Sebastian Vettel nimmt die Reifen derzeit etwas zu hart ran

Formel 1 2014

— 22.04.2014

Red Bull rätselt: Reifenflüsterer Vettel wohl zu laut

Sebastian Vettel hat seine Flüsterfähigkeit zu den Pirelli-Reifen aktuell verloren, und kann den Anschluss zu Daniel Ricciardo deswegen im Moment nicht halten



Sebastian Vettel ist nicht mehr der Dominator der vergangenen Jahre. Zum einen dominiert der Heppenheimer nicht mehr das komplette Feld in der Formel 1, zum anderen hat er derzeit nicht einmal seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo im Griff. Der Toro-Rosso-Aufsteiger hat seinem Weltmeisterkollegen in den ersten Rennen die Butter ganz schön vom Brot genommen. In den Qualifying-Duellen steht es mittlerweile 3:1, und in den vergangenen beiden Rennen konnte der Australier Vettel sogar auf der Strecke überholen.

Dass der Deutsche dennoch in der WM-Wertung vor Ricciardo liegt, ist dessen Disqualifikation in Australien und dem Ausfall in Malaysia geschuldet. Im Fahrerlager wird gerätselt, warum der vierfache Weltmeister nicht auf Touren kommt. Liegt es am neuen Fahrstil, den die Boliden fordern? Liegt es vielleicht an einer kleinen Schwächeperiode des Deutschen? Oder ist vielleicht Ricciardo einfach so gut?

Zwar will niemand dem Australier seine Qualitäten absprechen, doch bei Red Bull ist man überzeugt davon, dass Vettel noch lange nicht auf dem Leistungsniveau früherer Jahre ist. Und das liege vor allem am fehlenden Gefühl mit dem RB10. "Ich denke, dass Sebastian gerade eine schwierige Zeit durchmacht, weil er vom Auto nicht das Gefühl bekommt, nach dem er sucht", analysiert Teamchef Christian Horner. "Er ist enorm empfindlich, was gewisse Aspekte des Setups angeht, und im Moment bekommt er nicht das richtige Feedback."

Das muss auch Sebastian Vettel selbst einsehen: "Es ist im Moment das Schwierigste, mit dem Auto zurechtzukommen. Es macht nicht das, was ich will", erklärt er nach dem China-Grand-Prix, den er nur als Fünfter beendete. Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda drückt es so aus: "Er hat das Fahren mit dem Auto jetzt verlernt, weil der andere schneller mit ihm fährt. Das Fahren nicht, aber das Fahren mit dem Auto!", so der Österreicher bei 'RTL'.

"Generell kann man das Fahren nicht verlernen", ergänzt Vettel selbst, "aber im Moment komme ich mit dem Bock noch nicht so ganz klar." Was das für Auswirkungen hat, konnte man in China sehen: Durch das fehlende Gefühl nimmt der Heppenheimer die Pirelli-Reifen viel härter ran als sonst und war dadurch am Sonntag deutlich im Nachteil gegenüber Teamkollege Ricciardo. "Das ist sehr unüblich für Seb", rätselt Teamchef Horner und findet Zustimmung bei Motorsportberater Helmut Marko: "Sebastian war in der Vergangenheit eine Art Reifenflüsterer, er hat immer am wenigsten Reifenabrieb gehabt."

Die durchaus mäßige Performance im Vergleich zu seinem Teamkollegen lasse sich daraus ableiten. Doch sowohl inner- wie auch außerhalb Red Bulls rechnet der Großteil damit, dass Vettel schon bald wieder in die Spur finden wird. "Sobald er die Probleme gelöst hat, wird er mit einem Knall zurückkommen", verspricht Horner. Das fürchten auch Mercedes und Lauda: "Er ist so ein erdbezogener Mensch, der weiß, wie man Problem zu lösen hat. Der Sebastian wird jetzt umdenken, und wird sich genau das alles überlegen, und wird im nächsten Rennen wieder schneller sein."

Fotoquelle: xpbimages.com

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