Sebastian Vettel gegen Daniel Ricciardo: Wer behält im Teamduell die Oberhand?

Formel 1 2014

— 12.05.2014

Teamduell bei Red Bull: "Spaziergang im Vergleich zu vorher"

Red Bull freut sich über die gute Leistung von Daniel Ricciardo und sieht keine Probleme mit Sebastian Vettel - Das Team ist anderes gewohnt



Es ist die Formel-1-Saison der teaminternen Zweikämpfe: Bei Mercedes geht es um die WM-Führung, bei Ferrari um Macht, bei Williams herrscht ein Alt-gegen-Jung-Konflikt und auch in den anderen Teams will sich keiner vor seinem Teamkollegen die Blöße geben. Mittendrin: Red Bull mit einem jungen Australier, der einen viermaligen Weltmeister herausfordert. Während Daniel Ricciardo seit seinem Einstieg ins Team regelmäßig das Beste aus dem RB10 rausholen konnte, musste Sebastian Vettel bisher meist hinterherfahren.

Mit Anfangsschwierigkeiten beim Weltmeisterteam hatte man nach den Rückständen bei den Wintertests in Motorsportkreisen gerechnet, nicht jedoch damit, dass es ausgerechnet Ricciardo sein würde, der diese als Erster überwindet. Der Nachfolger von Mark Webber fuhr schon beim Auftaktrennen direkt auf Podium, ließ sich von der Disqualifikation nicht unterkriegen und knüpfte in China mit Platz vier und in Spanien mit Platz drei an seine starke Leistung an.

In der anderen Garagenhälfte steht das Auto mit der Startnummer 1, dass bisher mehr damit zu kämpfen hatte, den Anschluss zu behalten. Vettel startete gleich mit einem Ausfall in die Saison. In Malaysia konnte er zwar das Podium erreichen, musste sich aber in Bahrain und China jeweils der Demütigung einer Teamorder beugen und den schnelleren Ricciardo überholen lassen. Auch das Spanien-Wochenende verlief für ihn zunächst nicht zufriedenstallend. Er qualifizierte sich nur als Zehnter und musste wegen eines Getriebewechsels gar von Startplatz 15 aus ins Rennen gehen.

Vettel schlägt zurück

Im Rennverlauf konnte der Heppenheimer in Barcelona jedoch zurückschlagen. Laut Experten fand er dabei zu alter Stärker zurück und kämpfte sich durchs Feld bis auf Platz vier vor. Wird es zukünftig auch im Red-Bull-Teamduell eng?

Dass Ricciardo ihn bisher dominieren konnte, hat Vettel sichtbar nicht geschmeckt. Zwar verlor er nie ein böses Wort über seinen Teamkollegen, doch aus vier aufeinanderfolgenden Erfolgsjahren war er anderes gewohnt. Dabei betont das Team von jeher Chancengleichheit für beide Fahrer: "Wie in jedem anderen Sport kommt es auf die mentale Stärke der Fahrer und darauf, was sie auf der Strecke bewerkstelligen, an", so Teamchef Christian Horner. "Es ist unsere Philosophie, beiden das gleiche Material zu geben."

Doch das Thema ist nicht neu bei Red Bull. Der Verdacht, Vettel würde gegenüber Webber bevorteilt werden, zog sich durch die gesamten vier Jahre, in denen der Deutsche triumphieren konnte. Den älteren Australier hatte Vettel stets im Griff. Doch die Verhältnisse haben sich nun verschoben. "Es war ja nicht nur Mark", so Horner, "Sebastian war dem ganzen Feld einen Schritt voraus. Dann geht man über Wasser. Er hatte das Gefühl für das Auto, alles lief. Jetzt braucht er das Händchen für den RB10."

Ricciardo ein echter Gewinn fürs Team

In der Gesamtwertung steht Vettel mit 45 Punkten noch knapp vor Ricciardo (39 Punkte), da diesem die 18 Zähler von Australien aberkannt wurden. Sollte dem Weltmeister in Spanien wirklich der Durchbruch gelungen sein, könnte das auch so bleiben. Doch selbst wenn Ricciardo weiter vor Vettel ins Ziel kommt, scheint die Stimmung im Team eine bessere zu sein als zu Webber-Zeiten. "Es ist ein Spaziergang verglichen zu dem, was in den vergangenen Jahren war", lässt Horner gar verlauten.

Daran, dass man mit Ricciardo einen guten Fahrer an die Seite des bisherigen Zugpferdes gestellt hat, gibt es im Team jedenfalls keine Zweifel: "Auch wenn Sebastian Vettel in diesem Jahr viel Pech hat, hat Daniel Ricciardo vom ersten Tag an alle überrascht und keine Schwächen gezeigt", sagt Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in den 'Salzburger Nachrichten'. "Das zeigt auch, dass Toro Rosso eine ausgezeichnete Schule für künftige Siegfahrer ist", spricht er auf Ricciardos vorheriges Team an. "Und dort sitzt mit Daniil Kwjat schon der nächste Anwärter drinnen."

Auch Horner ist froh, mit Ricciardo nicht nur ein Talent, sondern auch einen lebensfrohen Fahrer an Bord zu haben: "Er ist so ruhig im Auto, er beeindruckt uns mit seinem Tempo. Man sieht nie, dass er nicht lacht. Die Jungs arbeiten toll zusammen. Unwahrscheinlich, dass er im nächsten Jahr irgendwo anders fährt." Und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: "Außer Ferrari hat ihn auch auf der Liste."

Fotoquelle: xpbimages.com

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