jederzeit anrufen", so das McLaren-Oberhaupt. Daraufhin meldet sich Horner nun zu Wort und kontert: "Ich habe natürlich gelesen, was Ron gesagt hat und ich habe ihn gefragt, ob er noch immer meine Telefonnummer hat. Daraufhin sagte er, ja die habe er."

"Die Situation mit Dan ist im Grunde ganz klar", meint Horner. "Dan entschied aus eigenem Antrieb heraus, Red Bull zu verlassen. Nach den Veränderungen, die es dann aber bei McLaren gegeben hat, entschied er sich um und kam zum Schluss, nicht mehr bei McLaren andocken zu wollen." Der Red-Bull-Teamchef spricht damit auf die Ablösung von Whitmarsh als Teamchef, die Verpflichtung von Ex-Lotus-Teamchef Eric Boullier als neuen Rennleiter und nicht zuletzt die Reaktivierung von Dennis als Geschäftsführer der McLaren-Gruppe an.

"Es war zu einhundert Prozent seine Entscheidung, auf uns zuzukommen und in Erfahrung zu bringen, ob es nach wie vor eine offene Tür gibt. Es war seine Entscheidung, die er selbst getroffen hat", insistiert Horner bezugnehmend auf Fallows' Sinneswandel. Dass McLaren inzwischen die Anwälte eingeschaltet hat, bringt den Red-Bull-Teamchef nicht aus der Ruhe: "Wenn das die Art und Weise ist, wie McLaren vorgehen will, dann müssen wir es halt auf diese Art und Weise regeln."

Zumindest bei Prodromou scheint alles klar...

Unterm Strich sei eine Entscheidung wie die von Fallows "immer die Sache eines Einzelnen", meint Horner und setzt noch einen drauf: "Sklaverei wurde vor Jahren abgeschafft. Ich glaube nicht, dass jemand gegen seinen Willen zu einem Job gezwungen werden kann. Ron weiß mit seiner immensen Erfahrung wahrscheinlich besser als andere, dass sich Dinge ändern können. Fakt ist: Dan ist seit einigen Wochen bei Red Bull und wird noch eine ganze Weile bei uns bleiben." Ob der Aerodynamiker tatsächlich auch schon wieder für Red Bull arbeitet, lässt Horner offen.

Neben der Personalie Fallows geht es weiterhin um die Personale Peter Prodromou. In diesem Fall scheint inzwischen aber alles geregelt zu sein. "Ich denke, die Situation ist ganz klar. Peter wird nach Ablauf seines Vertrags Ende Dezember zu McLaren wechseln", sagt Horner und will den Konkurrenten aus Woking hier keine Steine in den Weg legen. Der ehemalige Red-Bull-Chefaerodynamiker Prodromou, dessen Nachfolger sein einstiger Mitarbeiter Fallows werden soll, ist dem Vernehmen nach vom Team bereits freigestellt worden, darf aber erst mit Beginn des Jahres 2015 für McLaren arbeiten.

Fotoquelle: xpbimages.com

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