Ayrton Sennas Grab in Sao Paulo gut vier Jahre nach seinem Tod 1994

Formel 1 2014

— 25.04.2014

Sennas Grab auch nach 20 Jahren noch Pilgerstätte

Der 20. Todestag Ayrton Sennas steht kurz bevor, doch auch so viele Jahre nach der Tragödie von Imola wird Senna von seinen Fans verehrt - Grab als Touristenmagnet



In knapp einer Woche, am 1. Mai 2014, jährt sich der Todestag von Ayrton Senna zum 20. Mal. Der Brasilianer, der für viele als der schnellste Rennfahrer der Formel-1-Geschichte gilt und drei Weltmeistertitel gewann, war am beim Großen Preis von San Marino im Jahr 1994 tödlich verunglückt. Beim Trauerzug in seiner Heimatstadt Sao Paulo einige Tage später erwiesen ihm mehr als drei Millionen Menschen die letzte Ehre, bevor Senna auf dem Morumbi-Friedhof beigesetzt wurde.

Auch 20 Jahre später dient das schlicht gehaltene Grab der Rennfahrerlegende noch vielen Fans als Pilgerstätte. Zahlreiche Touristen kommen vorbei, und auch für viele Einheimische gehört ein regelmäßiger Kurzbesuch der sterblichen Überreste ihres Idols fast zum Alltag dazu. Das bestätigt Joao Antonio Castro, Automechaniker- und Verkäufer aus Sao Paulo, gegenüber 'Reuters': "Ich komme eigentlich fast jede Woche hier her. Wir vermissen ihn immer noch schrecklich. Seine schüchterne Art, dieser unbändige Drang zu gewinnen - er hat uns alle in seinen Bann gezogen. Es gab einfach keinen, der so war wie er."

Schulen machen Exkursionen mit ihren Schülern auf den Friedhof, auch zahlreiche Japaner besuchen das Grab, erklärt Alan Estevao, Sicherheitsangestellter des Morumbi Cemetery. "Manche Leute kommen sogar direkt vom Flughafen her, bevor sie den Rest der Stadt besichtigen gehen. Wenn du auf diesen Friedhof kommst - selbst, wenn du eigentlich jemand anderen besuchen willst -, gehst du auch bei Sennas Grab vorbei. Das ist fast automatisch so."

Doch was macht diese spezielle und anhaltende Faszination Sennas aus? Eine Friedhofbesucherin, Mariane Kido, versucht es zu verdeutlichen: "Man muss sich an die Situation erinnern, in der Brasilien damals war. Wir hatten eine Hyperinflation und waren noch nicht ganz über die Anklage unseres Präsidenten hinweg (1992 wurde Präsident Fernando Collor de Mello wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben; Anm. d. Red.). Selbst unsere Fußball-Nationalmannschaft hatte seit 1970 nicht mehr die WM gewonnen."

"Brasilien hatte damals einfach jemanden gebraucht, und dann kam Senna", fährt die Brasilianerin fort. "Er hat zu 100 Prozent an Brasilien geglaubt und uns dazu gebracht, ebenfalls so stark an unser Land zu glauben. Er war alles, was wir in jener Zeit hatten." Ganz generell stand Senna stets für festen Glauben. Daran erinnert auch die Inschrift auf seinem einfachen Grabstein: "Nichts kann mich von der Liebe Gottes trennen".

Fotoquelle: GPP/xpb.cc

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