Nico Hülkenbergs Wechsel zu Force India scheint richtig gewesen zu sein

Formel 1 2014

— 08.05.2014

Hülks lohnendes Wechselspiel: "Fazit durchweg positiv"

Bislang hat sich der Wechsel zu Force India für Nico Hülkenberg gelohnt, doch der Deutsche weiß, dass die aktuelle Situation nur eine Momentaufnahme ist



Skeptisch blickte man dem Wechsel von Nico Hülkenberg entgegen, als er in diesem Jahr statt bei Lotus wieder bei Force India landete. Ein Seitenschritt sei dies, hieß es. Doch schaut man sich die aktuelle Performance von seinem alten Team Sauber oder von Lotus an, dann scheint der Deutsche wohl alles richtig gemacht zu haben. "Klar, das Fazit ist nach den ersten vier Rennen durchweg positiv", erklärt er im Vorfeld des Spanien-Rennens. "Das wird jeder so unterschreiben."

Doch genauso gut hätte der Schuss für den Emmericher auch nach hinten losgehen können, weiß er. Denn vor dem Winter habe noch niemand irgendein Kräfteverhältnis auch nur erahnen können. Auch die Schwächeperiode von Sauber hat Hülkenberg deswegen so nicht kommen sehen können - doch im Nachhinein ist man immer schlauer. "Es ist natürlich leicht, sich jetzt hinzustellen, und zu sagen: 'Jo, war super, alles richtig gemacht.', grinst er.

"Aber", ergänzt er, "so eine Formel-1-Saison geht natürlich weit über die vier Rennen hinaus. Von daher muss man schauen. Die Meisterschaft dauert noch 15 Rennen länger, und wir müssen schauen, dass wir das jetzt so weiterführen können." In Barcelona kann sich das Kräfteverhältnis schon wieder komplett wandeln, denn zum Europaauftakt bringen die Teams traditionell ihr erstes größeres Update-Paket mit. Das Paket von Force India hat bislang sehr gut funktioniert - und gerade da sieht Hülkenberg eine kleine Gefahr.

Aufholen ist leichter als Vorsprung halten

"Es ist klar, dass Leute, die vorher Probleme hatten, dann größere Sprünge machen", meint er in Bezug auf den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, der durchaus schrumpfen könnte. "Wenn man einmal auf einem besseren Level ist, dann wird es auch schwieriger, die großen Schritte zu finden." Doch davon will sich der ehemalige GP2-Meister nicht verrückt machen lassen: "Ich glaube, es ist für uns einfach wichtig, dass wir konstant wirklich Teile bringen. Das haben wir bis jetzt immer gemacht, und die haben auch immer gut funktioniert, von daher bin ich eigentlich optimistisch. Das, was wir hier bringen, ist nicht die Welt, aber es sollte uns ein kleines bisschen weiterhelfen."

Noch immer wartet Hülkenberg auf seinen aller ersten Podestplatz, der in den ersten vier Rennen eigentlich zum Greifen nah gewesen ist. Zwei sechste und zwei fünfte Plätze hat der Force-India-Pilot in den vier Grands Prix sammeln können, Teamkollege Sergio Perez schaffte in Bahrain sogar den ersehnten Sprung auf das Treppchen. Die guten Ergebnisse möglich gemacht hat vor allem das Zusammenspiel zwischen dem Mercedes-Antrieb und dem VJM07.

Während Force India ein Chassis produziert hat, das im Gegensatz zu vielen Konkurrenten sogar noch unter dem Gewichtslimit liegt, weiß man mit Mercedes den aktuell stärksten Antrieb im Heck. "Ich glaube, dass es bei den ersten vier Rennen schon eine Trumpfkarte und ein Vorteil war", spricht Hülkenberg über das Glück, einen Mercedes im Boliden zu haben. Doch er möchte unterstreichen: "Es ist das Paket Motor mit Auto, das dies möglich gemacht hat. Wir haben auch oft die anderen Kundenteams von Mercedes geschlagen. Wir haben da einen guten Job gemacht."

Force India bester Mercedes-Kunde

Und das ist dann doch eine kleine Überraschung für den 26-Jährigen. Er hätte nicht erwartet, so deutlich vor den anderen Mercedes-Kunden McLaren und Williams zu liegen: "In Melbourne sah es noch danach aus, als seien beide deutlich vor uns - McLaren ist aufs Podium gefahren, Williams ist am Ende des Rennens auch an mir vorbeigeflogen. Dass sich das in den nächsten drei Rennen so geändert hat, und dass wir teilweise deutlich vor denen sind, habe ich so nicht erwartet."

Und wie lange kann man noch auf die Trumpfkarte Mercedes und ihren Vorteil vertrauen? "Keine Ahnung", zuckt Hülkenberg mit den Schultern. "Ich weiß nicht, wo die Entwicklung bei Renault und Ferrari hingeht. Ich glaube, das weiß keiner von den Außenstehenden. Von daher muss man das abwarten und dann schauen, wie sich das entwickelt. Aber für uns ist das eh irrelevant. Wir müssen uns einfach auf uns konzentrieren und versuchen, in die richtige Richtung zu entwickeln."

Die Konkurrenz schläft nämlich nicht. Zwar ist man aktuell durchaus auf Augenhöhe mit McLaren und sogar Red Bull, doch beide Teams sind für ihre starke Entwicklung bekannt. Die Frage dürfte sein, ob Force India da mithalten kann. Ein Team hält Hülkenberg gegenüber 'formula1.com' auf jeden Fall für knackbar: "Ich würde sagen, dass wir mit den McLaren die gesamte Saison über mithalten sollten. Bei Red Bull haben wir zwischen Bahrain und China einen riesigen Schritt gesehen, die könnten schon vor uns liegen."

Mit Platz sechs auf glücklicher Heimreise

Die Bullen hält der Deutsche dabei sowieso nicht für das Ziel: "Red Bull ist vermutlich das Team mit den größten Ressourcen und der größten Finanzkraft, von daher wird es schwer, mit ihnen mitzuhalten." Er sieht den Fokus eher auf Williams, McLaren, Sauber und Lotus: "Wenn wir diese Jungs schlagen können, dann ist das schon wirklich gut. Und wenn wir einen guten Tag oder ein gutes Wochenende haben und die Großen ärgern können, dann umso besser."

Und was wäre ein guter Tag in Barcelona? "Ein Top-6-Ergebnis", bleibt Hülkenberg in seinem angestammten Bereich. Das anvisierte Podium hält er in Barcelona eher für schwierig: "Es sind ja schon zwei Plätze darauf reserviert", lacht er. "Ohne eine Runde auf dieser Strecke gemacht zu haben, sind Vorhersagen schwierig. Ich behalte meine Füße am Boden: Platz sechs. Dann fahre ich glücklich heim!"

Fotoquelle: xpbimages.com

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